Artenhilfsprojekt Braunkehlchen & gefiederte Freunde
Schutz von Bayerns größter Population in den Loisach-Kochelsee-Mooren
In den Loisach-Kochelsee-Mooren schützen wir eines der bedeutendsten Wiesenbrütergebiete Bayerns. Es ist ein zentraler Hotspot für gefährdete Wiesenbrüter und Teil des Natura-2000-Netzes (SPA/FFH). Hier lebt die größte Braunkehlchen-Population des Freistaats. Aber leider auch in diesem Hotspot gehen die Bestände seit Jahren zurück.
Mit einem mehrjährigen, hauptamtlich vor Ort betreuten Projekt wollen wir diesen Trend stoppen und den Lebensraum nachhaltig verbessern: Gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten und Partnern vor Ort bauen wir ein Netz aus Schonstreifen in sensiblen Randbereichen auf, sichern Brutplätze dort, wo Mahd und Prädation zum Risiko werden, und entwickeln Maßnahmen für artenreiches, strukturreiches Grünland. Gleichzeitig begleiten wir die Entwicklung mit Monitoring und Kartierung, um wirksame Schutzmaßnahmen gezielt auszubauen.
Projektzusammenfassung
- Projekt: Braunkehlchen & gefiederte Freunde im Kochelseemoor (Loisach-Kochelsee-Moore)
- Wo: Loisach-Kochelsee-Moore (Natura 2000 / Vogelschutz- und FFH-Gebiet)
- Ziele: Braunkehlchen auf 100 Brutpaare erhöhen und Brachvogelbestand bei 8–9 Brutpaaren stabilisieren
- Schwerpunkte: Schonstreifen, Brutplatzsicherung, Lebensraumaufwertung, Monitoring/Kartierung
- Laufzeit: Januar 2025 – Dezember 2029
Ansprechpartner
Martin Küblbeck, LBV
E-Mail: martin.kueblbeck@lbv.de
Bahnhofstr. 16, 82515 Wolfratshausen
Warum die Loisach-Kochelsee-Moore so bedeutend sind
Die Loisach-Kochelsee-Moore bilden einen der größten und vielfältigsten Moorkomplexe im bayerischen Alpenvorland. Das rund 40 Quadratkilometer große Gebiet erstreckt sich zwischen dem Kochelsee und dem Murnauer Moos entlang der Loisach und ist geprägt von weitläufigen Niedermooren, Feuchtwiesen, Gräben, Seigen und extensiv genutztem Grünland. Diese offene, strukturreiche Landschaft macht das Gebiet zu einem der wichtigsten Wiesenbrüterlebensräume in Bayern.
Als Teil des europäischen Natura-2000-Netzes (Vogelschutz- und FFH-Gebiet) besitzt das Gebiet eine herausragende naturschutzfachliche Bedeutung. Die Loisach-Kochelsee-Moore bieten nicht nur dem Braunkehlchen ideale Brutbedingungen, sondern sind auch Lebensraum für zahlreiche weitere gefährdete Arten wie Wiesenpieper, Bekassine oder Brachvogel. Damit kommt dem Gebiet eine Schlüsselfunktion für den Erhalt der biologischen Vielfalt im Alpenvorland zu.
Bedeutung für das Braunkehlchen
Für das Braunkehlchen ist dieses Gebiet von herausragender Bedeutung: In den Loisach-Kochelsee-Mooren lebt nach wie vor der größte Bestand Bayerns mit 79 Revierpaaren. Gleichzeitig zeigen die Bestandszahlen seit Jahren deutlich nach unten. Bereits von 2008 bis 2015 ist der Bestand des Braunkehlchens in den Loisach-Kochelsee-Mooren um 32 % eingebrochen (Weiß, 2015). Bis 2020 ist der Bestand um weitere 20 % zurückgegangen.
Gerade weil das Braunkehlchen hier noch vergleichsweise häufig vorkommt, ist der Handlungsdruck hoch – denn ein weiterer Rückgang in diesem Kerngebiet hätte Auswirkungen weit über die Region hinaus. Hinzu kommt, dass sich die Ursachen des Bestandsrückgangs hier sehr konkret zeigen: Intensivere Bewirtschaftung in Randbereichen, Entwässerung durch Gräben, der Verlust von Altgras- und Saumstrukturen sowie Störungen während der Brutzeit setzen dem Braunkehlchen zu.
