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VOGELSCHUTZ
3 I 16
LBV
VOR ORT
ALTMÜHLSEE
MITTELFRANKEN
Der erste LBV-Fachtag für naturnahes öffentliches Grün
war ein voller Erfolg.
Die 50 Plätze waren im Nu ausge-
bucht, denn der Bedarf an Informationen zur Neu- und Um-
gestaltung öffentlicher Grünflächen mit heimischen Saaten
und Pflanzungen ist groß. Beim Seminar in Muhr am See,
perfekt organisiert vom Team der LBV-Umweltstation Alt-
mühlsee, wurden alle relevanten Aspekte beleuchtet: vom
Nutzen für den Stieglitz (Vogel des Jahres), über allgemeine
Fragen zum Erhalt der Biodiversität bis hin zu Pflanz- und
Pflegetechniken und das richtige Saatgut. Nach der theore-
tischen Einführung durch Fachreferenten ging es hinaus zu
einigen Beispielflächen in Schwabach, die im vergangenen
Jahr neu angelegt wurden (siehe Ausgabe 2/16). Vom gro-
ßen Kreisverkehr, über schmale Trennstreifen bis hin zu einer
mit der "Burri"-Methode bearbeiteten Blumenwiese konnten
sich die Teilnehmer aus Naturschutz, Gartenbau und Verwal-
tung selbst ein Bild von der Vielfalt und Ästhetik heimischer
Blühpflanzen machen, bekamen alle Fragen durch die Re-
ferenten Dr. Reinhard Witt und Thomas Mulzer kompetent
beantwortet und gingen so mit vielen Anregungen für eigene
Projekte nach Hause.
BIRGIT HELBIG
Aufwertung für öffentliches Grün
Die Teilnehmer bewundern bei der Exkursion eine Verkehrsinsel mit blühen-
der Ochsenzunge und Natternkopf.
MILTENBERG
UNTERFRANKEN
Erst vor kurzem ehrte der LBV Peter Waigand für seine
40-jährige Mitgliedschaft. Von 1990 bis 2010 leitete er die
Kreisgruppe Miltenberg als 1. Vorsitzender. Seinem Enga-
gement ist unter anderem auch der Aufbau der Greifvogel-
station in Mechenhard 2006/2007 zu verdanken.
Peter Waigand im Alter von 68 Jahren verstorben
Foto: B. Helbig
Doch nicht nur der LBV zeichnete Peter Waigand 2010 für
seinen unermüdlichen Einsatz im Naturschutz aus, er erhielt
dafür auch den Agenda 21-Sonderpreis von Landrat Roland
Schwing. Zudem verlieh ihm die Kreisgruppe nach seiner
aktiven Zeit in der Vorstandschaft den Titel Ehren-Kreis-
gruppenvorsitzender. Als langjähriger Umweltbeauftragter
der Stadt Erlenbach am Main galt er als wertvoller Berater.
Bis zuletzt stand er nicht nur dem LBV nahe, sondern war
auch als Mitglied im Naturschutzbeirat des Landkreises Mil-
tenberg und im Landschaftspflegeverband ein kompetenter
Ansprechpartner. Sein Wissen über die heimische Vogelwelt
stellte er eindrucksvoll in unzähligen Vogelstimmenwande-
rungen und Eulenexkursionen unter Beweis. Mit Peter Wai-
gand verliert der LBV einen ganz besonderen Naturfreund,
der mit seinem jahrzehntelangen Einsatz unsere Heimat am
Untermain bewahrte und auch ein Stück weit geprägt hat.
THOMAS STAAB
Coburger Fledermauskeller
Ein verwitterter Sandsteinkeller, halb eingefallen und
längst vergessen. Diese Keller gibt es zuhauf im Cobur-
ger Land. Sie sind zur kalten Jahreszeit ein perfekter
Zufluchtsort für Fledermäuse, die in Winterstarre einen
frostfreien Unterschlupf benötigen.
Deswegen sanieren
die Mitglieder des LBV-Coburg Jahr für Jahr Keller, schrau-
ben Hohlblocksteine an die Gewölbedecke und sichern die
Eingänge durch Gitter, damit wieder ein paar mehr Fleder-
mäuse den Winter überleben. Dass sie die gefährdeten Tiere
unterstützen können, verdankt die Kreisgruppe der der Stif-
tung „Coburger Naturerbe“. Diese wurde 2007 mit dank der
Spende einer bemerkenswerten Naturliebhaberin gegründet.
Dank der großzügigen Stifterin kann der LBV Coburg viel
Gutes für die Natur tun: Zum Beispiel Naturschutzflächen
ankaufen, Schwalbennistplätze sichern und Umweltbildung
betreiben.
CORDELIA HILLER
COBURG
OBERFRANKEN
Bei Exkursionen zu den Kellern erfahren Schüler viel Wissenswertes über
Fledermäuse.
Foto: LBV-Coburg
Mit Peter Waigand verliert der LBV einen
engagierten Naturschützer und Freund.
Foto: Günter Farka




