Teich, Sumpf, Schilf ,- oder Drosselrohrsänger?
Alle Rohrsänger im Vergleich
Klein, braun - und nicht zu unterscheiden? Die verschiedenen Arten der schlanken Singvögel lassen sich mit gutem Gehör und einem aufmerksamen Blick für die Umgebung auseinanderhalten. Noch nicht sehr lange bilden sie ihre eigene Familie, die Rohrsängerartigen, während sie traditionell der Familie der Grasmückenartigen zugeordnet wurden.
Die häufigsten heimischen Rohrsängerarten
Teichrohrsänger (Acrocephalus scripaceus)
Stimme
kurz „teck“ oder rollend „trrrr“, bei Beunruhigung lang gezogen, rau „tschreeh“, zäh rollend „tschrrrrä“ und zweisilbig „trr-rr“
- Gesang: rhythmisch in gemächlichem Tempo, oft rau, zeternd, Silben oft 2 -3-mal wiederholt „zi-zi-tre-tre-tre-wid-wid“ usw; gelegentlich etwas rascheres Tempo, jedoch ohne Gesang des Schilfrohrsängers
Kennzeichen
- Etwas kleiner als ein Spatz und schlanker, ca. . 12,5 - 14 cm
- Lang gestreckt mit spitzem Kopf und langem, schlanken Schnabel.
- Oberseite einfarbig braun. Unterseite beige mit weißlicher Kehle.
- Kurzer, recht undeutlicher heller Überaugenstreif reicht gewöhnlich nicht hinter das Auge, Zügel dunkel.
- Klettert geschickt an Grashalmen.
•Special feature: statt zu fliegen, klettert er meist geschickt auf und ab oder hüpft von einem Halm zum anderen.
•Wo findet man ihn? Am wahrscheinlichsten ist es, den Teichrohrsänger an einem See oder Teich mit etwas Schilf, bevorzugt in hohen und dichten, im Wasser stehenden Beständen, zu finden.
Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris)
Stimme und Gesang:
Rufe ähnlich der des Teichrohrsängers
Gesang ein durch kurze Pausen unterbrochener Schwall quirlender, gequetschter, rauer und pfeifender Laute, meist helle Tonlage und flottes Tempo, besteht fast ausschließlich aus brillanten Imitationen.
Kennzeichen:
- Sehr ähnlich Teichrohrsänger, unterscheidet sich durch
- Gesang
- Lebensraum,
- twas kürzeren Schnabel,
- runderen Kopf,
- oft undeutlicheren hellen Überaugenstreif,
- etwas deutlicheren hellen Augenring.
- Im Frühjahr recht helles Graubraun auf Scheitel und Mantel mit schwachem Grünstich, unterseits mehr gelblich, im Durchschnitt längere Handschwingenprojektion und deutlichere weiße Handschwingenspitzen.
- Jungvogel: Oberseits wärmer braun mit rostgelb getöntem Bürzel, also sehr ähnlich Teichrohrsänger, Beine hell gelbrosa (nicht hell braungrau)
· Der Sumpfrohrsänger lebt in feuchten, stark bewachsenen Straßengräben oder in Feldern.
Special feature: Der Sumpfrohrsänger ist ein Meister im imitieren von anderen Vogelstimmen wie z.B. die der Blaumeise, Amsel, Rauchschwalbe, Bienenfresser, Bluthänfling, Wachtel.
Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus)
Stimme und Gesang:
Ruft rau und „zäh“ schnalzend „kschak“ oder „krrack“, warnt hart rollend „kreeee“.
Gesang ähnlich Teichrohrsänger, aber viel lauter und rauer (oft erstaunlich weit hörbar), meist grobe und tief knarrende Töne sowie Folge wiederholter, klagender Fasettlaute, z.B. „trr trr karra-karra-karra KRIe-KRIe-KRIe trr-trr-KIe-KIe“.
Kennzeichen:
- Großausgabe des Teichrohrsängers, ähnlich gefärbt (oben braun, unten beigeweiß) sowie mit ähnlichen Habitatansprüchen und Gesangsaufbau.
- Unterscheidet sich außer durch Größe und rauere Stimme durch proportional etwas größeren Kopf und Schnabel (drosselartig lang und kräftig),
- meist dunklen Fleck an Unterschnabelspitzen),
- oft etwas deutlicheren, breiteren hellen Überaugenstreif und im Durchschnitt dunkleren Zügel und Augenstreif; brauner Nacken/Hinterhals oft etwas heller und grauer.
- Aus der Nähe manchmal feine graue Strichelung auf unterer Kehle/oberer Brust.
- Beine rosabraun oder braungrau. Adult: Gefieder im Spätsommer meist etwas abgetragen, oberseits warm rostbraun, unterseits beige getönt; Handschwingen frisch, dunkel mit hellen Spitzen
Wo findet man ihn? in der Regel in dichten Altschilfbeständen, die im Wasser stehen, wassereingeschlossene Weidenbüsche
Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus)
Stimme:
weicher Ruf, "dek", bis zu ratternden "tek"-Reihen, häufig rau und kratzig, eiliger Gesang
Kennzeichen:
- mittelgroß,
- beigefarben
- deutlich heller Überaugenstreif, oft angedeuteter heller Scheitelstreif
- Mantel unscharf dunkel gestrichelt
Wo findet man ihn?
landseitige Verlandungszonen mit Seggen, hohen Gräsern, Brennnesseln, Weidenbüsche
Weitere Rohrsängerarten
Es gibt weltweit etwa 35 Rohrsänger-Arten weltweit. Weitere, in Deutschland äußerst seltene Arten sind ausnahmslos Gastvögel wie der Feldrohrsänger, der Buschrohrsänger, sowie der stark gefährdete und daher besonders seltene Seggenrohrsänger.