Senderstörche im Winter 2026: Erste Anzeichen von Zugunruhe
Die meisten Weißstörche verweilen noch in ihren Winterquartieren – einige machen sich bereits auf den Heimweg
Die Sorge war groß, als Ende des vergangenen Jahres Meldungen über Ausbrüche der Vogelgrippe in Spanien bekannt wurden. Inzwischen sind seit mehreren Wochen keine neuen Nachrichten zu dem Thema aufgetaucht. Umso erfreulicher ist die aktuelle Auswertung unserer Senderdaten: Nach derzeitigem Stand scheint keiner unserer besenderten Weißstörche von dem Ausbruch betroffen zu sein.
Anfang Februar befinden sich die meisten Störche noch in ihren Winterquartieren. Nur wenige zeigen bislang erste Anzeichen von Zugunruhe und machen sich auf den Weg zurück nach Mitteleuropa.
Im Süden Spaniens hält sich Baunach-1 weiterhin in der Region Dos Hermanas südlich von Sevilla auf. Dort wechselt der Storch regelmäßig zwischen Müllkippen und Feuchtgebieten. Auch Pettstadt-2 verbringt den Winter noch in dieser Gegend. Frensdorf-I-3 nutzt weiterhin die Nahrungsangebote südlich von Madrid, während Frensdorf-II-1 nach wie vor rund um Almagro anzutreffen ist.
Einen ersten Schritt Richtung Heimat hat dagegen Bembo-Sparky gemacht. Der Storch befindet sich aktuell bereits bei Lleida im Norden Spaniens. Auch Mönchsambach-4 hält sich weiterhin in dieser Region auf, inzwischen jedoch etwas weiter östlich als noch vor einigen Wochen. Möglicherweise deutet dies bereits auf den Beginn der Rückreise hin. Nina bleibt dagegen südlich von Lleida und streift dort weiterhin durch ihr Winterquartier.
Erfreuliche Nachrichten gibt es von Frensdorf-I-2. Nachdem längere Zeit keine Daten vorlagen, sendet der Storch nun wieder aus Mali. Sein aktueller Aufenthaltsort liegt zwischen Bamako und Timbuktu in der Nähe von Diabaly.
Marina befindet sich weiterhin in der Region Jaén in Südspanien und hält sich damit noch immer in ihrem bekannten Überwinterungsgebiet auf.
Eine besondere Zugstrategie verfolgt erneut Pettstadt-1. Als einer der wenigen Jungstörche aus unserem Projekt wählte er die Ostroute und überwintert in Israel. Aktuell hält er sich weiterhin nördlich von Jericho auf, wo er die Nahrungsangebote einer Deponie beziehungsweise Kompostanlage nutzt.
In Bayern selbst hat Rosalie den Winter verbracht. Der Storch überwinterte bei Herrieden und verzichtete damit vollständig auf den Zug in den Süden.
Auch die Störche in Nordafrika zeigen bislang wenig Anzeichen von Aufbruchsstimmung. Steppach-6 hält sich weiterhin bei Rabat auf. Walsdorf-1-2024 streift noch immer östlich von Larache durch Marokko. Sein Artgenosse Walsdorf-3-2024 überwintert weiterhin südlich von Saragossa in Spanien.
Wingersdorf-1 erkundet aktuell die Region südlich von Córdoba. Von Wingersdorf-2 gibt es leider weiterhin keine neuen Daten. Der letzte bekannte Aufenthaltsort lag im Tschad. Aufgrund der teilweise schlechten Mobilfunkabdeckung in dieser Region besteht jedoch weiterhin Hoffnung, dass es sich lediglich um eine längere Übertragungslücke handelt.
Neu im Senderprojekt sind vier Jungstörche aus Südbayern, die 2025 mit modernen Ringsendern ausgestattet wurden. Ihre ersten Zugbewegungen liefern bereits spannende Einblicke.
Fridolin (eElsa-10194) erreichte Marokko und flog bis südlich von Rabat. Anfang Januar bewegte er sich wieder etwas nach Norden bis in die Region nördlich von Larache. Der letzte Datenpunkt stammt vom 6. Januar.
Alex (eElsa-10195) legte zunächst eine ähnliche Route zurück und erreichte ebenfalls die Gegend um Rabat. Bereits im November zog er jedoch wieder nordwärts bis nach Tanger und später weiter nach Tetouan. Dort enden bislang die Senderdaten.
Auch Maxi (eElsa-10196) schaffte die Überquerung der Straße von Gibraltar. Nach seiner Ankunft in Marokko zog er direkt in die Region Tetouan. Sein letzter Datenpunkt stammt bereits vom 28. August.
Dasselbe gilt für Toni (eElsa-10197). Auch bei ihm wurde der letzte Standort Ende August östlich von Tetouan registriert. Die auffällige räumliche Nähe der letzten Datenpunkte von Maxi und Toni wirft die Frage auf, ob möglicherweise technische Ursachen für die ausgebliebenen Meldungen verantwortlich sein könnten.
Mit dem nahenden Frühjahr werden die Senderdaten in den kommenden Wochen besonders spannend. Dann wird sich zeigen, welche Störche als Erste den Heimweg nach Bayern antreten und welche noch etwas länger in ihren Winterquartieren verweilen.
von Oda Wieding,