Mehr als 60.000 Menschen fordern EU-Bleiverbot
Mehr als 60.000 Menschen in Europa, davon über 11.000 aus Deutschland, fordern ein konsequentes Ende der Bleivergiftung in der Umwelt. Mit der Petition #BanLead rufen sie die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Europäischen Union dazu auf, die Verwendung von bleihaltiger Munition sowie von Bleigewichten in der Fischerei wirksam zu beschränken. Der LBV begrüßt gemeinsam mit seinem bundesweiten Partner NABU die breite gesellschaftliche Unterstützung und appelliert an die Bundesregierung sowie an die Bayerische Staatsregierung, sich auf EU-Ebene aktiv für das vorgeschlagene Verbot einzusetzen.
© Hansruedi Weyrich
„Blei tötet lautlos und oft unbemerkt. Jedes Jahr sterben unzählige Vögel und andere Wildtiere an vermeidbaren Vergiftungen, und auch für Menschen kann Blei schädlich sein. Die große Unterstützung für die Petition zeigt deutlich: Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von der EU endlich konsequente Maßnahmen gegen diese Umweltgifte“, sagt LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer. „Bleifreie Alternativen sind verfügbar und praxiserprobt. Jetzt kommt es darauf an, dass die Politik die längst überfällige Umstellung verbindlich anordnet.“ Dass es anders geht, zeigen die Bayerischen Staatsforsten: Im Staatswald wird bereits seit 2022 auf bleihaltige Büchsenmunition verzichtet. Dies wurde unter dem Eindruck der Auswilderung der ersten Bartgeier angeordnet, da eine Bleivergiftung zu ihren häufigsten Todesursachen zählt.
Blei gehört zu den giftigsten Schwermetallen und gelangt vermeidbarerweise auch durch Jagdmunition und Angelzubehör in die Umwelt. „Wasservögel und andere Lebewesen nehmen freigesetzte Bleiverbindungen aus verloren gegangenen Angelgewichten oder Bleischrot auf, während Greifvögel Bleipartikel aus Jagdmunition häufig über geschossenes Aas mit der Nahrung aufnehmen. Dies kann bereits in kleinsten Mengen zu schweren Vergiftungen oder zu einem qualvollen Tod führen“, erklärt Norbert Schäffer. Bleirückstände in geschossenem Wild stellen beim Verzehr des Fleisches auch ein Gesundheitsrisiko für Menschen dar. Schätzungen von BirdLife International zufolge sterben in Europa jedes Jahr hunderttausende Vögel, vor allem Greif- und Wasservögel, an Bleivergiftungen.
Für weniger Blei in der Natur
Die Europäische Union arbeitet derzeit an einer umfassenden Regulierung im Rahmen der Chemikalienverordnung REACH. Nach einem bereits beschlossenen Verbot von Bleischrot in Feuchtgebieten soll nun eine weitergehende Beschränkung von Blei in Jagdmunition und Angelgewichten folgen. Der Vorschlag der Europäischen Kommission bildet dabei die Grundlage für anschließende Beratungen und Abstimmungen durch Mitgliedstaaten und Europäisches Parlament. Naturschutzorganisationen fordern seit Jahren eine umfassende Regelung, um bestehende Schlupflöcher zu schließen und die Einträge von Blei in Ökosysteme wirksam zu reduzieren.