Ortolan Brutsaison 2020 in Bayern
Ein stiller Frühling
In dieser Brutsaison wurde ein neuerlicher deutlicher Einbruch der Ortolan-Bestände festgestellt. Nach dem starken Rückgang im Jahr 2016 auf 75 Reviere hatte sich die Anzahl in den letzten drei Jahren auf 88 Reviere erhöht. Aber mit nur mehr 77 singenden Männchen wurde in diesem Jahr nun der drittniedrigste Wert in 15 Jahren des Bestandsmonitorings erfasst. Die Bestandszahlen liegen damit deutlich unter den bisherigen Höchstständen von je 104 Revieren in den Jahren 2011 und 2013 und unter dem Durchschnitt seit Beginn des AHP im Jahr 2006. Die Bewertung dieser Brutergebnisse ist schwierig, da wegen der geringen Singfreudigkeit der Männchen in dieser Saison und der dadurch ungünstigen Erfassungsbedingungen auch unsicher ist, ob der dokumentierte Rückgang real ist.
Auf einzelnen Flächen wurde die Erfassungsintensität sogar erhöht, um ein mögliches „Übersehen“ der Ortolane auszuschließen; trotzdem blieben die Ergebnisse unter Vorjahresniveau. Das ist zumindest ein Indiz dafür, dass es sich dabei nicht um ein Artefakt, sondern um einen realen Rückgang handelt. Dass zudem in diesem Jahr die Witterungs- und somit auch die Brutbedingungen zwar lokal recht unterschiedlich, aber zumindest phasenweise und regional ungünstig waren, lässt wenig Gutes für die Bestandsentwicklung im nächsten Jahr erwarten.
von AHP Ortolan,