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VOGELSCHUTZ

3 I 16

Ihre Meinung ist uns wichtig! Schreiben Sie uns unter

leserbriefe@lbv.de

oder per Post an Redaktion VOGELSCHUTZ,

Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein.

Die Redaktion behält sich aus Platzgründen eine Auswahl und das Kürzen von Leserzuschriften vor.

LESER

POST

Insektengarten auf kleinstem Raum

In meinem Garten versuche ich ein Gegengewicht zu den Nachbarn zu setzen, er

ist hauptsächlich auf die Bedürfnisse von Insekten ausgerichtet. Vielfalt ist hier die

Devise, es wächst eine besonders große Anzahl von Wildpflanzen auf dem kleinen

Streifen. Auf Kulturformen und außereuropäische Arten wird größtenteils verzichtet,

es sei denn, sie sind für Insekten besonders wertvoll (z.B. Sommerflieder). Neben

Wildbienen-Nisthilfen, „Tümpel" (Mörtelwanne) und Feuchtgebiet bleibt auch immer

bewuchsfreier Boden zwischen den Bereichen (wichtig für Hitzeentwicklung, Licht

und Erdbienen-Nistplätze). Pflanzen, die für Insekten kaum Nahrung bieten (z.B.

Gras) werden sehr kurz gehalten oder ganz entfernt. „Wege" bestehen aus dem

im Gebiet anfallenden Schutt aus Steinbrüchen, bewachsen mit entsprechenden

Pflanzen wie Mauerpfeffer-Arten. Es gibt das ganze Jahr über ein reichhaltiges

Angebot an Nahrung für die verschiedensten Arten. Dass auf Gift verzichtet wird,

versteht sich von selbst.

Helmut Presser, 85110 Böhming

Schaden für den Vogelschutz

In Ihrem Artikel heißt es „Der Bienen-

fresser - ein exotischer Neubayer" und

„Früher war die Beobachtung eines Bie-

nenfressers eine absolute Seltenheit, da

er eigentlich in Südeuropa zuhause ist.

In den letzten Jahren ist er aber auch

in Bayern immer häufiger heimisch ge-

worden und von Jahr zu Jahr werden es

mehr. Seine Ausbreitung spiegelt somit

sehr schön den Prozess eines Gewin-

ners des Klimawandels wider." Solche

Feststellungen befremden und schaden

dem Vogelschutz. Begründung: Bienen-

fresser versuchten mindestens seit dem

(frühen) 19. Jahrhundert in Bayern zu

brüten (und taten dies auch immer wie-

der!). Das ist nachzulesen bei Jäckel

(1891) und ausführlich zusammenge-

fasst in Band II der

Avifauna Bavariae

von Walter Wüst (1986).

Prof. Josef H. Reichholf, 84524 Neuötting

Leser Helmut Presser macht es vor: Es kommt nicht auf die Größe an. Eine Natur-

oase auf kleinstem Raum zwischen Rasenödnis. Unbedingt nachahmenswert!

Anmerk. d. Red.:

Sicherlich haben Sie Recht, wenn Sie

sich am „Neubayer“ stoßen, denn in der

Tat gab es auch früher schon unregel-

mäßig einzelne Bruten in Bayern und an-

dernorts in Mitteleuropa. Unbestritten ist

aber, dass der Bienenfresser vielerorts

in Deutschland und so auch in Bayern

seit den 1990ern stark zugenommen

hat. Unbestritten ist auch, dass der Bie-

nenfresser „klimasensitiv“ ist (s. Kinzel-

bach et al.) und es deshalb kaum Zweifel

daran gibt, dass die Bestandszunahme

in den letzten beiden Jahrzehnten maß-

geblich mit den milderen Wintern und

Frühjahren zu tun hat. Auch Klimamodel-

le (s. Huntley et al. 2007) sehen den Bie-

nenfresser eindeutig als „Gewinner“ der

Klimaerwärmung.

Entlastung für die Bauhöfe

Mit viel Interesse habe ich den Bericht

„Königskerzen statt Begonien“ im letzten

VOGELSCHUTZ gelesen. Ich bin LBV-

Mitglied und bin selbst in der Gemein-

deverwaltung beschäftigt. Den Bericht

habe ich gleich an die Bürgermeister und

Bauhofmitarbeiter weitergeleitet. Ich fin-

de es eine prima Sache, vor allem, weil

hierdurch als Nebeneffekt auch der Bau-

hof von ständigen Pflegemaßnahmen

entlastet wird und hierdurch Geld und

auch Personalressourcen frei werden.

Ich möchte die Möglichkeiten nochmal in

unseren Bauhöfen zur Sprache bringen.

Markus Hahn, 97531 Theres

Zum Artikel „Blutspecht“

Vielen Dank für Ihre zahlreichen E-Mails und

Fotos, die Sie uns in Reaktion auf diesen

Artikel geschickt haben.

Ornithologenfehler

Es geht aus meiner Sicht bei der Be-

obachtung eines Blutspechts 2016 nicht

um den Erstnachweis, sondern um einen

Ornithologenfehler. Walter Wüst kennt

in seiner

Avifauna Bavariae

Nachweise

in Bayern etwa ab 1970. Er kennt auch

Bastarde. Der Blutspecht ist eine süd-

osteuropäische Art. Eine Einwanderung

nach Bayern erfolgt entlang der Donau

und über den Inn. In der Oberpfalz und

Niederbayern ist in erster Linie mit ihm

zu rechnen. Der Ornithologenfehler pas-

siert aufgrund der Ähnlichkeit zum Bunt-

specht. Man sollte genau hinschauen.

Ich schließe mich da ein und werde mei-

ne Beobachtungshinweise ändern.

Ihr Hinweis ist wichtig, dass Beobach-

tungen des Blutspechts in Bayern beim

LBV gesammelt werden.

Reinhold Klose, 86916 Kaufering

Anmerk. d. Red.:

Es wurden zwar vor der Beobachtung in

Kronach auch schon einige Sichtungen

von Blutspechten publiziert, doch davon

ist keine der zuständigen Seltenheits-

kommission DAK gemeldet bzw. von ihr

anerkannt worden. So wurde zum Bei-

spiel auch ein 1979 fotografierter Specht

längere Zeit für den ersten Blutspecht

gehalten, nachträglich aber eindeutig

als Hybrid identifiziert. Das gilt auch für

den 1973 bei Wüst erwähnten Specht im

Nymphenburger Park.

Foto: H. Presser