Das Gebiet ist nämlich kein unberührter Naturraum, sondern eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft. Die Nutzung durch die Landwirtschaft prägt das Mosaik aus Wiesen, Feuchtflächen und Gräben – und entscheidet maßgeblich darüber, ob Brutplätze erhalten bleiben oder verloren gehen. Veränderungen im Wasserhaushalt, Nutzungsintensivierung und der Verlust von Altgras- und Randstrukturen wirken sich hier besonders deutlich aus.
Zusätzliche Fokusart: Großer Brachvogel
Der Große Brachvogel ist – wie das Braunkehlchen – ein typischer Wiesenbrüter und stark gefährdet. In Bayern hat sein Bestand zwischen 1980 und 2015 um ca. 54 % abgenommen und auch er ist vom Aussterben bedroht (Quelle: LfU). Besonders starke Rückgänge traten in Gebieten ein, in denen eine deutliche Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung zu beobachten war.
Die Loisach-Kochelsee-Moore gehören zu seinen letzten bedeutenden Brutgebieten im bayerischen Alpenvorland. Dort ist er noch mit sieben Paaren vertreten, hat aber kaum Bruterfolg. Gerade deshalb ist es sinnvoll und notwendig, ihn im Braunkehlchen-Projekt mitzudenken. Beide Arten stellen ähnliche Ansprüche an ihren Lebensraum: Sie brauchen offene, strukturreiche Wiesen, ausreichend Feuchtigkeit, Ruhe während der Brutzeit und eine angepasste Bewirtschaftung. Viele der Maßnahmen, die dem Braunkehlchen helfen – etwa Schonstreifen, spätere Mahd, der Erhalt von Feuchtstellen oder das Offenhalten der Landschaft – wirken direkt auch zugunsten des Brachvogels.
Im Zuge dieses Projekts sollen zudem auch Brutplätze der Brachvögel und die Brachvogelfamilien mit ihren Küken geschützt werden.
Ziele des geplanten Schutzprojekts in der Übersicht:
Mit dem Projekt in den Loisach-Kochelsee-Mooren verfolgt der LBV das Ziel, die Bestände von Braunkehlchen und Großem Brachvogel langfristig zu sichern und wieder zu stärken. Beide Arten stehen stellvertretend für den Zustand der Wiesenbrüterlebensräume im Gebiet. Ihre Förderung verbindet akuten Brutplatzschutz mit langfristiger Lebensraumverbesserung und setzt auf Kooperation statt Konflikt. Dies beinhaltet folgende Teilziele:
- Bestandserfassung und Monitoring
- Schutz von Bruten in den landwirtschaftlich intensiv genutzten Randbereichen
- Lebensraumoptimierung:
- Erhöhung des Bracheanteils v.a. in den Kerngebieten in Abstimmung mit anderen naturschutzfachlichen und –rechtlichen Anforderungen (insbesondere Beachtung der derzeit in Erstellung befindlichen FFH- bzw. SPA-Managementpläne, gesetzlicher Biotopschutz)
- Erhöhung & Optimierung des VNP-Anteils mit Schnittzeitpunkt 1.7 / 15.7 / 1.8 in den Randbereichen in Abstimmung mit anderen naturschutzfachlichen und –rechtlichen Anforderungen (insbesondere Beachtung der derzeit in Erstellung befindlichen FFH- bzw. SPA-Managementpläne, gesetzlicher Biotopschutz)
- Verbesserung der Grabenstrukturen
- Entbuschung/Gehölzentferung
- Etablierung Schonstreifenkonzept für die Randbereiche
- Monitoring und Gelegeschutz
- Mahdmanagement für die Familien
- Lebensraumoptimierung
Ohne die Einbeziehung der landwirtschaftlichen Betriebe ist ein wirksamer Wiesenbrüterschutz nicht möglich. Durch frühe Abstimmung, Beratung und faire Ausgleichsmodelle lassen sich Lösungen finden, die sowohl den Erhalt der Betriebe als auch den Schutz der Vögel berücksichtigen. Maßnahmen wie Schonstreifen, angepasste Mahd oder Vertragsnaturschutz funktionieren nur im Dialog und auf freiwilliger Basis.
