Magerrasen im Tal der Schwarzen Laber

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Neumarkt (Oberpfalz)

Magerrasen mit Wacholder im Tal der Schwarzen Laber | © Natascha Neuhaus © Natascha Neuhaus
Magerrasen mit Wacholder im Tal der Schwarzen Laber

Kalkmagerrasen sind ein heutzutage rar gewordenen Lebensraumtyp, der im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt z.B. noch im Tal der Schwarzen Laber vorkommt und zahlreichen seltenen wie auch gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Unterschlupf gewährt.

Durch die jahrhundertelange Nutzung trockener, meist flachgründiger und wärmebegünstigter, kalkreicher Standorte in Form von Beweidung oder Mahd konnten artenreiche Kalkmagerrasen entstehen. Die Beweidung erfolgte meist mit Schafen, manchmal auch Rindern sowie Ziegen. In seltenen Fällen gibt es auch von Natur aus waldfreie Trockenrasen, die auf sehr flachgründigen und sonnenexponierten Hängen oder Felsköpfen gedeihen. Diese bedürfen jedoch im Gegensatz zu den Kalkmagerrasen keiner Nutzung, damit sie erhalten bleiben.

Kalkmagerrasen beherbergen meist zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Auf den o.g. LBV-Flächen kommen neben typischen Arten wie Küchenschelle und Silberdistel auch Orchideen wie z.B. Brandknabenkraut und das Kleine Knabenkraut vor. Zu den faunistischen Besonderheiten zählen etliche seltene Schmetterlings- und Heuschreckenarten sowie Vertreter der Vogelwelt, beispielsweise Neuntöter und Goldammer.

Heutzutage wird die Beweidung der Kalkmagerrasen aus ökonomischen Gründen vielerorts aufgegeben. Die Folge sind eine Verbuschung und Wiederbewaldung und ein damit verbundener Artenrückgang. Der LBV hat daher in den vergangenen Jahren im Tal der Schwarzen Laber drei Kalkmagerrasen-Flächen mit insgesamt über 5 Hektar angekauft - zwei davon im Rahmen von NEPO.MUK (Netzwerkprojekt Oberpfälzer Jura Mensch – Umwelt - Kultur). Bevor die Nutzung in Form der regelmäßigen Beweidung durch einen Wanderschäfer wieder aufgenommen werden konnte, mussten einige Kiefern sowie ein überhand nehmendes Schlehengebüsch entfernt werden. Je nach Bedarf werden diese Maßnahmen im Abstand von mehreren Jahren wiederholt.

Newsletter