Ortolan Brutsaison 2014
Befürchteter starke Einbruch des Brutbestands bleibt aus
Für das Jahr 2014 befürchteten wir einen starken Rückgang der Population des Ortolans in Bayern: Im Vorjahr regnete es außergewöhnlich viel - und dies gerade während der Zeit, in der die kleinen, empfindlichen Ortolan-Küken in den Nestern saßen. So wurden im Jahr 2013 sicherlich nur wenige Bruten flügge.
Dennoch blieb im Jahr 2014 der erwartete deutliche Rückgang der Population aus: Gegenüber dem Vorjahr hat der Bestand in den LBV-Probeflächen nur um circa ein Zehntel abgenommen. Eine große Erleichterung für die Ortolan-Schützer des LBV, denn die bayerische Population steht ja immer noch am Rande des Aussterbens.
Besonders erfreulich ist, dass in diesem Jahr die Witterung in der sensiblen Küken- und Nestlingsphase sehr trocken war. Das gibt Anlass zur Hoffnung, dass dieses Jahr wieder viele junge Ortolane ausfliegen konnten und so die Verluste des Vorjahres etwas ausgeglichen wurden.
180 Äcker für den Ortolan: Landwirte im Einsatz
Es ist nicht einfach, den Ortolan in Bayern vor dem Verschwinden zu retten. Zahlreiche Landwirte in Mainfranken beteiligen sich am umfangreichen Schutz-Programm des LBV: Im Jahr 2014 führten sie auf 180 ausgewählten Ackerflächen eine ganz spezielle, ortolangerechte Bewirtschaftung durch. Dazu zählte insbesondere die dünne Ansaat des Getreides, das Anlegen von Blüh- und Kartoffelstreifen und der Verzicht auf Dünge- und Spritzmittel.
Einige Landwirte konnten diesjahr erstmals einen Ortolan eingehender beobachten und seinen melodischen Gesang wahrnehmen: Ortolan-Exkursionen des LBV boten hierzu eine optimale Gelegenheit. Besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Ortolan-Erfassern Harald Vorberg und Karl und Helene Günzel, die eine mit knapp 30 Teilnehmern sehr gut besuchte Führung bei Grettstadt veranstalteten.
von AHP Ortolan,