Ortolan Brutsaison 2017 in Bayern

Die fränkischen Ortolanbestände nahmen nicht weiter ab

Ortolan am Boden auf der Suche nach Nahrung. Ortolane fressen vor allem Insekten, Raupen, Samen und Keimlinge. | © Hans-Joachim Fünfstück © Hans-Joachim Fünfstück
Ortolane suchen den Großteil ihrer Nahrung am offenen Boden: Insekten, Raupen, Samen und Keimlinge.

Im letzten Jahr 2016 musste bedauerlicherweise ein Rückgang der fränkischen Ortolan-Reviere um 21% festgestellt werden. Außerdem wurden die klimatischen Bedingungen während der Brutzeit in 2016 als sehr ungünstig eingeschätzt, was einen negativen Einfluss auf den Bruterfolg und damit auch die Bestandszahlen der darauffolgenden Brutsaison haben kann. Deshalb wurde befürchtet, dass wir in 2017 einen weiteren Rückgang erleben würden.

Wir stellten daher mit einer gewissen Erleichterung fest, dass (über alle Probeflächen gemittelt) die dokumentierte Anzahl von 75 auf 80 singende Männchen zunahm (ein leichtes Plus von 6%;). Dennoch liegt dieser Bestand –mit Ausnahme des niedrigen Ergebnisses von 2016- unter dem der letzten acht Jahre und gibt immer noch Anlass zur Sorge. Die Ergebnisse der Bestandszählungen der letzten Jahre sind im Diagramm unten zu sehen. Hier sind die durch singende Männchen angezeigten Reviere zusammengefasst. Die unterschiedlichen Farben kennzeichnen die bisher untersuchten Landkreise: Schweinfurt (SW), Kitzingen, (KT) und Würzburg (Wü).

Diese Grafik zeigt die schwankende Entwicklung der Anzahl von singenden Männchen in den Landkreisen Schweinfurt, Kitzingen und Würzburg | © LBV © LBV
Entwicklung der Anzahl von singenden Männchen in den Landkreisen Schweinfurt, Kitzingen und Würzburg

Dieses Jahr wurde der Ortolan-Bestand Frankens in zehn Probeflächen kartiert – zwei Probeflächen in den Landkreisen Neustadt a.d. Aisch und Kitzingen kamen neu hinzu, da dort bei der flächendeckenden Kartierung 2015 eine beachtliche Anzahl von Ortolan-Revieren erfasst wurde. Die Ergebnisse dieser Zählungen werden erst nach einigen Jahren Rückschlüsse auf die dortige Bestandsentwicklung zu lassen und sind deshalb in den oben genannten Auswertungen noch nicht enthalten.

Dank der hervorragenden Kooperationsbereitschaft der fränkischen Landwirte werden jedes Jahr viele Maßnahmen zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Ammernart in der Agrarlandschaft umgesetzt. 2017 legten 60 Landwirte auf ganzen 195 Flächen Schutzmaßnahmen mit einer Gesamtfläche von 57,48 ha an. Damit konnten erneut etwas mehr Einzelmaßnahmen vermittelt werden als im Vorjahr. 

Ab 2018 werden erstmals auch im Landkreis Neustadt a.d. Aisch Ortolan-Maßnahmen umgesetzt werden, um die dortige Population zu unterstützen.

Direkt am Wald wird Wintergetreide neben einem Maisacker angebaut und damit eine Brutfläche für den Ortolan geschaffen. | © Norma Rudat © Norma Rudat
Anbau von Wintergetreide neben einem Maisacker in Singwarten-Nähe: Potentielle Brutflächen für den Ortolan

von AHP Ortolan,

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