Kommunalwahl 2020

Eine Chance für die Natur in Bayern!

Am 15. März 2020 ist Kommunalwahl. Eine Chance, in ganz Bayern etwas für die Natur vor der eigenen Haustüre zu erreichen. Denn schon mit einfachen Maßnahmen können Kommunen viel für den Naturschutz vor Ort bewirken. Mit 6 einfachen Forderungen wollen wir Kandidat*innen und Wähler*innen gleichermaßen auffordern, sich für den Erhalt der Biologischen Vielfalt und lebenswerte Kommunen einzusetzen.

Blumenwiese neben einem Dorf | © Dr. Eberhard Pfeuffer © Dr. Eberhard Pfeuffer

Stellen auch Sie Forderungen für mehr Naturschutz in Ihrer Stadt oder Gemeinde an die örtlichen Kandidaten! Die Postkarte mit unseren Forderungen können sie hier bestellen.

Wie der Erfolg unseres Volksbegehrens Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ eindrucksvoll gezeigt hat, steht ein großer Teil der Bevölkerung hinter unseren Anliegen – Grund genug, dass der Naturschutz auch in der Kommunalpolitik konsequent mitgedacht wird.

Wir fordern: Städte und Gemeinden als Vorbilder beim Schutz der Biologischen Vielfalt

Kommunale Vielfalt

Wir fordern, dass Städte und Gemeinden in Sachen Arten- und Biotopschutz Vorbildfunktion haben. Das heißt konkret:

  • Erstellung einer kommunalen Biodiversitätsstrategie. Vorbildhaft ist das Projekt der Biodiversitätsgemeinden.
  • Erstellung eines biodiversitätsbezogenen Managements für alle kommunalen Flächen
  • Mähen statt mulchen, biodiversitätsschonende Mahdzeitpunkte und -techniken, entsprechende Schulung von Bauhofmitarbeitern. Praktische Tipps zur naturverträglichen Mahd gibt es zum Beispiel hier
  • Pestizidverzicht auf allen kommunalen Flächen
  • Förderung und Auszeichnung von biodiversen Hausgärten. Tipps zum naturnahen Garten gibt es hier.
  • Nutzungsverzicht in Kommunalwäldern
Lebendige Bäche und Quellen

Wir fordern Projekte zum Schutz und zur naturnahen Entwicklung von Gewässern im kommunalen Zuständigkeitsbereich (Gewässer 3. Ordnung). Tipps zu Maßnahmen und Umsetzung gibt es in der Praxisbroschüre „Lebendige Bäche“ des LBV.

Wir fordern von den Kommunen:

  • Schutz und Renaturierung von Quellen
  • Aufstellung eines Gewässerentwicklungsplanes mit Maßnahmen und Projekten zur ökologischen Entwicklung und Restrukturierung von Gewässern 3. Ordnung
  • Extensivierung von Gewässerrandstreifen
  • Sicherstellung der Durchgängigkeit der Fließgewässer
  • Biodiversitäts-Check für kommunale Wasserkraftanlagen
Städte als Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Städte sind auch Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Wir fordern verstärkte Anstrengungen, um diesen Lebensraum zu erhalten:

  • Insektenfreundliche Gestaltung öffentlicher Beleuchtungssysteme, Reduzierung der Beleuchtung insgesamt. Praktische Tipps gibt es hier
  • Selbstverpflichtung der Städte und Kommunen, bei Sanierungen und Neubauten Quartiere für Gebäudebrüter einzurichten
  • Verzicht auf vogelfeindliche Glasarchitektur, Schutz gegen Vogelkollision (Markierungen) auf unverzichtbaren Glasbauteilen
  • Erstellung eines biodiversitätsbezogenen Managements für alle städtischen Flächen
  • Begrünung kommunaler Gebäude und Grünanlagen ausschließlich mit heimischen, insektenfreundlichen Pflanzen
  • Verabschiedung einer Baumschutzverordnung
Artenvielfalt in der Agrarlandschaft schützen

Wir fordern, dass Kommunen die Verpachtung ihrer landwirtschaftlichen Flächen an Naturschutzvorgaben und eine extensive Bewirtschaftung knüpfen. Weitere Informationen und Hilfestellungen bietet das Projekt „Fairpachten“.

Mögliche Maßnahmen sind zum Beispiel:

  • Verzicht auf Pestizide
  • Umstellung auf Ökolandbau
  • Anlage effektiver ökologischer Vorrangflächen (Blühflächen, Brachen, Hecken)
  • Extensives Weidemanagement
  • Anbau alter Kultursorten
  • Tierschonende Mähtechnik (Messerbalken statt Kreise-Mähwerk, Schnitthöhe 10 - 15 cm, größere Flächen parzelliert mähen…)
Flächenverbrauch begrenzen

Wir fordern von den Kommunen verstärkte Anstrengungen, um dem ungezügelten Flächenverbrauch mit verschiedenen Instrumenten etwas entgegenzusetzen:

  • Innenentwicklungspotentiale erfassen/ausschöpfen
  • Leerstandsmanagement
  • Konzepte zur innerörtlichen Entsiegelung
  • Prüfung aller Maßnahmen auf klimarelevante Auswirkungen
  • Vorrang des ÖPNV vor Straßenneubau bei der Verkehrsentwicklung
  • Bevorzugte Einrichtung interkommunaler Gewerbegebiete
Kompensationsverordnung konsequent umsetzen

Die bayerische Kompensationsverordnung ist ein wichtiges Instrument beim Erhalt der Biologischen Vielfalt im Rahmen der Eingriffsregelung. Die praktische Umsetzung der Verordnung sowie deren Kontrolle ist aber oft mangelhaft.

Wir fordern die Städte und Gemeinden deshalb auf, ihrer Verpflichtung nachzukommen und damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Biodiversität zu leisten:

  • Ausgleichsverpflichtungen im Ökoflächenkataster dokumentieren und systematisch überprüfen
  • Ersatzmaßnahmen konsequent umsetzen und die Umsetzung kontrollieren
  • Langfristiges Monitoring der Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen

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