Zwischenbilanz zur „Stunde der Wintervögel“ 2024 in Bayern

Nordische Kälte beschert Bayern besondere Gäste – Kohlmeise überholt Amsel als häufigsten Besucher in den Gärten

Fast 17.000 Vogelbegeisterte hatten dem LBV  bis zum Montagmorgen bereits ihre Ergebnisse der 19. „Stunde der Wintervögel“ gemeldet. Sie haben sich am vergangenen Wochenende eine Stunde lang Zeit genommen, um die Vögel im Siedlungsraum zu zählen. Aus knapp 13.000 Gärten gingen Beobachtungen von über 400.000 Vögeln aus allen Teilen des Freistaats beim LBV ein. An den Futterstellen in Bayern war am Wochenende reges Treiben. Wer Glück hatte, konnte sogar einige nordische Gäste, wie Gimpel, Bergfink oder Schwanzmeise im Garten oder am Balkon beobachten. In der Rangfolge der am häufigsten beobachteten Wintervögel in Bayern liegt derzeit wie auch in den letzten fünf Jahren der Haussperling (1.) deutlich vor der Kohlmeise (2.) und dem Feldsperling (3.). Wenn es allerdings darum geht, welcher Vogel in den meisten Gärten vorkommt, wurde die Kohlmeise in über 90 Prozent beobachtet. Die „Stunde der Wintervögel“ von LBV und NABU ist Deutschlands größte Mitmachaktion. Noch bis zum 15. Januar können Teilnehmende dem LBV ihre Beobachtungen vom Wochenende hier melden.

Bergfink im Garten| © Wolfgang WIntzer © Wolfgang WIntzer
Besonderer Wintergast: Der Bergfink. Von ihm gingen am Wochenende mehrere Meldungen ein, wie hier aus Oberbayern.

Die anhaltend eisigen Temperaturen in Skandinavien haben in Bayern für besonderen gefiederten Besuch gesorgt: So bekamen insbesondere die heimischen, auffällig rot gefärbte Gimpel und die kleinen, flauschigen Schwanzmeisen Verstärkung von Artgenossen aus dem hohen Norden. Auch Bergfinken beobachteten die Teilnehmenden am Zähwochenende deutlich häufiger als im vergangenen Jahr. Diese Art brütet nicht bei uns und ist nur im Winter im Freistaat. Dann fressen sie wie alle Finkenvögel gerne auch an Bayerns Futterstellen.

Hochbetrieb am Futterhaus | © Brigitte Umkehr © Brigitte Umkehr
Besonders am Samstag herrschte reger Betrieb an den Futterstellen im Freistaat.

Reger Betrieb schien an den Futterhäuschen im Freistaat besonders am Samstag gewesen zu sein. Uns erreichten viele Nachrichten über ein buntes Treiben mit vielen verschiedenen Arten. Bei dieser Gelegenheit konnten viele Bürgerinnen und Bürger erleben, wie viel Freude die Vogelbeobachtung macht. Vermutlich spürten viele Vögel bereits am Samstag den bevorstehenden Wetterumschwung und legten sich noch einmal Fettreserven an bevor es am Sonntag kalt, windig und zum Teil auch schneereich wurde.

Kohlmeise auf der Überholspur

Kohlmeise am Knödel | © Ingo Rittscher © Ingo Rittscher
Die Kohlmeise wurde am Wochenende in 90 Prozent der Gärten beobachtet.

Einen Aufschwung erlebt nach derzeitigem Stand die Kohlmeise. Mit Meldungen aus über 90 Prozent der Gärten wurde sie von den meisten Teilnehmenden beobachtet und landet noch vor der Amsel, die durch 88 Prozent der Gärten flattert. Die Kohlmeise profitiert von den Nistkästen, die viele Vogelfreund*innen aufhängen. Die Amsel hingegen braucht vor allen Dingen naturnahe Gärten mit Sträuchern und Mauervorsprüngen, wo sie ihr offenes Nest baut.

Buntspecht und Eichelhäher| © Maximilian Dorsch © Maximilian Dorsch
Buntspecht und Eichelhäher wurden dieses Jahr wieder häufiger gesichtet.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden heuer auch wieder viele Buntspechte und Eichelhäher beobachtet. Beide sind typische Waldarten. Voriges Jahr war ein Mastjahr einiger Baumarten und es gab sehr viele Bucheckern, Walnüsse und Eicheln in den Wäldern, die Buntspecht und Eichelhäher als Nahrung dienten. Dieses Jahr zog es sie auf Nahrungssuche wieder häufiger in den Siedlungsbereich. Grundsätzlich fühlen sie sich besonders in Siedlungsgebieten mit großen, alten Bäumen wohl.

Die vorläufigen Top Ten

Haussperling | © Michael Schiebelsberger © Michael Schiebelsberger
Er landet nach jetzigem Stand wieder auf Rang der häufigsten Wintervögel: Der Haussperling (Spatz).

In der vorläufigen Vogelhitliste im Freistaat landet der Haussperling (1.) aktuell vor der Kohlmeise (2.) und dem Feldsperling (3.). Dahinter erobert die Blaumeise (4.) einen starken vierten Rang vor der Amsel (5.). Auf Position 6 liegt wie bereits in den vergangenen drei Jahren der Buchfink, dahinter rangiert der Grünfink (7.). Platz 8 belegt die Elster vor dem Erlenzeisig (9.), der in mehr Gärten als im Vorjahr zu beobachten war. Das Rotkehlchen (10.) rundet die Top Ten der bisher am häufigsten beobachteten Wintervögel 2024 in Bayern ab.

Noch bis zum 15. Januar können Teilnehmende ihre Beobachtungen vom Wochenende hier nachmelden.

„Schulstunde der Wintervögel“

Vom 8. bis 12. Januar 2024 sind alle Lehrkräfte eingeladen bei der „Schulstunde der Wintervögel“ mit ihren Schülerinnen und Schüler die heimischen Wintervögel spielerisch kennenzulernen, zu beobachten und eine Stunde lang auf dem Schulhof, im Park oder im Garten zu zählen. Welche Vögel verbringen den Winter in Deutschland und wie können sich schon Kinder für ihren Schutz einsetzen? Viele informative Materialien zu den häufigsten Wintervogelarten für Schulkinder gibt es unter www.lbv.de/schulstunde-der-wintervoegel.

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© Dr. Olaf Broders

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