Die genannten Ziele werden durch LBV-Mitarbeiter Martin Küblbeck vor Ort vorangetrieben und umgesetzt. Hierzu ist eine enge Zusammenarbeit mit den unteren Naturschutzbehörden, den Gebietsbetreuern, den Landschaftspflegeverbänden und der höheren Naturschutzbehörde notwendig.
Maßnahmenpakete im Projekt
Die Maßnahmenpakete unterscheiden sich je nach Landkreis, weil die Voraussetzungen und der Schutzbedarf vor Ort nicht überall gleich sind. In mehreren Abstimmungsgesprächen mit allen Naturschutzakteuren wurden deshalb für jeden Landkreis passende, individuelle Maßnahmen erarbeitet.
Die Arbeitsgebiete orientieren sich an der Verbreitung von Braunkehlchen und Brachvogel sowie den angrenzenden Flächen. Die geplanten Maßnahmen sind in fünf Pakete gegliedert: Braunkehlchen-Monitoring, Lebensraumverbesserungen für das Braunkehlchen, Brachvogel-Monitoring, Lebensraumverbesserungen für den Brachvogel und Kommunikationsarbeit.
Das Monitoring wird vom Projektmitarbeiter koordiniert und gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Wiesenbrüterberatern umgesetzt; im letzten Projektjahr kommt zusätzlich ein externer Kartierer für die Abschlusskartierung hinzu.
- Ziel: Brutplätze des Braunkehlchens in landwirtschaftlich intensiv genutzten Randbereichen zuverlässig finden, um dort schnell Schutzmaßnahmen einleiten zu können.
- Methode in allen Landkreisen: Synchronbeobachtungen außerhalb der Kernbereiche, mit möglichst wenig Personen und wenigen Terminen, um Störungen gering zu halten.
- Aufgaben des Projektmitarbeiters: Organisation und Anleitung der Helfenden (Einteilung/Einarbeitung), Kartenerstellung, Datenverwaltung und Auswertung.
- Direkter Nutzen: Auf Basis der Daten werden kurzfristig Schutzmaßnahmen umgesetzt, z. B. Schonstreifen zum Schutz identifizierter Nestbereiche.
Abschlusskartierung 2029 (Evaluation):
- Flächendeckende Kartierung im gesamten Gebiet (Randbereiche + Kernzone).
- Für das Braunkehlchen sind 5 Kartiergänge geplant: 3 zur Reviererfassung und 2 zusätzliche wegen zeitlich versetzter Bruten, um den Bruterfolg beurteilen zu können.
- Zusätzlich werden Wiesenpieper-Reviere in 3 Kartiergängen erfasst (ohne Bruterfolg).
- Auch Brachvogel-Reviere und Bruterfolg werden mit erfasst (wie in den übrigen Jahren: Nestersuche/Familienmonitoring).
- Um Störungen zu reduzieren, werden Kartiergänge für verschiedene Arten zeitlich gebündelt und die Anzahl der Begehungen möglichst gering gehalten. Die Abschlusskartierung wird extern vergeben.
Um die Braunkehlchenpopulation in den Loisach-Kochelsee-Mooren dauerhaft zu stärken, setzt das Projekt auf gezielte Lebensraumverbesserungen, die fachlich abgestimmt und gemeinsam mit Landwirtschaft und Behörden umgesetzt werden. Viele dieser Maßnahmen kommen auch dem Wiesenpieper und weiteren Wiesenbrütern zugute.
