Wiesenpieper

Anthus pratensi

Schnelle Fakten:

Wiesenpieper sitzt auf einem moosbewachsenen Baumstumpf | © Rosl Rößner © Rosl Rößner

Aussehen
14,5 cm, kräftig gestreiftes graubraunes Gefieder, gestrichelte Brust, lange Hinterkralle.

Vorkommen
Brutvogel in Nord- und Mitteleuropa bis Westasien, Überwinterungsgebiete im Mittelmeerraum.

Lebensraum
Offenes Feuchtgrünland mit deckungsreicher Strauchschicht.

Lebensweise
Kurz- und Mittelstreckenzieher, Ankunft Ende März, Brutzeit von Mitte April bis Ende August, zwei Jahresbruten, Bodennester, Wegzug ab Mitte August.

Nahrung
Vor allem Insekten und Spinnentiere.

Besonderheiten
Sein nach unten gleitender Singflug ähnelt einem Fallschirm.

Wiesenpieper - Unscheinbar im Fallschirmflug

Wiesenpieper sitzt auf einem flachen Stein im Gras | © Hans-Joachim Fünfstück © Hans-Joachim Fünfstück

Gleitet ein kleiner, singender Vogel mit abgespreizten Flügeln wie ein Fallschirm vom Himmel und landet auf der Wiese, ist dies höchstwahrscheinlich ein Wiesenpieper. Das unscheinbare, braune Vögelchen ist trotz seines charakteristischen Singflugs leicht zu übersehen. Ab und an ist es, wie das Braunkehlchen, auf Pfählen, kleinen Gebüschen oder Leitungen zu entdecken.

Der Wiesenpieper ist ein Brutvogel offener bis halboffener, baum- und straucharmer Landschaften in gut strukturierter, deckungsreicher Krautschicht auf Standorten mit einem hohen Grundwasserspiegel. Dies können landwirtschaftliche Nutzflächen mit hohem Grünlandanteil und feuchten Stellen sein, aber auch Moore werden gerne besiedelt.

Ende März kehrt er dann zu uns zurück und schafft es bis zum Sommer meist zwei Jahresbruten großzuziehen (Brutzeit: April- August/September). Die Gelege sind meist 4-5 Eier groß. Ab Mitte August tritt der Wiesenpieper seinen Flug nach Südeuropa oder Nordafrika an, wo er den Winter verbringt.

Bei der Nahrungssuche auf unbewachsenem Gelände oder auf natürlichen Wiesen rennt und läuft der Wiesenpieper begleitet von mit leichtem Schwanzwippen über den Boden. Neben Insekten und Spinnentieren, die der Wiesenpieper vom Boden aufsammelt, ernährt er sich in der kalten Jahreszeit auch von kleinen Sämereien. Ein besonderer Trick hilft dem Wiesenpieper, diese Winterkost gut zu verdauen: er verschluckt kleine Steinchen, mit deren Hilfe die harten Körnchen im Magen zerkleinert werden.

Gefährdung: Vom Aussterben bedroht!

EU-weit sind die Bestände des Wiesenpiepers zwischen 1990 und 2005 um ca. 50 % eingebrochen. In Deutschland gilt der Wiesenpieper als stark gefährdet und in Bayern ist er sogar vom Aussterben bedroht!

Die Gefährungsursachen liegen hauptsächlich im Verlust von geeigneten Lebensräumen. Die Intensivierung der Landwirtschaft (Entwässerung, Verbauung, Pestizideinsatz, frühe Mahdtermine, Überdüngung) und Grünlandumbruch haben zur Folge, dass den Bodenbrütern zunehmend weniger geeignete und sichere Nistplätze zur Verfügung stehen. Ebenso machen dem Wiesenbrüter unachtsame Freizeitnutzer und der Vogelfang in Überwinterungs- und Durchzugsgebieten zu schaffen.

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