Noch in Bayern oder schon auf dem Weg in den Süden? LBV sucht Wanderfalter

Naturschutzverband bittet um Meldungen von Admiral und Taubenschwänzchen

Der Herbst hält Einzug mit bunten Blättern und kühler werdenden Tagen, doch die Schmetterlingssaison ist noch nicht vorbei. Was viele nicht wissen: Nicht nur zahlreiche Vogelarten ziehen im Herbst in den Süden, sondern auch manche Schmetterlinge. Zu diesen Wanderfaltern gehören Admiral und Taubenschwänzchen. Der LBV ruft deshalb im Rahmen des Projekts „Falter im Fokus“ dazu auf, die beiden Arten weiterhin aufmerksam zu beobachten und zu melden. „Jetzt können wir beobachten, wie lange Admiral und Taubenschwänzchen noch bei uns unterwegs sind, wie sich ihre Wanderbewegungen entwickeln oder ob einzelne Falter sogar den Winter bei uns verbringen“, erklärt LBV-Schmetterlingsexperte Simon Habermann. Meldungen sind möglich unter www.lbv.de/falter-im-fokus.

Admiral auf Herbstaster | © Maria Bauer © Maria Bauer
Der Admiral gehört zu den Wanderfaltern, die im Herbst in den Süden ziehen.

Der heiße Sommer hat sich auch bei den Meldungen im Projekt „Falter im Fokus“ bemerkbar gemacht. Allein im August gingen mehr als 2.200 Meldungen ein. Besonders häufig wurde das wärmeliebende Taubenschwänzchen gemeldet. Im September änderte sich das Bild deutlich: Im gesamten Monat wurden nur noch knapp 300 Beobachtungen von den Fokusarten – dazu zählen Admiral, Taubenschwänzchen und Schwalbenschwanz – gemeldet. „Der Unterschied zwischen August und September ist auffällig. Umso wichtiger sind jetzt weitere Meldungen, mit denen wir die Entwicklung im Herbst genauer nachvollziehen können“, erklärt Habermann.

Wanderfalter auf dem Weg in den Süden

Taubenschwänzchen | © Gabriele Heckwolf © Gabriele Heckwolf
Über die Wanderbewegungen des Taubenschwänzchens ist noch relativ wenig bekannt.

Admiral und Taubenschwänzchen können im Laufe des Jahres weite Strecken zurücklegen. Beim Admiral ist inzwischen gut untersucht, dass seine Wanderung durch Europa ein echtes Generationenprojekt ist: Im Frühjahr breiten sich die Falter nach Norden aus, im Herbst ziehen sie teilweise wieder Richtung Süden. Im Mittelmeerraum können sich Admirale sogar im Winter fortpflanzen. Die nächste Generation wandert dann im Frühjahr wieder zurück nach Bayern. Über die genauen Wanderbewegungen des Taubenschwänzchens ist dagegen noch deutlich weniger bekannt.

Besonders interessant ist bei beiden Arten die Frage, ob sie im Herbst Richtung Süden ziehen oder zunehmend auch nördlich der Alpen überwintern. „Deshalb sind Beobachtungen im Herbst und Winter für uns besonders wertvoll. Sie helfen uns zu verstehen, wann die Falter abwandern, wie lange sie bei uns aktiv bleiben und welche Rolle die Überwinterung in Bayern spielt. Auch der Klimawandel könnte einen Einfluss auf dieses Wanderverhalten haben“, erklärt Habermann.

Weniger aufräumen und Schmetterlinge schützen

Admiral an Fallapfel | © Hans-Joachim Fünfstück © Hans-Joachim Fünfstück
Vor ihrer Reise stärken sich Schmetterlinge wie der Admiral gern an Fallobst.

Während Admiral und Taubenschwänzchen im Herbst noch unterwegs sind, haben sich viele andere Schmetterlingsarten bereits auf die kalte Jahreszeit eingestellt. Sie überwintern gut versteckt als Ei, Raupe oder Puppe an Pflanzen, am Boden oder im Laub.

So auch der Schwalbenschwanz, die dritte Art im Projekt „Falter im Fokus“, der als Puppe an Pflanzenstängeln überwintert. Wer verblühte Stauden und Gräser über den Winter stehen und Laub zumindest stellenweise liegen lässt, erhält damit wichtige Winterquartiere für Schmetterlinge und viele weitere Insekten.

Ihre Schmetterlings-Sichtungen können Sie hier melden!

Schmetterlinge in Bayern

Alle Schmetterlingsdaten werden an „Schmetterlinge in Bayern“ der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen e.V. (ABE) weitergeleitet, um sie bestehenden Daten zuzuführen und eine weitere Verwendung zu gewährleisten. Mehr Infos finden Sie hier.
Gefördert wird das Projekt von der Lesser Stiftung für Naturschutz.

 

Immer auf dem Laufenden bleiben über Naturschutz in Bayern

Was gibt es Neues in Sachen Naturschutz in Bayern? Auf unseren Kanäle verpassen Sie keine Neuigkeiten zu den Themen Natur in Bayern, Naturschutzpolitik, Artenhilfsprogrammen, Schutzprojekten, Veranstaltungen, Mitmachaktionen, Freiwilligentätigkeiten und vieles mehr.

Wir schützen 520 Hektar eigene Moorflächen und kaufen ständig neue Flächen an. Unterstützen Sie uns!

Alle Nachrichten zum Naturschutz in Bayern

Newsletter

Der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.  ist mit Freistellungsbescheid des Zentral-Finanzamtes Nürnberg, Steuer-Nr. 241/109/70060, als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt und gem. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftssteuer freigestellt. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Mehr zur Transparenz