- Mehr Brachen und Altgrasflächen
In den Kerngebieten soll der Anteil an Brachen und Altgrasflächen erhöht werden – durch Beratung, Einzelgespräche mit Landwirt*innen und die Nutzung von Vertragsnaturschutzprogrammen (VNP). In besonders geeigneten Bereichen wird ein Bracheanteil von bis zu 30 % angestrebt, stets in Abstimmung mit FFH- und Vogelschutzvorgaben. - Angepasste Bewirtschaftung in Randbereichen
In den Randbereichen mit Brutvorkommen wird der Anteil an VNP-Flächen mit späteren Schnittzeitpunkten (1.7./15.7./1.8.) und zusätzlichen Altgrasstreifen auf bis zu 80 % erhöht oder bestehende Verträge gezielt auf die Bedürfnisse des Braunkehlchens optimiert. - Schonstreifen im Intensivgrünland
Ein zentrales Element ist der Aufbau eines Schonstreifennetzes in intensiv genutzten Flächen, z. B. entlang von Zäunen oder Gräben. Diese ungemähten Pufferbereiche bieten sichere Brutplätze und reduzieren das Prädationsrisiko. Ziel ist es, 80 % der bekannten Brutbereiche im Intensivgrünland durch Schonstreifen zu schützen. Die Umsetzung wird dokumentiert und begleitet, u. a. mit störungsarmer Drohnentechnik. - Strukturanreicherung entlang von Gräben
Gräben sind wichtige Brut- und Singplätze. Gemeinsam mit Wasser- und Bodenverbänden sowie Naturschutzbehörden wird ein praxistaugliches Konzept zur Strukturverbesserung an Gräben erarbeitet und schrittweise umgesetzt. - Entbuschung und Gehölzentnahme
In ausgewählten Bereichen werden Gehölze entfernt, um die offene Landschaft zu erhalten. Die Umsetzung erfolgt über entsprechende Förderprogramme (z. B. LNPR) in Zusammenarbeit mit Landschaftspflegeverbänden - Sitzwarten und Beweidung
Wo sinnvoll, werden künstliche Sitzwarten ausgebracht und Möglichkeiten der Beweidung geprüft und gefördert, da sie strukturreiche, insektenreiche Wiesen begünstigt.
Alle Maßnahmen werden durch einen Projektmitarbeiter vor Ort koordiniert, der Landwirt*innen berät, Fördermöglichkeiten erschließt und die Umsetzung fachlich begleitet. Ziel ist ein vernetzter, wirksamer Lebensraumverbund für das Braunkehlchen in den Loisach-Kochelsee-Mooren.
Das Projekt bündelt die Betreuung der Brachvogelbruten in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen (TÖL) und Garmisch-Partenkirchen (GAP). Im Landkreis Weilheim-Schongau (WM) unterstützt der Projektmitarbeiter bei Bedarf in enger Abstimmung mit den Wiesenbrüterberatern.
- Kartierung und Monitoring
Die Kartierung der Brachvogelgelege und das Familienmonitoring werden in TÖL und GAP von einem externen Fachkartierer übernommen. Das ist notwendig, da die zeitintensive Brachvogelsaison parallel zum Braunkehlchen verläuft. Moderne Drohnentechnik ermöglicht eine effiziente, störungsarme Ortung der Nester und gilt heute als fachlicher Standard im Wiesenbrüterschutz. - Schutz der Gelege und Familien
Der aktuelle Bestand liegt bei etwa fünf bis sieben Brutpaaren. Alle Bruten außerhalb der Kernzone sollen durch Gelegeschutzzäune vor Prädation gesichert werden. Der Aufbau der Zäune erfolgt gemeinsam mit Ehrenamtlichen, die Koordination und fachliche Anleitung übernimmt der Projektmitarbeiter. Die Finanzierung des Materials erfolgt über entsprechende Förderprogramme. - Abstimmung mit der Landwirtschaft
Zum Schutz von Nestern und Familien werden bei Bedarf kurzfristige Mahdverschiebungen vereinbart. Die Abstimmung mit den Landwirt*innen erfolgt über den Projektmitarbeiter bzw. die Gebietsbetreuung. Entschädigungen werden projektfinanziert und orientieren sich an den geltenden Vertragsnaturschutzsätzen. Langfristig soll die Bewirtschaftung über VNP-Beratung angepasst werden. - Lebensraumverbesserungen
In den Brachvogellebensräumen werden ergänzend Gehölze entfernt, um die offene Landschaft zu erhalten. In den Aktionsräumen der Familien können Seigen und Feuchtstellen angelegt oder bei Bedarf auch bewässert werden – stets in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden.
Durch diese Kombination aus Monitoring, akutem Gelegeschutz, enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und gezielter Lebensraumverbesserung wird der Große Brachvogel als besonders gefährdete Schlüsselart im Projekt gezielt unterstützt.
Damit der Schutz von Braunkehlchen und Brachvogel langfristig wirkt, braucht es neben praktischen Maßnahmen auch gute Abstimmung, Transparenz und Verständnis vor Ort. Das Maßnahmenpaket „Kommunikation“ sorgt dafür, dass alle Beteiligten informiert sind, gemeinsam handeln können – und Störungen in sensiblen Zeiten reduziert werden.
