Noch in Bayern oder schon auf dem Weg in den Süden? LBV sucht Wanderfalter
Naturschutzverband bittet um Meldungen von Admiral und Taubenschwänzchen
Der Herbst hält Einzug mit bunten Blättern und kühler werdenden Tagen, doch die Schmetterlingssaison ist noch nicht vorbei. Was viele nicht wissen: Nicht nur zahlreiche Vogelarten ziehen im Herbst in den Süden, sondern auch manche Schmetterlinge. Zu diesen Wanderfaltern gehören Admiral und Taubenschwänzchen. Der LBV ruft deshalb im Rahmen des Projekts „Falter im Fokus“ dazu auf, die beiden Arten weiterhin aufmerksam zu beobachten und zu melden. „Jetzt können wir beobachten, wie lange Admiral und Taubenschwänzchen noch bei uns unterwegs sind, wie sich ihre Wanderbewegungen entwickeln oder ob einzelne Falter sogar den Winter bei uns verbringen“, erklärt LBV-Schmetterlingsexperte Simon Habermann. Meldungen sind möglich unter www.lbv.de/falter-im-fokus.
Der heiße Sommer hat sich auch bei den Meldungen im Projekt „Falter im Fokus“ bemerkbar gemacht. Allein im August gingen mehr als 2.200 Meldungen ein. Besonders häufig wurde das wärmeliebende Taubenschwänzchen gemeldet. Im September änderte sich das Bild deutlich: Im gesamten Monat wurden nur noch knapp 300 Beobachtungen von den Fokusarten – dazu zählen Admiral, Taubenschwänzchen und Schwalbenschwanz – gemeldet. „Der Unterschied zwischen August und September ist auffällig. Umso wichtiger sind jetzt weitere Meldungen, mit denen wir die Entwicklung im Herbst genauer nachvollziehen können“, erklärt Habermann.
Wanderfalter auf dem Weg in den Süden
Admiral und Taubenschwänzchen können im Laufe des Jahres weite Strecken zurücklegen. Beim Admiral ist inzwischen gut untersucht, dass seine Wanderung durch Europa ein echtes Generationenprojekt ist: Im Frühjahr breiten sich die Falter nach Norden aus, im Herbst ziehen sie teilweise wieder Richtung Süden. Im Mittelmeerraum können sich Admirale sogar im Winter fortpflanzen. Die nächste Generation wandert dann im Frühjahr wieder zurück nach Bayern. Über die genauen Wanderbewegungen des Taubenschwänzchens ist dagegen noch deutlich weniger bekannt.
Besonders interessant ist bei beiden Arten die Frage, ob sie im Herbst Richtung Süden ziehen oder zunehmend auch nördlich der Alpen überwintern. „Deshalb sind Beobachtungen im Herbst und Winter für uns besonders wertvoll. Sie helfen uns zu verstehen, wann die Falter abwandern, wie lange sie bei uns aktiv bleiben und welche Rolle die Überwinterung in Bayern spielt. Auch der Klimawandel könnte einen Einfluss auf dieses Wanderverhalten haben“, erklärt Habermann.
Weniger aufräumen und Schmetterlinge schützen
Während Admiral und Taubenschwänzchen im Herbst noch unterwegs sind, haben sich viele andere Schmetterlingsarten bereits auf die kalte Jahreszeit eingestellt. Sie überwintern gut versteckt als Ei, Raupe oder Puppe an Pflanzen, am Boden oder im Laub.
So auch der Schwalbenschwanz, die dritte Art im Projekt „Falter im Fokus“, der als Puppe an Pflanzenstängeln überwintert. Wer verblühte Stauden und Gräser über den Winter stehen und Laub zumindest stellenweise liegen lässt, erhält damit wichtige Winterquartiere für Schmetterlinge und viele weitere Insekten.
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