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VOGELSCHUTZ
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LESER
POST
Insektengarten auf kleinstem Raum
In meinem Garten versuche ich ein Gegengewicht zu den Nachbarn zu setzen, er
ist hauptsächlich auf die Bedürfnisse von Insekten ausgerichtet. Vielfalt ist hier die
Devise, es wächst eine besonders große Anzahl von Wildpflanzen auf dem kleinen
Streifen. Auf Kulturformen und außereuropäische Arten wird größtenteils verzichtet,
es sei denn, sie sind für Insekten besonders wertvoll (z.B. Sommerflieder). Neben
Wildbienen-Nisthilfen, „Tümpel" (Mörtelwanne) und Feuchtgebiet bleibt auch immer
bewuchsfreier Boden zwischen den Bereichen (wichtig für Hitzeentwicklung, Licht
und Erdbienen-Nistplätze). Pflanzen, die für Insekten kaum Nahrung bieten (z.B.
Gras) werden sehr kurz gehalten oder ganz entfernt. „Wege" bestehen aus dem
im Gebiet anfallenden Schutt aus Steinbrüchen, bewachsen mit entsprechenden
Pflanzen wie Mauerpfeffer-Arten. Es gibt das ganze Jahr über ein reichhaltiges
Angebot an Nahrung für die verschiedensten Arten. Dass auf Gift verzichtet wird,
versteht sich von selbst.
Helmut Presser, 85110 Böhming
Schaden für den Vogelschutz
In Ihrem Artikel heißt es „Der Bienen-
fresser - ein exotischer Neubayer" und
„Früher war die Beobachtung eines Bie-
nenfressers eine absolute Seltenheit, da
er eigentlich in Südeuropa zuhause ist.
In den letzten Jahren ist er aber auch
in Bayern immer häufiger heimisch ge-
worden und von Jahr zu Jahr werden es
mehr. Seine Ausbreitung spiegelt somit
sehr schön den Prozess eines Gewin-
ners des Klimawandels wider." Solche
Feststellungen befremden und schaden
dem Vogelschutz. Begründung: Bienen-
fresser versuchten mindestens seit dem
(frühen) 19. Jahrhundert in Bayern zu
brüten (und taten dies auch immer wie-
der!). Das ist nachzulesen bei Jäckel
(1891) und ausführlich zusammenge-
fasst in Band II der
Avifauna Bavariae
von Walter Wüst (1986).
Prof. Josef H. Reichholf, 84524 Neuötting
Leser Helmut Presser macht es vor: Es kommt nicht auf die Größe an. Eine Natur-
oase auf kleinstem Raum zwischen Rasenödnis. Unbedingt nachahmenswert!
Anmerk. d. Red.:
Sicherlich haben Sie Recht, wenn Sie
sich am „Neubayer“ stoßen, denn in der
Tat gab es auch früher schon unregel-
mäßig einzelne Bruten in Bayern und an-
dernorts in Mitteleuropa. Unbestritten ist
aber, dass der Bienenfresser vielerorts
in Deutschland und so auch in Bayern
seit den 1990ern stark zugenommen
hat. Unbestritten ist auch, dass der Bie-
nenfresser „klimasensitiv“ ist (s. Kinzel-
bach et al.) und es deshalb kaum Zweifel
daran gibt, dass die Bestandszunahme
in den letzten beiden Jahrzehnten maß-
geblich mit den milderen Wintern und
Frühjahren zu tun hat. Auch Klimamodel-
le (s. Huntley et al. 2007) sehen den Bie-
nenfresser eindeutig als „Gewinner“ der
Klimaerwärmung.
Entlastung für die Bauhöfe
Mit viel Interesse habe ich den Bericht
„Königskerzen statt Begonien“ im letzten
VOGELSCHUTZ gelesen. Ich bin LBV-
Mitglied und bin selbst in der Gemein-
deverwaltung beschäftigt. Den Bericht
habe ich gleich an die Bürgermeister und
Bauhofmitarbeiter weitergeleitet. Ich fin-
de es eine prima Sache, vor allem, weil
hierdurch als Nebeneffekt auch der Bau-
hof von ständigen Pflegemaßnahmen
entlastet wird und hierdurch Geld und
auch Personalressourcen frei werden.
Ich möchte die Möglichkeiten nochmal in
unseren Bauhöfen zur Sprache bringen.
Markus Hahn, 97531 Theres
Zum Artikel „Blutspecht“
Vielen Dank für Ihre zahlreichen E-Mails und
Fotos, die Sie uns in Reaktion auf diesen
Artikel geschickt haben.
Ornithologenfehler
Es geht aus meiner Sicht bei der Be-
obachtung eines Blutspechts 2016 nicht
um den Erstnachweis, sondern um einen
Ornithologenfehler. Walter Wüst kennt
in seiner
Avifauna Bavariae
Nachweise
in Bayern etwa ab 1970. Er kennt auch
Bastarde. Der Blutspecht ist eine süd-
osteuropäische Art. Eine Einwanderung
nach Bayern erfolgt entlang der Donau
und über den Inn. In der Oberpfalz und
Niederbayern ist in erster Linie mit ihm
zu rechnen. Der Ornithologenfehler pas-
siert aufgrund der Ähnlichkeit zum Bunt-
specht. Man sollte genau hinschauen.
Ich schließe mich da ein und werde mei-
ne Beobachtungshinweise ändern.
Ihr Hinweis ist wichtig, dass Beobach-
tungen des Blutspechts in Bayern beim
LBV gesammelt werden.
Reinhold Klose, 86916 Kaufering
Anmerk. d. Red.:
Es wurden zwar vor der Beobachtung in
Kronach auch schon einige Sichtungen
von Blutspechten publiziert, doch davon
ist keine der zuständigen Seltenheits-
kommission DAK gemeldet bzw. von ihr
anerkannt worden. So wurde zum Bei-
spiel auch ein 1979 fotografierter Specht
längere Zeit für den ersten Blutspecht
gehalten, nachträglich aber eindeutig
als Hybrid identifiziert. Das gilt auch für
den 1973 bei Wüst erwähnten Specht im
Nymphenburger Park.
Foto: H. Presser