- Kick-off und regelmäßige Abstimmung
Zu Projektbeginn findet ein gemeinsamer Kick-off-Termin mit Behörden, Gebietsbetreuungen (GB) und Landschaftspflegeverbänden (LPV) statt. Im weiteren Verlauf werden Maßnahmen laufend abgestimmt, zur Projektmitte wird eine Zwischenbilanz gezogen und zum Projektende gemeinsam ausgewertet. - Kooperation mit Landwirtschaft und Jagd stärken
Ein zentraler Fokus liegt auf der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben und der Jagd. Durch persönliche Gespräche, Beratung und klare Absprachen werden Lösungen möglich, die Artenschutz und Nutzung vereinbaren – z. B. bei Mahdverschiebungen, Schonstreifen oder Gelegeschutz. - Öffentlichkeitsarbeit für Rücksicht und Akzeptanz
Über Website, Projektupdates, Medienarbeit und Veranstaltungen informiert der LBV über Ziele, Ergebnisse und „Warum“ der Maßnahmen. Das schafft Akzeptanz und hilft, Störungen während der Brutzeit zu vermeiden (z. B. durch Wegegebote, Hunde, Drohnen oder Betreten sensibler Flächen). - Wissen teilen und Mitmachen ermöglichen
Das Projekt zeigt, was wirkt – und wie man unterstützen kann: durch Hinweise aus der Bevölkerung, Teilnahme an Aktionen oder gezielte Unterstützung der Schutzarbeit.
So trägt das Kommunikationspaket dazu bei, dass Schutzmaßnahmen nicht isoliert bleiben, sondern getragen, verstanden und langfristig verankert werden.
Erfolgsmessung im Projekt - Hat es was gebracht?
Das Projekt „Braunkehlchen & gefiederte Freunde“ wird während der gesamten Laufzeit regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. In engem Austausch mit allen beteiligten Akteuren wird fortlaufend bewertet, ob die Maßnahmen wirken und wo nachgesteuert werden muss.
Laufende Erfolgskontrolle der Maßnahmen
Der Projektmitarbeiter überprüft kontinuierlich, ob Lebensraummaßnahmen angenommen werden – z. B. ob entbuschte Flächen genutzt, Feuchtstellen besiedelt oder Gelegeschutzzäune wirksam sind. Bei Bedarf werden Maßnahmen angepasst oder weiterentwickelt.
Klare Zielwerte für Lebensraum und Schutz
In geeigneten Bereichen soll sich der Bracheanteil dem Wert von 30 % annähern, und mindestens 80 % der bekannten Brutbereiche sollen durch VNP-Maßnahmen oder alternative Pflege gesichert werden. Zudem sollen Schonstreifen für mindestens 80 % der gefährdeten Brutplätze eingerichtet und Grabenstrukturen in mindestens 50 % der Schwerpunktgebiete verbessert werden – immer unter Berücksichtigung weiterer naturschutzfachlicher Vorgaben.
Schrittweise Umsetzung und Verstetigung
Konzepte wie Schonstreifen, Grabenverbesserungen und Gehölzentnahmen werden in den ersten Projektjahren erarbeitet und anschließend umgesetzt. Weitere Maßnahmen werden so vorbereitet, dass sie auch nach Projektende fortgeführt werden können.
Beratung und Akzeptanz
Jährlich werden allen Landwirte und Landwirtinnen in den betroffenen Gebieten Beratungsgespräche angeboten. Auch Jagdreviere werden eingebunden und über Möglichkeiten des Prädationsmanagements informiert.
Abschlusskartierung als Erfolgskontrolle
Im letzten Projektjahr (2029) erfolgt eine umfassende externe Kartierung der Bestände von Braunkehlchen, Brachvogel und Wiesenpieper. Dabei werden nicht nur Revierzahlen, sondern auch der Bruterfolg erfasst. Die Ergebnisse zeigen, ob die Maßnahmen zur Stabilisierung der Bestände beigetragen haben.
Langfristige Perspektive
Ziel der Projektlaufzeit ist es, den Braunkehlchenbestand auf rund 100 Brutpaare zu erhöhen (langfristig wieder über 140 Brutpaare) und den Brachvogelbestand auf 8–9 Brutpaare zu stabilisieren. Die Entwicklung soll auch über das Projektende hinaus weiter beobachtet werden.
So stellt die Projektevaluation sicher, dass der Schutz von Braunkehlchen und Brachvogel wirksam, lernend und zukunftsfähig umgesetzt wird.