Welttag der Umweltbildung: LBV warnt vor Folgen stagnierender Fördermittel

LBV-Umweltstationen in Bayern leisten unverzichtbare Bildungsarbeit

Der 26. Januar steht weltweit im Zeichen der Umweltbildung: Als World Environmental Education Day (Welttag der Umweltbildung) rückt er die pädagogische Auseinandersetzung mit Umwelt- und Zukunftsfragen in den Fokus. In Bayern zählt der LBV zu den zentralen Akteuren der Umweltbildungsszene. Mit elf anerkannten Umweltstationen und 25 Mitarbeitenden vermittelt der Verband Themen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), wie beispielsweise Klimawandel und Biodiversität. Doch knappe Fördermittel gefährden diese wertvolle, außerschulische Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche. „Wir brauchen eine gute finanzielle Grundlage, damit unsere wichtige Bildungsarbeit alle Menschen erreichen kann. Unsere Inhalte sind die Grundlage für eine nachhaltige Zukunft und keiner sollte durch hohe Teilnahmekosten davon ausgeschlossen werden“, betont de

Umweltstation Rothsee | © L. Hauselt © L. Hauselt
Die LBV-Umweltstation Rothsee ist eine von insgesamt elf Umweltstationen des LBV.

Die LBV-Umweltstationen werden jährlich von rund 100.000 Menschen besucht, die an Bildungsprogrammen und Seminaren teilnehmen, Projekttage und Ausstellungen besuchen oder die vielseitigen Außengelände erforschen. Vor allem Schülerinnen und Schüler profitieren von dieser Ergänzung des Unterrichts durch praxisnahe Erfahrungen, die sowohl kritisches Denken fördern als auch die Handlungskompetenz steigern. „Das Verständnis über die Zusammenhänge in der Natur erfährt man am besten in der Natur selbst. Unsere Umweltstationen bieten den Raum und die pädagogische Qualität für ganzheitliche Zugänge zu Natur und Nachhaltigkeit“, erklärt Magdalena Buckreus, Leiterin des Referats Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Die inklusiven, chancengerechten und ganzheitlichen Bildungsangebote des LBV befähigen Zielgruppen jeden Alters, eine zukunftsfähige Welt mitgestalten zu können.

Umweltbildung mit Kindern | © Monika Schirutschke © Monika Schirutschke
Auf Entdeckungstour: Kinder lernen dank den Umweltstationen beispielweise heimische Arten kenne.

Die Bildungsarbeit des LBV wird vom Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz finanziell unterstützt. Ziel des Freistaats Bayern ist es, durch mindestens eine Umweltstation in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein flächendeckendes Netz von Einrichtungen der BNE zu etablieren. Dafür erkennt er seit 1990 Umweltstationen staatlich an und vergibt an diese Fördergelder. Aktuell deckt die jährliche Grundförderung jedoch nur ein Viertel der anfallenden Kosten, beispielsweise für qualifizierte, pädagogische Fachkräfte, Materialkosten und den Unterhalt der Station. „Auch in unseren Bildungseinrichtungen spüren wir die Auswirkungen der Inflation. Eine höhere Förderung würde unseren Umweltstationen mehr Planungssicherheit geben. Vor allem könnten wir so sicherstellen, dass alle Kinder kostenfreien Zugang zu Bildung für nachhaltige Entwicklung erhalten“, sagt Buckreus.

Kind mit Beckerlupe | © Monika Schirutschke © Monika Schirutschke
Schon für die Jüngsten leistet die Umweltbildung des LBV einen wertvollen Beitrag.

Mit der bestehenden Höhe der Förderung pro Umweltstation ist das Ziel einer flächendeckenden hochwertigen Bildung für nachhaltige Entwicklung zukünftig nicht zu gewährleisten. Dabei nehmen die Umweltstationen in der regionalen sowie bayernweiten Bildungslandschaft eine zentrale Rolle in der außerschulischen BNE und Umweltbildung ein. „Wenn wir wollen, dass Nachhaltigkeit mehr ist als ein schönes Wort, müssen wir Umweltbildung und BNE konsequent stärken – mit verlässlicher Finanzierung, politischem Rückhalt und gesellschaftlicher Wertschätzung. Denn nur wer versteht, handelt. Und nur wer handelt, gestaltet Zukunft“, bekräftigt Magdalena Buckreus.

Rolle der Umweltstationen

Bereits seit 1995 ist der LBV Träger von Umweltstationen. Diese Bildungseinrichtungen bringen Fachwissen und innovative Methoden ein, die Schulen allein nicht leisten können. Zudem schaffen sie emotionale Bindung zur Natur und motivieren durch erlebnisorientiertes Lernen. Durch ihre Netzwerke mit Kommunen, Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungsakteuren stärken sie regionale Bildungslandschaften und tragen entscheidend dazu bei, Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zu verankern und die Agenda 2030 der Vereinten Nationen umzusetzen. Eine Übersicht aller LBV-Umweltstationen in Bayern findet sich unter http://lbv.de/umweltstationen

Umweltbildung im LBV

Seit 40 Jahren betreibt der bayerische Naturschutzverband LBV Umweltbildung sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung und nimmt dabei bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das generationenübergreifende Bildungsangebot des LBV richtet sich an Kitas, Schulen, Familien und Seniorenheime. Während der LBV in seinen 17 bayernweiten Umweltbildungseinrichtungen jährlich über 130.000 Besucherinnen und Besucher begeistert, bietet das digitale Umweltbildungsprojekt „Naturschwärmer“ online zahlreiche, nachhaltige Aktionsideen für Familien. Kitas und Schulen können sich um die Auszeichnungen „ÖkoKids - KindertageseinRICHTUNG NACHHALTIGKEIT“ bzw. „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ bewerben. Die vielfältigen LBV-Bildungsprogramme vermitteln zukunftsrelevante Kompetenzen und Werte und leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Die Umweltbildung des LBV ist mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Qualitätssiegel „Qualitätsnetzwerk BNE in Bayern“ und als Lernort und Netzwerk der deutschen UNESCO-Kommission.

Zurück

© Frank Derer, LBV-Bildarchiv

Wir kaufen wertvolle Biotope und schützen dadurch Lebensräume und seltene Tierarten. Unterstützen Sie uns!

Alle Nachrichten zum Naturschutz in Bayern