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Fotos: Birgit Helbig (4), Dr. Eberhard Pfeuffer, LBV-Archiv
strate, wie z. B. Mineralschotter oder Split, angereichert nur
mit etwas Sand, Lehm und kleinen Mengen Kompost. Dies
entspricht am ehesten ihren Lebensumständen am Wildstand-
ort, wo sie mitunter auf magersten Kalkböden, blankem Fels
oder Geröllhalden wachsen können.
Trockenmauern und Steingärten bieten jedoch nicht nur für
unsere Steingartenpflanzen einen idealen Lebensraum. Aller-
lei nützliche Tiere fühlen sich hier wohl, etwa Zauneidechsen
oder Käfer, welche die wärmespeichernden Steine schätzen
und in tiefen Ritzen ideale Versteckmöglichkeiten finden.
Hanggrundstücke oder Böschungen lassen sich mit Natur-
steinmauern ideal terrassieren und befestigen. Dazu sind je-
doch nicht teure, aus aller Welt unter großem Energieaufwand
importierte Steine nötig, welche der Fachhandel in großer
Auswahl anpreist.
Regionale Baustoffe
Recycling und Regionalität sind auch hier hervorragend um-
setzbar, sparen Geld und Ressourcen. Gibt es in Ihrer Nähe
einen Steinbruch? Dann passt das dort gewonnene Material
sicher auch gut zu Ihrem Garten und der heimischen Vegetati-
on. Oder wird in der Nähe ein altes Haus oder ein historischer
Keller abgerissen? Hier kann man manchmal wahre Schätze
finden. Oft sind die Besitzer froh, die Entsorgungskosten zu
sparen. Abbruchmaterial muss jedoch genau kontrolliert wer-
den, damit keine neuzeitlichen Schadstoffe wie Asbestreste
enthalten sind. Recyclingschotter kann im Gartenbau eben-
falls sehr gut eingesetzt werden. Auch hier sollte man sich das
Material vorher ansehen, damit keine Asphaltreste oder an-
dere unerwünschten Fremdmaterialien enthalten sind. Selbst
alte Dachziegel, Betonsteine oder Gehwegplatten lassen sich
mit Kreativität und Phantasie zu attraktiven Gartenelementen
BIRGIT HELBIG
Dipl.-Designerin (FH)
Landesgeschäftsstelle
Hilpoltstein
E-Mail:
b-helbig@lbv.deund Lebensräumen arrangieren. Mit etwas Glück findet man
noch alte, gebrannte Tonmauerziegel, die sich vielfältig für
Mauern und Wege verwenden lassen. Verwenden Sie regio-
nal vorkommendes Material, welches man im Herbst manch-
mal direkt von Landwirten ab Feld bekommen kann. Je nach
Wohnort können dies unterschiedlichste Gesteine sein. Die
Vielfalt ist groß, zum Beispiel Sandsteine, Jurakalk oder Kon-
glomeratgestein. Steinhaufen aus der Natur sind aber tabu,
hier könnten bereits wertvolle Lebensräume entstanden sein.
Angepasste Pflanzenauswahl
Um erfolgreich zu sein, müssen Sie jedoch auf die Zusam-
mensetzung der Steine bei der Pflanzenauswahl Rücksicht
nehmen. So gibt es viele kalkliebende, aber auch kalkmei-
dende Arten. Lassen Sie sich daher beim Pflanzenkauf von
einem kompetenten Staudengärtner beraten oder informieren
Sie sich im Internet. Viele heimische Pflanzen lieben magere,
sonnige Standorte. Orangerotes Habichtkraut oder Gemeiner
Natternkopf, Heidenelke oder Edelgamander und die ver-
schiedenen Königskerzen wachsen hier ausgezeichnet und
bereichern jeden Garten als attraktive Blütenpflanzen und In-
sektenweiden. Zwiebelblüher sorgen für eine
üppige Frühjahrs-, Bergastern für die Herbst-
blüte, Silberdistel oder Enzian setzen alpine
Akzente. Mediterrane Kräuter wie Thymian
und Lavendel bilden im Steingarten übrigens
ein vielfach besseres Aroma aus als in nor-
malen Gartenbeeten und bleiben dazu meist
kompakter im Wuchs.
Es gibt also viele Argumente für einen echten
Steingarten voller Leben, anstatt einer toten
Wüste aus Kies und Stein.
Artenvielfalt im Steingarten:
Neben Kräutern wie Echtem
Salbei und Thymian blühen
Sandgras- und Heidenelke,
Tripmadam, Kornrade und
Johanniskraut.
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durch fachgerechte Renaturierung und gezielte
Anlage von Biotopen.
Neue Lebensräume.
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Während die Heidenelke (links)
kalkmeidend ist, gedeiht der
stengellose Enzian auch gut in
kalkhaltigen Steingärten.
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