Ortolan Brutsaison 2016 in Bayern

Rückgang der Ortolan-Population

Ortolan auf Zweig | ©  Frank Derer © Frank Derer

Im Jahr 2015 hatte sowohl der Bestand in den Probeflächen als auch das gesamt-bayerische Vorkommen zugenommen. 2016 musste hingegen in den Probeflächen ein Rückgang um 21% festgestellt werden. Derartige Schwankungen sind in Kleinvogel-Populationen, insbesondere bei Zugvögeln, durchaus normal. Dennoch verdeutlicht dies, dass die Gefahr des Aussterbens für den Ortolan nach wie vor gegenwärtiger ist, als man sich nach den erfreulichen Ergebnissen der flächendeckenden Kartierung in 2015 – mit einem Zuwachs von 178 auf 241 Reviere seit 2009 – erhofft hatte: Bei dem aktuellen geringen Ortolanbestand drohen bereits einige wenige Jahre mit schlechtem Bruterfolg die gesamte Population auszulöschen.

Wetterbedingungen auf Zug als Ursache vermutet

Zudem überrascht dieser doch beachtliche Rückgang in 2016 auch deshalb, weil im vergangenen Jahr die klimatischen Bedingungen während der Brutzeit und Jungenaufzucht als günstig eingeschätzt wurden. Ein Einbruch in der Reproduktion im Vorjahr ist daher als Ursache für die aktuellen Bestandsrückgänge weitgehend auszuschließen. Das wiederum lässt vermuten, dass die Wetterbedingungen auf dem Zug eine mindestens ebenso entscheidende Rolle spielen. Die in jüngster Zeit durch Geologger gewonnenen Daten belegen eine starke Synchronisierung des Zuges und stützen damit die Annahme, dass die plötzliche Aufgabe ganzer Vorkommensgebiete auf den gleichzeitigen Verlust synchron ziehender Trupps aus diesen Gebieten zurückzuführen sein könnte.

von AHP Ortolan,

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