Großer Brachvogel in einer Wiese | © Frank Derer © Frank Derer

LBV zeichnet engagierte Landwirte für aktiven Vogelschutz aus - Jetzt bewerben!

Herausragende Leistungen für seltenen Feldvogel

Eine Plakette des LBV zeigt Brachvögel in einer Wiesenlandschaft, die den Schutz dieser Vogelart fördert.

Der Brachvogel zählt zu den Sorgenkindern des Naturschutzes: Die Trockenlegung von Mooren und Feuchtgebieten sowie die intensive Düngung der Wiesen haben den Großvogel mit dem langen, gebogenen Schnabel in Bayern an den Rand des Aussterbens gebracht. Damit der Brachvogel in Bayern eine Zukunft hat, braucht es engagierte Landwirtinnen und Landwirte.

Der LBV zeichnet deshalb landwirtschaftliche Betriebe aus, die bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen besondere Rücksicht auf die Art nehmen. „Wir wollen uns mit dieser Auszeichnung bei Landwirtinnen und Landwirten bedanken, die sich für bedrohte Arten wie den Brachvogel einsetzen. Diese engagierten Betriebe sind unverzichtbar für den Erhalt der Artenvielfalt in der Kulturlandschaft“, erklärt Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV.

Alle teilnehmenden Betriebe erhalten als Dankeschön eine Plakette mit einem Brachvogel-Motiv und der Anerkennung des LBV. Sie kann am Hofeingang oder an Betriebsgebäuden angebracht werden und zeigt Kunden, Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen das Engagement für den Artenschutz. Besonders engagierte Betriebe werden zudem im Oktober bei einem Festakt geehrt. Unterstützt wird die Initiative von der Stiftung Bayerisches Naturerbe.

Bewerbung per Online-Formular hier

Wer sich für eine Auszeichnung bewerben will, muss lediglich einige Fragen zu durchgeführten Maßnahmen beantworten. Dabei geht es zum Beispiel darum, ob Brachvogel-Gelege bereits geschützt, Frühmahdstreifen oder feuchte Stellen angelegt werden, die die Küken gerne nutzen. Wir bewerten es darüber hinaus positiv, wenn landwirtschaftliche Betriebe mit dem Naturschutz zusammenarbeiten – sei es mit Behörden, Verbänden oder ehrenamtlichen Wiesenbrüterberatern und -beraterinnen. Auch wer seine Maßnahmen aktiv in der Öffentlichkeit kommuniziert, zeigt vorbildliches Engagement.

Landwirtschaftliche Betriebe könne sich bis zum 30. Juni 2026 über das Formular online bewerben. Bei Rückfragen können sich interessierte Betriebe an den LBV-Landwirtschaftsreferenten Matthias Luy per E-Mail an

Auszeichnung: Schutzmaßnahmen, Videos und Veranstaltung für den Kiebitz 2024 und 2025

In den Jahren 2024 und 2025 stand der Kiebitz im Fokus. Für diesen besonderen Einsatz hat der LBV landwirtschaftliche Betriebe aus Oberbayern, Mittelfranken, Schwaben und Niederbayern ausgezeichnet. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige der Schutzmaßnahmen der Landwirte vor.

Diese Landwirte und Landwirtinnen wurden 2025 ausgezeichnet

Diese Landwirte und Landwirtinnen wurden 2024 ausgezeichnet

Finden der Gelege

In vielen Stunden Beobachtung stellen ehrenamtliche Kiebitzschützerinnen und Kiebitzschützer aus der Ferne fest, wo die Kiebitze ihre Nester anlegen und die gut getarnten Eier ablegen. Einfacher haben es aufmerksame Landwirte, die hoch oben vom Traktor aus die brütenden Weibchen erkennen können.

Kiebitze bauen ihr einfaches Nest immer auf nacktem Erdboden und legen dort eine Mulde an. Da intensiv bewirtschaftete Wiesen heutzutage kaum mehr offene Bodenstellen aufweisen, brüten Kiebitze nur noch selten im Grünland. Stattdessen sind sie häufig auf Sommerungen wie Mais ausgewichen, die zum Brutbeginn im März vegetationslos sind.

Ausstecken und Umfahren der Gelege

Landwirt Gerhard Pröbstl schaut selber immer nach den Kiebitzen und hat von sich aus mehrere Äcker umgebrochen, damit die Kiebitze im März Brutflächen finden konnten. 13 Brutpaare (!) haben sich auf seinen Äckern eingefunden. Pröbstl achtet stets auf die markierten Gelege, lässt die Untere Naturschutzbehörde mit Ehrenamtlichen Zäune bauen und gibt vor der Bewirtschaftung seiner Flächen rechtzeitig Bescheid, damit die Kiebitzschützerinnen auf den Äckern und Wiesen schauen können, ob Gefahr für Küken besteht und diese ggfs. bergen können. Er hat zum Schutz der brütenden Kiebitze den Maisanbau verzögert und erhält dafür Förderung über die Landschaftspflege-Richtlinie.

