Für mehr Vielfalt in Bayerns Wäldern

Erfolgreiches Vertragsnaturschutzprogramm unterstützt Waldbesitzende bei mehr Naturschutz im Wald

Die bayerischen Wälder sind seit Jahrhunderten geprägt durch menschliche Nutzung. Zugleich sind sie Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz und als Wasserspeicher. Das Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) Wald schafft für freiwillige Naturschutzmaßnahmen einen finanziellen Ausgleich und honoriert so eine multifunktionale Waldbewirtschaftung, die über gesetzliche Anforderungen hinaus Lebensräume und Strukturvielfalt in den Wäldern erhält. In einem Waldstück in Landkreis Ebersberg haben sich die Bayerische Staatsministerin für Forsten, Michaela Kaniber, und der Staatsminister für Umwelt, Thorsten Glauber, gemeinsam mit Vertretern des LBV und des Bayerischen Waldbesitzerverbands von den positiven Auswirkungen solcher Maßnahmen auf die Biodiversität überzeugt.

Biotop-Baum | © Franziska Wenger © Franziska Wenger
Die bayerischen Wälder sind Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, gleichzeitig Wasserspeicher und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz.

Auf der besuchten Fläche hat der Waldbesitzer zusammen mit der Waldbesitzervereinigung Ebersberg/München-Ost mehrere Biotopbäume mit Totholz und Baumhöhlen Lebensraum für Vögel, Fledermäuse und Insekten erhalten und stellt gleichzeitig die vielfältigen Leistungen des Waldes für die Gesellschaft sicher.

Die bayerischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer stehen täglich vor der Herausforderung, ökologische, soziale und betriebswirtschaftliche Ziele in Einklang zu bringen. Über das VNP Wald werden freiwillige Natur- und Artenschutzmaßnahmen im Privat- und Körperschaftswald, die über die gesetzlichen Standards hinaus gehen, finanziell gefördert. Dadurch können ökologisch wertvolle Flächen und naturschutzfachlich bedeutsame Strukturelemente erhalten, entwickelt und geschützt werden.

VNP Wald als Erfolgsmodell

Vertreter des LBV und des Bayerischen Waldbesitzerverbands trafen sich vor Ort mit Michaela Kaniber und Thorsten Glauber im Landkreis Ebersberg. | © Franziska Wenger © Franziska Wenger
Vertreter des LBV und des Bayerischen Waldbesitzerverbands trafen sich vor Ort mit Michaela Kaniber und Thorsten Glauber im Landkreis Ebersberg.

„Die bayerischen Waldbesitzer berücksichtigen bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder viele Funktionen. Darunter auch den Natur- und Artenschutz. Das VNP Wald ist ein wichtiger Baustein bei der finanziellen Honorierung dieser freiwilligen Maßnahmen. Über die Jahre hinweg hat es sich zu einem Erfolgsmodell des sogenannten Bayerischen Wegs mit Freiwilligkeit vor Ordnungsrecht entwickelt und sollte Vorbild für ganz Deutschland sein“, so der Präsident der Bayerischen Waldbesitzer, Bernhard Breitsameter.

„Biotopbäume, Altholzinseln und Totholz stecken voller Leben. Diese Vielfalt in unseren heimischen Wäldern müssen wir für zukünftige Generationen sichern“, erklärt Dr. Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender. Vielfältige Wälder sind zugleich anpassungsfähiger gegenüber den großen Veränderungen, die der Klimawandel mit sich bringt.

„Der Schutz artenreicher Waldökosysteme ist auch ein Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlage. Hier besteht dringender Handlungsbedarf – die Beratung und finanzielle Förderung im Rahmen des VNP Wald muss erhöht werden“, meint Schäffer weiter. „Das von der Bayerischen Staatsregierung bevorzugte Prinzip der Freiwilligkeit funktioniert nur bei einer entsprechenden finanziellen Ausstattung der Förderprogramme.“

Einen großen Dank geht an die beiden Ministerien, die gemeinsam das VNP Wald verantworten. Entscheidend für den Erfolg ist der Einsatz der Försterinnen und Förster der Bayerischen Forstverwaltung und deren Beratung der Waldbesitzenden. LBV und Waldbesitzerverband fordern, das VNP Wald weiter zu stärken und halten es für sinnvoll, bereits teilnehmenden Waldbesitzenden die Fortführung der Förderung anzubieten, so dass auch nach Ende der Förderperiode der Erhalt wichtiger Strukturelemente, wie Biotopbäume und Totholz, weiterhin finanziell unterstützt wird.

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