Kiebitz im Knoblauchsland: Was bringt 2026 für den gefährdeten Feldvogel?
Landwirtschaft und Naturschutz arbeiten erfolgreich zusammen – Geplante Schutzmaßnahmen für die neue Brutsaison
Das Knoblauchsland bei Nürnberg ist nicht nur ein großes Gemüseanbaugebiet, sondern beherbergt mit rund 150 Brutpaaren auch einen der letzten großen lokalen Bestände des in Bayern stark gefährdeten Kiebitzes. Seit 2023 setzt sich der LBV dort mit einem umfassenden Artenschutzprojekt für den markanten Feldvogel ein. Zum Start in die vierte Brutsaison hat der Verband einen gemeinsamen Saisonauftakt mit den Landwirtinnen und Landwirten der Region veranstaltet.
Die Naturschützerinnen und Naturschützer sprachen dabei ihren Dank für die gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz aus. Denn ohne die Bereitschaft der Landwirtinnen und Landwirte, die dringenden Schutzmaßnahmen auf ihren Anbauflächen für den stark gefährdeten Feldvogel umsetzen, wäre eine Rettung dieser Art unmöglich.
Das Gemüseanbaugebiet „Knoblauchsland“ mitten im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen ist deutschlandweit ein Sonderlebensraum. Auf den kleinen Äckern mit vielen unterschiedlichen Gemüsesorten findet der Kiebitz sowohl vegetationsfreie Stellen zum Brüten als auch Deckung zum Schutz vor Fressfeinden für die frisch geschlüpften Jungvögel. „Die künstliche Bewässerung im Knoblauchsland bietet dem Kiebitz einen großen Standortvorteil. Dadurch bleiben die Böden feucht und der wasserliebende Feldvogel kann nach Insekten und Würmern stochern“, erklärt LBV-Regionalkoordinatorin Nicola Berchtenbreiter.
Naturschutz gelingt nur gemeinsam
In enger Kooperation mit den Betrieben markiert der LBV jedes Jahr bis zu 100 gefundene Nester mit dünnen Holzstecken. So können diese bei der Bewirtschaftung ausgespart werden, bis die Jungvögel sicher geschlüpft sind. „Das freiwillige Engagement der Landwirtinnen und Landwirte gibt dem bedrohten Kiebitz die Chance, auch künftig im Knoblauchsland zuhause zu sein. Der starke Rückgang der Art in Mitteleuropa zeigt, wie wichtig funktionierende Partnerschaften zwischen Landwirtschaft und Naturschutz seien“, betont Hartwig Brönner, stellvertretender LBV-Vorsitzender.
Viele Landwirtinnen und Landwirte im Knoblauchsland kennen den Kiebitz seit ihrer Kindheit und verfügen durch die langjährige Bewirtschaftung ihrer Flächen über eine besondere Ortskenntnis. Nicola Berchtenbreiter betont: “Als Zugezogene profitiere ich von diesem Wissen. Die gemeinsame Freude über erfolgreiche Schutzmaßnahmen zeigt, wie wirkungsvoll die enge Zusammenarbeit ist und dass sich der Einsatz aller Beteiligten lohnt.” Als Dankeschön für ihr Engagement erhielten die Landwirtinnen und Landwirte eine Plakette für den Schutz des Kiebitzes.
Was wird 2026 für den Kiebitz getan
Für die Saison 2026 werden die bewährten Gelegeschutzmaßnahmen fortgeführt. Zusätzlich sollen Hinweisschilder Spaziergängerinnen und Spaziergänger für die Bedürfnisse der Bodenbrüter sensibilisieren. Rücksichtnahme ist dabei entscheidend: Wege sollten nicht verlassen und Hunde vor allem in der Brutzeit angeleint werden. Auch hier ist die enge Abstimmung zwischen Landwirtschaft und Naturschutz ein wichtiger Baustein. Darüber hinaus wird sich das Projekt am Tag der offenen Tür im Knoblauchsland am 3. Mai mit einem Infostand präsentieren, um Besucherinnen und Besucher direkt vor Ort über den Kiebitzschutz zu informieren.
Das Projekt „Kiebitzschutz im Knoblauchsland“ wird durch die Regierung von Mittelfranken, das Umweltamt Nürnberg und die LBV-Kreisgruppe Nürnberg unterstützt.