Für die Zugvögel: Bringt die Dunkelheit der Nacht zurück

LBV unterstützt die Earth Night am 11. September – Vogelwelt wird stark von künstlichem Licht beeinflusst

Der Vogelzug ist bereits in vollem Gange. Vielerorts lassen sich derzeit große Schwärme von Vögeln beobachten, die sich sammeln, bevor sie ihre lange Reise in den Süden antreten. Ein großer Teil des Zuggeschehens bleibt für uns Menschen jedoch unsichtbar, denn viele Arten ziehen nachts. „Hell erleuchtete Städte oder beleuchtete Bauten in der Landschaft können nicht nur den Hormonhaushalt, sondern auch das natürliche Orientierungssystem unserer Zugvögel stören“, sagt LBV-Biologin Lisa Gill. Um auf das Thema Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen, unterstützen wir die Aktion Earth Night der „Paten der Nacht“. Der Zusammenschluss von ehrenamtlich Aktiven zur Eindämmung der Lichtverschmutzung ruft am 11. September ab 22 Uhr zum sechsten Mal bundesweit dazu auf, das Licht für eine ganze Nacht auszuknipsen.

Drei Kraniche im Flug bei Sonnenuntergang, zwei sind im Hintergrund etwas kleiner abgebildet, sie fliegen nach links. | © Rosl Roessner © Rosl Roessner
Viele Zugvögel, wie z.B. Kraniche, ziehen in der Nacht und werden durch zu viel Lichtverschmutzung gestört

Störungen durch Lichtverschmutzung kostet wertvolle Energie

Toter Erlenzeisig vor einem Fenster | © Peter Bria © Peter Bria
Bei schlechter Sicht steigt die Gefahr zusätzlich: Licht kann die Vögel anlocken und sie in die Nähe von Gebäuden bringen, wo Kollisionen bzw. Vogelschlag drohen.

Damit sie ihren Weg auch in der Dunkelheit finden, orientieren sich viele Zugvögel unter anderem am Sternenhimmel oder dem Erdmagnetfeld. Studien zeigen, dass Lichtverschmutzung das Flugverhalten nachts ziehender Vögel beeinflussen kann. So können besonders helle Lichtquellen dazu führen, dass Zugvögel ihre Flugrouten verlassen, um die Lichtquellen kreisen oder sich an stark beleuchteten Orten sammeln. „Auf dem Vogelzug müssen die Tiere mit ihren Kräften haushalten. Wenn künstliches Licht sie von ihrem Weg abbringt oder sie unnötig lange umherfliegen, kostet sie das wertvolle Energie“, erklärt Lisa Gill.

Gefahr durch Vogelschlag erhöht

Bei schlechter Sicht steigt die Gefahr zusätzlich: Licht kann die Vögel anlocken und sie in die Nähe von Gebäuden bringen, wo Kollisionen drohen. Besonders problematisch sind helle Gebäude, Brücken oder andere starke Lichtquellen.

Auch für Arten, die die Wintermonate in Bayern verbringen, kann künstliches Licht zum Problem werden: Durch das künstliche Licht kann der Hormonhaushalt der Tiere durcheinandergeraten, so dass sich ihr Verhalten und ihre natürlichen Aktivitäts- und Ruhephasen verschieben.

Selbst aktiv werden und Licht aus: Mitmachen bei der Earth Night am 11. September

Die Milchstraße leuchtet über den Bergen, man sieht schwarze Baum und Bergsilhouetten | © Dr. Olaf Broders © Dr. Olaf Broders
Je weniger Lichtverschmutzung, desto mehr Sterne können auch beobachtet werden. Auch die Milchstraße ist mancherorts sichtbar.

Die Earth Night am 11. September ist eine gute Gelegenheit, sich bewusst anzuschauen, wo auf Licht in der Nacht verzichtet werden kann. Während Privatpersonen bereits durch das Ausschalten der Außenbeleuchtung am Haus und das Schließen der Jalousien oder Vorhänge viel bewirken können, sind insbesondere Gewerbetreibende dazu aufgerufen, nachts die Werbebeleuchtung abzuschalten.

Auch ganze Gemeinden können mitmachen. Im letzten Jahr waren neben zahlreichen Gemeinden und kleineren Städten auch schon mehrere Großstädte dabei. In Bayern haben beispielsweise Nürnberg und München auf Objekt- und Gebäude-Anstrahlungen verzichtet. Manche Gemeinden verzichteten sogar auf die gesamte Straßenbeleuchtung. „Das hilft nicht nur den Vögeln, sondern lässt auch uns Menschen wieder erleben, wie eine natürliche Nacht aussehen kann – inklusive faszinierenden Sternenhimmel“, weiß Lisa Gill vom LBV.

Weitere Infos finden Sie bei den Paten der Nacht

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