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1 I 16

VOGELSCHUTZ

37

ALEXANDRA

BAUMGARTEN

MA „Umwelt & Bildung“

LBV-Kreisgeschäftsstelle

München

Tel.: 089-20027082

E-Mail:

a-baumgarten@lbv.de

Fotos: Alicia Bilang

UNESCO-AUSZEICHNUNG

UND GROSSZÜGIGE UNTERSTÜTZUNG

Die Teilnehmer lernen in diesem Projekt, selbst Erkenntnis-

se zu gewinnen, sich daraus eine Meinung zu bilden und

ihr Handeln daran auszurichten. Dieser Ansatz hat dazu

geführt, dass das Projekt „Junge Biotop-Forscher“ von der

UNESCO als offizielles Projekt der Weltdekade „Bildung für

eine nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde.

Besonderer Dank gebührt Ruth Rosner mit ihrer Rosner &

Seidl-Stiftung. Sie ist von dem Projekt so überzeugt, dass

sie durch großzügige Spenden seit

2014 die kostenfreie Teilnahme von

jährlich 40 Klassen mit etwa 1.000

Schülern ermöglicht.

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che Tiere einen abgestorbenen Baum bewohnen. Spiele und Rätsel motivieren sie,

selbstständig Lösungen auf solche Fragen zu finden. Die Lehrerin Uschi Mayer-

Huber

der 2a hatte sich für zwei Projekttage „Junge Biotop-Forscher“ entschieden,

denn nach ihrer Erfahrung wissen die meisten Stadtkinder nicht viel über die Natur.

Die LBV-Bildungsreferentin Alicia Bilang möchte helfen, das zu ändern. Bevor die

Kinder ihren Forscher-Enthusiasmus ausleben, werden sie auf das Thema des Tages

eingestimmt, in diesem Fall „Insekten“. So möchte die Biologin und Pädagogin zum

Beispiel von ihnen wissen, was Bienen und Hummeln denn fressen. In kurzer Zeit

schafft sie es so, mit den Schülern zu erarbeiten, dass die Insekten für die Befruch-

tung vieler unserer Lebensmittel notwendig sind.

Begeisterung wecken

Nun sind die Schüler mit Keschern, Becherlupen und Pinseln ausgestattet und ge-

hen auf Entdeckungstour. „Die Tiere müsst ihr äußerst vorsichtig einfangen, dass sie

nicht verletzt werden“, schärft ihnen Alicia Bilang ein, bevor sie loslegen „und lasst sie

dann gleich wieder dort frei, wo ihr sie eingesammelt habt!“

Die kleine Julia hat nach einer Minute den Idas-Silberfleckenbläuling, einen winzigen

Schmetterling, nicht größer als eine 2-Euro-Münze, entdeckt. In Bayern gilt die Art als

gefährdet. Dieser Schmetterling kann seine Eier nur auf Hornkleeblättern ablegen,

die wiederum trockenen, nährstoffarmen Boden brauchen. An diesem Hügel, nahe

der Münchner Innenstadt, gibt es den entsprechenden Boden. Ein Biotop inmitten

der Großstadt, in dem es Kräuter, Insekten, Wildbienen und forschende Kinder gibt.

Und die Kinder forschen nicht nur: Sie erfahren auch, dass Spitzwegerich hilft, das

Brennen von Bienenstichen zu lindern, und die Butterblume trotz ihres Namens nicht

aufs Brot gehört, da sie Übelkeit, Ausschlag und Durchfall auslösen kann.

Der 2. Projekttag

Der zweite Projekttag findet an der Schule statt. Dort planen die Schüler eigene Kon-

zepte zum Schutz der biologischen Vielfalt oder setzen sie nach Möglichkeit gleich

um. Die 9. Klasse einer Realschule in München beispielsweise wollte nach dem ers-

ten Projekttag ein Insektenhotel bauen und an der Schule Plakate aufhängen, die

darüber informieren, was die Wildbienen mit unserer Ernährung zu tun haben. Eine

andere Klasse hat sich mit dem Zusammenhang zwischen Ressourcenverbrauch

und Biodiversität beschäftigt und sich daraufhin an Schulleitung und Hausmeister ge-

wandt, damit im Pausenverkauf regionale Bio-Milch in Pfandflaschen eingeführt wird.

Zum Projekt

Am Biotop-Forschertag geht es nicht in erster Linie darum, den richtigen Namen

einer gelben Pflanze mit Sternenblüten zu lernen. Es geht um Naturerlebnisse und

darum, die Schüler für die Natur um sie herum zu begeistern. Im Nu stellen sie dabei

nämlich Zusammenhänge her und halten fest, wie sehr die einzelnen Arten vonei-

nander abhängen und wie wichtig die Vielfalt der Arten auch für das Überleben der

Menschen ist. Jeder Tag kann ein Biotop-Forschertag sein. Je nach Jahreszeit und

Lebensraum variieren die Aktionen der Biotop-Forscher: Manchmal wird Wildfrüchte-

marmelade zubereitet, eine Vogelstimmen-Landkarte angelegt oder aus Naturmate-

rial eine Modekollektion entworfen.

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