GPS-Markierung

Landwirt Christian Matthesius aus Langerringen (Landkreis Augsburg) nutzt die GPS-Lenkung seines Traktors, um die Flächen, die von Kiebitzen angeflogen werden und die Nester bzw Altvögel mit gps-Koordinaten den Mitarbeitern des LBV zu melden. Bei ihm brüten die Kiebitze auch auf einem Ackerbohnen-Acker. Auf dem Bild ist ein Altvogel und eine Reihe weiter rechts ein Küken zu sehen.

Auf einem Acker in Aiterhofen von Landwirt Gerhard Krinner entdeckte Kiebitz-Nester, die im gps-System gespeichert und den Mitarbeitern des LBV gemeldet sind. Krinner spricht dankenswerterweise auch Berufskollegen darauf an, Nester zu markieren und bei der Bearbeitung auszusparen.

Elektrozäunung

Landwirt Josef Kain hat in Pfaffing (Lkr. Rosenheim) ein brach liegendes „Kiebitzfenster“ für den Kiebitz angelegt und mit vier Litzen, die unter Strom stehen, vor räuberischen Säugetieren geschützt.

Auch Landwirt Thomas Thurnhuber hat auf seinem Maisacker ein Kiebitz-Nest mit einem unter Spannung stehenden Litzenzaun eingezäunt

Kurzfristige Gelegeabdeckung

Hopfenbauer Bernhard Weichenrieder aus Wolnzach wendet eine originelle Methode an, um die Gelege des Kiebitz zu schützen: Vor der Bodenbearbeitung deckt er das Nest kurzzeitig mit einem Pflanzenschutz-Schutzanzug ab, um das Gelege bei der Bewirtschaftung zu umfahren.

Ackerbrachen
Ackerbrache für Kiebitze | © Vitus Hörfurter © Vitus Hörfurter
Landwirt Vitus Hörfurter hat als „Kiebitzfenster“ eine 0,57 ha große Ackerbrache angelegt, die sehr gerne von Kiebitzen angenommen wird. Die Ackerbrache wird von der Unteren Naturschutzbehörde Rosenheim jährlich über die Landschaftspflege-Richtlinie gefördert.

Landwirt Vitus Hörfurter hat als „Kiebitzfenster“ eine 0,57 ha große Ackerbrache angelegt, die sehr gerne von Kiebitzen angenommen wird. Die Ackerbrache wird von der Unteren Naturschutzbehörde Rosenheim jährlich über die Landschaftspflege-Richtlinie gefördert.

Von Landwirt Sepp Baumann angelegte Ackerbrache, die mit einem Elektrozaun umzäunt ist. Die Gelege und Küken der Kiebitze sind so vor Prädatoren wie Fuchs und Wiesel geschützt.

Landwirt Josef Kain hat für die Kiebitze einen Acker als Brache mit verzögertem Maisanbau angelegt und zum Schutz vor Prädatoren weiträumig umzäunt. Rechts im Bild ist zu sehen, dass er bei einem Teil der Brache den Boden offen gehalten hat, um den Küken die Nahrungssuche zu erleichtern.

Das Bild zeigt einen Maisacker mit verspäteter Maisaussaat (nach dem 20. Mai). In der hinteren Bildhälfte hat Landwirt Vitus Hörfurter vor Brutbeginn eine Ackerbrache angelegt, die von den Kiebitzen als Brutfläche angenommen wurde

Seigen, flache Mulden und Nassstellen

Landwirt Gerhard Pröbstl hat in seiner Wiese durch den Landschaftspflegeverband eine Seige anlegen lassen, damit die Kiebitze Wasser und stocherfähigen Boden finden. In Trockenzeiten haben er und seine Söhne immer auf Bitte der Unteren Naturschutzbehörde hin sofort mit dem Güllefass Wasser für die Kiebitzküken an viele Stellen im Kiebitzgebiet gefahren. Er hat außerdem am Rand der Wiese einen Streifen ungemäht stehen lassen als Deckung für die Kiebitze.

Landwirt Thomas Thurnhuber spart in Gmain eine kleine Seige in einer Wiese, die sehr beliebt bei den Kiebitzen ist, bei der Bewirtschaftung aus.

Wasserpfützen auf der unbefestigten Hofeinfahrt von Landwirt Sepp Baumann werden von den Kiebitz-Küken zur Nahrungssuche aufgesucht.

Information und Aufklärung

Die Flächen von Landwirt Jürgen Hummel befinden sich im Wiesenbrütergebiet bei Lamerdingen. Das Schild erläutert die Veränderung der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten und die heutigen Maßnahmen zum Schutz der selten gewordenen Wiesenbrüter, an denen Landwirt Hummel engagiert mitwirkt.

Kiebitzschutz auf dem Feld - So geht's!

Drei der ausgezeichneten Landwirte durften wir 2024 und 2025 bei ihrem Einsatz für den Kiebitz begleiten. Viel Spaß beim anschauen!

Unterstützt wird die Initiative von der Post Code Lotterie.

Deutsche Postcode Lotterie

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