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VOGELSCHUTZ
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LBV
VOR ORT
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VOR ORT
In „LBV VOR ORT“ ist Platz für Ihre LBV-Aktivitäten: Zeigen Sie Ihren Einsatz für Bayerns Natur im Namen des LBV!
Egal, ob einzelne Mitglieder oder die gesamte Gruppe. Wenn Sie in Ihrer Region etwas Wertvolles zum Naturschutz beitragen,
dann erzählen Sie hier davon und inspirieren Sie andere! Schicken Sie uns Ihren Kurztext mit Bild an
vogelschutz@lbv.de.
BAYERN
Trauriger Rekord für Bayerns Mehlschwalben
Die beiden Flugkünstler Mehlschwalbe und Mauersegler
sind die Verlierer der „Stunde der Gartenvögel Plus“ 2016
in Bayern.
Besonders schlecht bestellt ist es um die Mehl-
schwalbe, die zum ersten Mal in den zwölf Jahren der Mit-
machaktion nicht mehr zu den häufigsten zehn bayerischen
Gartenvögeln zählt. Mit Platz elf bei der Mehlschwalbe und
Platz 13 beim Mauersegler setzt sich der Abwärtstrend der
vergangenen Jahre fort. Die sogenannten Gebäudebrüter
gehören zum wiederholten Mal zu den Verlierern der gemein-
samen Bürgerforscher-Aktion von LBV und seinem bundes-
weiten Partner NABU. Wie in den Vorjahren bleibt in Bayern
der Haussperling unangefochtener Spitzenreiter vor der Amsel
und der Kohlmeise. Exoten wie der Bienenfresser nehmen zu.
Endergebnis Stunde der Gartenvögel bestätigt Abwärtstrend der Gebäudebrüter
– Mehr Rotkehlchen und Waldvögel – Erstaunliche Exoten
Mehlschwalben gehören zu den Verlierern bei der diesjährigen Zählung.
Foto: R. Martin
Nachdem die Mehlschwalbe bereits im Vorjahr zurückge-
gangen war, bestätigten sich unsere Befürchtungen, denn
sie rutschte in Bayerns-Vogelhitparade erneut ab. Ihr an-
haltender Rückgang ist durch drei Faktoren bedingt: Mehl-
schwalben finden nicht mehr genügend Fluginsekten zu
fressen, sie finden durch die Versiegelung nicht mehr genü-
gend Lehm zum Nestbau, und viele Hausbesitzer lassen sie
keine Nester mehr an den Fassaden bauen. Hinzu kommt,
dass sie als Zugvögel immer weniger geeignete Lebens-
räume in ihren afrikanischen Durchzugsgebieten finden, da
sich dort die Wüsten zunehmend ausbreiten. Für Aufsehen
sorgten in diesem Jahr einige besonders spektakuläre Ent-
deckungen. So wurde im Unterallgäu eine Gruppe von 30
Bienenfressern gesichtet. Auch wenn sich die knallbunten
Vögel wahrscheinlich auf dem Frühjahrsdurchzug befanden,
hatten sie es nicht mehr weit, da es in Schwaben bereits ei-
nige Brutkolonien gibt. Diese und eine weitere Meldung von
sechs Bienenfressern im Landkreis Würzburg bestätigen
unsere Beobachtungen der letzten Jahre, dass sich bedingt
durch den Klimawandel immer mehr dieser exotischen und
früher extrem seltenen Vögel nun auch bei uns in Bayern
ansiedeln. Bayernweit nahmen knapp 8.000 Naturfreunde
teil und zählten gemeinsam fast 200.000 Vögel.
Alle Endergebnisse und die Gewinner unserer Preise kön-
nen auf
www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.deeingesehen
werden. Interaktive Karten zeigen, wie sich eine Vogelart an
einem ausgesuchten Ort oder Landkreis entwickelt hat.
MARKUS ERLWEIN
MEMMINGEN
SCHWABEN
Zwischenbilanz
Faszination Alpenvögel
2013 startete mithilfe des Bayerischen Naturschutzfonds
das LBV-Projekt „Faszination Alpenvögel“. In den Pilot-
gebieten Allgäuer Hochalpen und Karwendel sind Wan-
derer und Naturfreunde seither aufgerufen, insgesamt 21
ausgewählte Alpenvögel wie Bartgeier, Steinrötel oder
Mauerläufer über die LBV-Webseite zu melden.
Dazu boten LBV-Aktive und die beiden LBV-Gebietsbetreuern
Michael Schödl und Henning Werth begleitende Exkursionen
und Vorträge an.
• Es gelangen einige naturschutzfachlich besonders wertvolle
Hinweise: z.B. von Alpenschneehühnern, Birkhühnern, min-
destens drei Nachweise der extrem seltenen Bartgeier und
des Steinrötels.
• Je charakteristischer, d.h. unverwechselbarer die jeweiligen
Arten waren, desto häufiger wurden diese gemeldet. Im All-
gäu hatte das seltene Alpenschneehuhn die meisten (!) Mel-
dungen, gefolgt von Steinadler und Alpendohle.
Foto: H. Werth
• Die persönliche Ansprache / Betreuung der Wanderer
ist entscheidend für deren Meldebereitschaft. Daher ist es
wichtig, weitere Multiplikatoren vor Ort zu gewinnen (Hütten-
wirte, Bergführer, Fachübungsleiter, Bergwacht).
• Unsere Erfahrungen zeigten auch, dass sich bestimmte
Berghütten besonders gut für Alpenvogelinformationen und
-exkursionen eignen.
• Obwohl das Projekt abgeschlossen ist, werden dem LBV
immer noch interessante Daten gemeldet.
HENNING WERTH
Alpenschneehühner wurden am häufigsten gemeldet.




