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VOGELSCHUTZ
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Ob Makro- oder Telebereich: Digiscoping liefert in beiden Einsatzgebieten überzeugende Ergebnisse,
hier bei einem Bläuling und einem Mornellregenpfeifer.
Alle Fotos: Gudrun Kaufmann
Handlicher und stabiler in der Verbindung mit der Optik sind
modellbezogene Adapter. Der PA Adapter für iPhone von Swa-
rovski Optik ist ein Beispiel für solch einen stabilen Adapter,
der aktuell für die iPhone Modelle 5/5s 6 und 6s erhältlich ist
(siehe Test im VOGELSCHUTZ 03-14). Er besteht aus einem
Alurahmen und einem Adapterring, der bei Bedarf einfach auf
den Rahmen geschraubt wird. Mit diesem System kann sehr
schnell zwischen Beobachten und Digiscoping gewechselt
werden.
Smartphone-Digiscopie hebt Naturbeobachtung
und -erlebnis auf eine neue Ebene
Über ISO und Verschlusszeit muss man sich nicht den Kopf
zerbrechen. Fokussiert wird wie bei allen Digiscoping-Syste-
men per Hand, was ein bisschen Übung erfordert. Doch mit
geeigneten Foto-Applikationen (Apps) wie ProCamera, Came-
ra+ bzw. das Fotoprogramm von iOS übernimmt die Feinein-
stellung das Smartphone. Vom Belegfoto auf große Distanz bis
zum hochwertigen Bild und sogar Makrofotografie ist mit einem
entsprechend hochwertigen Spektiv alles möglich. Doch nicht
nur die recht schnell erzielbaren Erfolgserlebnisse beim Foto-
grafieren sprechen für diese Form des Digiscoping, sie bringt
noch andere Vorteile mit sich. Über das Display können meh-
rere Personen zugleich beobachten und es fällt leichter, auf
bestimmte Vögel in einer Gruppe hinzuweisen, was besonders
mit Kindern oft sehr nützlich ist. Bilder können über E-Mail oder
soziale Medien schnell mit Freunden geteilt werden, knifflige
Bestimmungsmerkmale in Foren diskutiert, seltene Beobach-
tungen auf entsprechenden Plattformen sofort mit Fotos belegt
werden. Aufnahmen können mit Bildbearbeitungs-Apps wie
iPhoto oder Snapseed direkt am Smartphone oder später am
PC bearbeitet werden. Im Druck sind allerdings, abhängig vom
benutzten Gerät, gewisse Grenzen gesetzt (mit dem iPhone 5s
ist ein Ausdruck bis zu A4 gut möglich).
Ein weiteres spannendes Anwendungsgebiet:
Video-Digiscoping
Auch hier gibt es zahlreiche Apps (Mo-
viePro, FilmicPro), mit denen in Normalge-
schwindigkeit, in Zeitlupe und Zeitraffer auf-
genommen werden kann. Mit geeigneten
Smartphones können hochwertige Aufnah-
men gemacht werden, die sich mit etwas
Geschick und einem benutzerfreundlichen
Schnittprogramm zu Videos zusammenstel-
len und vertonen lassen. Das Programm
iMovie bietet zum Beispiel vorgefertigte
Vorlagen, mit deren Hilfe man leicht profes-
sionell wirkende Videos anfertigen kann.
Viel Spaß und Erfolg beim Digiscoping!
GUDRUN
KAUFMANN
Selbstständige Biologin
Gewinnerin des
Digiscoper of
the Year 2015
in der Katego-
rie Porträt/Makro mit einem
iPhone 5s und einem ATX 65
von Swarovski
E-Mail:
gudrun@gowild.atSmartphone + Spektiv + Adapter =
Fotoausrüstung für Naturbeobachter
EINSTEIGERTIPPS FÜRS DIGISCOPING
MIT DEM SMARTPHONE:
Um Vibrationen zu minimieren, verwendet man ein
Stativ, das möglichst niedrig auf einem stabilen Unter-
grund platziert wird.
Besonders bei Smartphones ist ein Fernauslöser hilf-
reich. Bei iPhones kann das Kopfhörerkabel als sol-
cher verwendet werden.
Bei vielen Foto- und Film-Apps können Fokus und
Belichtung fixiert werden, was besonders bei Videos
wichtig ist, da sich sonst Schärfenebene und Belich-
tung ständig ändern.
Mit einem Smartphone empfiehlt es sich, ein Akkupack
mitzuführen, um das Gerät jederzeit aufladen zu kön-
nen.
Ideal für den Einstieg ist es, mit statischen Objekten
wie Pflanzen zu üben. Will man sich an bewegliche
Motive wagen, bieten sich Seepromenaden an, wo sich
wenig scheue Enten, Schwäne und Möwen tummeln.
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