Schilfrohrsänger

Acrocephalus schoenobaenus

Schilfrohrsänger | ©Manfred Waldhier ©Manfred Waldhier
Ein Schilfrohrsänger auf seiner Singwarte, von der aus er Eindringlinge beobachtet und seinen schmetternden schnellen Gesang hören lässt.

Gesang des Schilfrohrsängers:

Hier anhören
(auf www. deutsche-tierstimmen.de)


Stimme des Schilfrohrsängers:
Sein Gesang ist ähnlich dem Teichrohrsänger, lebhafter aber und variabler, ohne Rhythmus, oft eingeleitet durch ein knarrendes "trr". Der Schilfrohrsänger ruft mal weich "dek", bis zu sich ratternd beschleunigendem "tjek" Reihen ähnlich der Klappergrasmücke.  Sein Gesang ist eilig, er gibt raue, kratzige Laute von sich, seltener sind pfeifende Töne zu hören , auffallend ist eine unterschiedliche Lautstärke. Der Schilfrohrsänger immitiert auch gerne andere Singvögel der Umgebung.

Status:

ungefährdet

Brutzeit:  Anfang bis Ende Mai im Süden, bis Juli im Norden; 1 Jahresbrut

Der Vogel in Zahlen

  • Größe: ca. Sperlingsgroß
  • Spannweite: 17-21
  • Körpergewicht: 9-18 g

Kennzeichen

Dunkler Scheitel, langer weißlicher Oberaugenstreif, schwach gestreifte Oberseite, rotbrauner Bürzel, im Herbst undeutlicherere Färbung.

Jungvögel deutlich wärmer beige gefärbt, mit auffälligerem Scheitelmittelstreif, Brust schwach gesprenkelt.

Ähnliche Arten:

Alle Rohrsängerarten, z.B Teichrohrsänger, optisch recht schwierig zu unterscheiden.
Auch der Mariskenrohrsänger hat einen schwarze Kopfzeichnung, allerdings ist er als Gastvogel sehr selten.

Vorkommen

Schilfrohrsänger | © Frank Derer © Frank Derer
Hier ist deutlich der weißliche Augenstreif des Schilfrohrsängers zu sehen.

In Deutschland:
April bis September
Brutzeit:
Mai im Süden, bis zum Juli im Norden

Der Schilfrohrsänger ist ein Langstreckenzieher, dessen Winterquartiere in Afrika südlich der Sahara liegen.

Verbreitung:
In Europa weit verbreitet, kommt der vom nördlichsten Skandinavien und Russland bis nach Griechenland, im Westen bis nach Irland und bis Westfrankreich vor. Er fehlt auf der iberischen Halbinsel. Im Osten tritt der Vogel bis zum Jenisej, im Süden bis zur Türkei auf, Aserbaidschan und Nordwestiran.

Lebensweise

Verhalten
Der Schilfrohrsänger lebt recht versteckt in dichter Ufervegetation. Man bekommt ihn deshalb nur wenig zu Gesicht, zum Beispiele wenn er flink einen Halm hinauf klettert, um einen Eindringling zu mustern. Wird er aufgescheucht, fliegt er kurz niedrig mit abwärts gehaltenem Schwanz, um gleich darauf wieder in Deckung abzutauchen.

Lebensraum
Sein Lebensraum ist dichte Ufervegetation, nicht im Wasser stehend, wie z.B. Verlandungszonen mit Seggen, hohen Gräsern aber auch Brennnesseln.

Nahrung
Der aufgeweckte kleine Vogel findet in den mittleren und unteren Schichten der Ufervegetation kleine Insekten, Spinnen oder kleine Schnecken. Gelegentlich erbeutet er ein Insekt von der Wasseroberfläche.

Nestbau und Brut
Das Weibchen sucht, nachdem das Männchen ein Territorium festgelegt hat, die Brutstelle aus. Meistens liegt diese allerdings im selben Territorium wie im vorherigen Jahr. Das Nest ist, anders als beim Teichrohrsänger, nicht an Halmen befestigt, sondern niedrig in Büschen angebracht. Das Weibchen legt etwa 4-7 Eier legt in ein großes Nest aus verwobenen Pflanzenteilen wie etwa Schilf und Moos der Umgebung. Es brütet 1-2 Mal im Jahr 12-14 Tage, beide Eltern füttern nah dem Schlüpfen die Jungen. Nach 25-30 Tagen sind die Jungen flügge und selbstständig.

Schon gewusst?

Der Gesang des Schilfrohrsängers imitiert täuschend echt die Stimmen seiner umgebenden Vögel woe etwa Bach- und Schafstelze, Hausrotschwanz, Rauch-und Mehlschwalbe, Blaumeise und Blässhuhn.

Das Männchen startet zum Singflug während seiner Gesangsdarbietung häufig von seiner sogenannten Singwarte aus und fliegt nach seinem kurzen Aufstieg kurz flatternd wie ein Schmetterling umher. Dabei spreizt es die Steuerfedern, breitet die Flügel aus und gleitet dann nach wenigen Sekunden wieder nach unten.


Quellen:
Hans Joachim Fünfstück , Ingo Weiß: Die Vögel Mitteleuropas im Portrait
Limbrunner, Bezzel, Richarz, Singer: Enzyklopädie der Brutvögel Europas

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