Moorschutz beginnt im Gemüsebeet: LBV ruft zum Verzicht von Torf im Garten auf
Bundesweite Woche „Torffrei Gärtnern“ vom 13. bis 22. März
Zum Start der bundesweiten Aktionswoche „Torffrei Gärtnern“ am 13. März ruft der LBV Hobby-Gärtnerinnen und Gärtner dazu auf, beim Kauf von Blumenerde bewusst auf torffreie Produkte zu achten. Denn in vielen Garten- und Blumenerden steckt Torf, das über Jahrtausende in Mooren entstanden ist. Moore gehören zu den effektivsten natürlichen Klimaschützern. Wird Torf abgebaut, entweichen große Mengen des über Jahrtausende gespeicherten Kohlenstoffs in die Atmosphäre.
Noch dazu sind Moore ein einzigartiger Lebensraum, der zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten vom Sonnentau bis zum Moorfrosch beherbergt. Obwohl der industrielle Torfabbau in Bayern inzwischen eingestellt ist, wird weiterhin Torf aus anderen Ländern, etwa aus dem Baltikum, importiert. Dort zerstört der Abbau immer noch wertvolle Moorlandschaften.
Jedes Frühjahr kaufen Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner große Mengen Blumenerde für Balkonkästen, Hochbeete und Gemüsebeete. Dabei wissen viele nicht, dass die meisten der angebotenen Substrate erhebliche Mengen Torf beinhalten. „Der über Jahrtausende entstandene Torf ist viel zu kostbar, um ihn nur für einen Sommer als Pflanzsubstrat zu nutzen und anschließend zu entsorgen“, so Franziska Back vom LBV. Dabei gibt es längst Alternativen: Torffreie Substrate bestehen meist aus Mischungen aus Kompost, Rindenhumus und Holzfasern. Versuche aus gärtnerischen Lehr- und Forschungseinrichtungen zeigen, dass sie für Hobbygärten ebenso gut geeignet sind wie torfhaltige Erde. Wichtig ist ein genauer Blick auf die Verpackung: Bezeichnungen wie „torfreduziert“ oder „Bio-Erde“ bedeuten nicht automatisch, dass kein Torf enthalten ist.
Naturschutz beginnt im eigenen Garten
Wer im Garten kompostiert oder Kompost aus einer kommunalen oder gewerblichen Kompostieranlage verwendet, kann diesen außerdem unter das gekaufte, torffreie Substrat mischen und der Erde so zu mehr Nährstoffen verhelfen. Dadurch ist der Düngebedarf meist geringer. So lässt sich auch Erde aus Pflanzgefäßen vom Vorjahr wieder auffrischen. „Pflanzerde lässt sich oft mehrfach verwenden, indem man sie vor der neuen Gartensaison mit frischem Kompost und organischem Dünger wie Hornmehl mischt“, sagt Franziska Back.
Auch beim Kauf von Pflanzen können Gartenfreunde darauf achten, dass kein Torf enthalten ist. Viele gekaufte Jungpflanzen wachsen nämlich in torfhaltigen Substraten. Wer Gemüse, Kräuter oder Blumen selbst aussät, hat mehr Kontrolle über die verwendete Erde.
Mit solchen einfachen Maßnahmen können Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner aktiv zum Schutz der Moore beitragen. „Wer torffrei gärtnert, schützt Klima und Artenvielfalt – und zeigt, dass Naturschutz schon im eigenen Garten beginnen kann“, so die LBV-Pressereferentin.