Flash Download 3D-Zeitschrift benötigt das Flash 10.1 Plugin von Adobe.
Download von adobe.com

Bitte Stellen Sie sicher dass Javascript
in Ihrem Browser aktiviert und erlaubt ist.


Content:
1
NatURSchUtZpOLItIK aRtENSchUtZ LaNDSchaftSpfLEgE UMWELtBILDUNg aUS DEN BEZIRKEN NatURSchUtZJUgEND IM LBV StIftUNg BaYERISchES NatURERBE fINaNZEN LBV VOR ORt JahRESBERIcht 2010/2011

2
IMpRESSUM Konzept: Thomas Kempf Layout: Birgit Helbig Wir danken allen Autoren und unseren Fotografen: Titel Apollofalter: E. Pfeuffer; A. Bilang S. 1, M.Tiefenbach S.1, A. Schneider S. 1, 6; K. Müller S. 2, 11, 34; Z. Tunka S. 3, 9 (2), 32; M. Morasch S. 4; C. Bria S. 6; O. Wittig S. 6, 32; T. Stephan S. 6; Birdlife/NABU S. 6, A. v. Lindeiner S. 8; M. Waldhier S. 8, 31; M. Schäf S. 9; C. Moning S. 9, 25; E. Schubert S. 12; J. Römheld S. 12, S. 13; S. Galz S. 12 (2), 13; R. Samjaa S. 14 (2); M. Schödl S. 14, 24; T. Staab S. 16, 19, 22 (2), 36; LBV Niederbayern S. 16, 26; B. Feldmann S. 16; LBV Archiv S. 16, 18, 19, 20, 21, 22, 23 (2), 26 (2), 27 (2), 32, 40; H. Munzig S. 18 (2); Kindergarten arche noah S. 18, D. Lerzer S. 18; H. Werth S. 19, 20, 40; M. Selinger S. 19, T. Kempf S. 19,34; H. Beran S. 21; A. Hartl S. 21,23; Demel-Lindner S. 24; C. Kutschenreiter S. 24; C. Stierstorfer S. 27; M. Schmidberger S. 28; K. Kutzner S. 28 (2), 30, 40; R. Brode S. 28, 32; Singer S. 28 (2); M. Schirutschke S. 30; L. Hauselt S. 30; A. Raths S. 34; M. Gläßel S. 38; T. Stahl S. 40; R. Wittmann S. 40 © Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.

3
INhaLt VORWORt NatURSchUtZpOLItIK o Nationalpark Steigerwald o Klimaschutz o Energiewende o Dauergrünland o Vielfalt in Steinbrüchen schützen o Kormoran o Donauausbau aRtENSchUtZ 9 o Ortolan: Artenvielfalt in der mainfränkischen Kulturlandschaft o Bestandsförderung der Großen Rohrdommel in Bayern o Wiesenbrüteragenda o Schwarzstorch-Erfassung o Sperlingskauz o Spatzenfibel o Kreuzotter o Biogas und Wiesenweihe 12 o Quellschutz o LBV-Schutzgebiete o Glücksspiralenprojekte o Schutzgebietsmarketing o Gobibär o Aktionsprogramm Grünland o Umweltschule in Europa o Umweltstation Rothsee 16 o Werte-Projekt o Didacta o Ökokids o LBV-Kindergarten o Gremienarbeit 20 21 22 23 24 26 27 o Gruppen o Gruppenleiterhandbuch o Prävention sexueller Gewalt o Projekt "Traum vom Fliegen" o Veranstaltungen o "Totholz lebt" o Entwicklung o Zuwendungen 28 LaNDSchaftSpfLEgE BILDUNg fÜR NachhaLtIgE ENtWIcKLUNg aUS DEN BEZIRKEN SchWaBEN OBERfRaNKEN UNtERfRaNKEN MIttELfRaNKEN OBERBaYERN NIEDERBaYERN OBERpfaLZ NatURSchUtZJUgEND IM LBV StIftUNg BaYERISchES NatURERBE fINaNZEN LBV VOR ORt 32 34 38

4
VORWORt Liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde, liebe LBV-familie, Der Jahresbericht 2010/2011 gibt Einblicke in die Arbeit Ihres Verbandes. Wie immer können wir aus der Vielfalt der Aktionen nur einige Highlights herausstellen, um Ihnen einen Überblick darüber zu geben, wo, wie, mit welchen Chancen, aber auch Widerständen und Problemen Naturschutzarbeit in Bayern verbunden ist. Gemeinsam ist unserem Handeln für die Vielfalt der Lebensräume und Arten, dass diese beeindruckende Bilanz nur durch das ungebrochene Engagement von Ihnen, liebe Mitglieder, möglich geworden ist. Diese Symbiose von Ehrenamt und unserem qualifizierten Team von hauptamtlichen Mitarbeitern ist der Schlüssel für unseren Erfolg, lässt mich bei allen Schwierigkeiten positiv in die Zukunft blicken. Die 10. Weltnaturschutzkonferenz (CBD) in Nagoya im Oktober 2010 hat einen Masterplan Wir sind der große Artenschutzverband im Frei- für die nächsten 10 Jahre vorgelegt. In dieser staat. Wir sind der Anwalt für die Kreatur, ihre Le- "Mission 2020" wurden fünf strategische Handbensräume, aber genauso für ein Landschaftsbild, lungsfelder und 20 Kernziele formuliert und von das durch seine Qualität, seinen Strukturreichtum der Vollversammlung verabschiedet, um diesem und seine Schönheit Heimat ist, in der wir uns und schleichenden Verlust an Zukunftschancen für die unsere Mitgeschöpfe sich wohlfühlen können. Al- nächsten Generationen endlich erfolgreich entlen, die mitgeholfen haben, das Netz des Lebens gegenzutreten. Die Europäische Kommission hat in Bayern stabil zu erhalten, es langfristig sicherer im Einklang mit diesen Nagoya-Zielen Anfang Mai zu machen und gestalterisch zu optimieren, danke ich auch im Namen des Landesvorstandes ganz herzlich. Eine Reihe internationaler Reports, die Ergebnisse von globalen Konferenzen, zeigen auf, dass es der Weltgemeinschaft trotz völkerrechtlich verbindlicher Abkommen nicht gelungen ist, die Vielfalt an Arten und Lebensräumen zu erhalten, man war im letzten Jahrzehnt nicht immer in der Lage, den galoppierenden Schwund der Vielfalt einzubremsen. Unsere Zukunft sichernde Ressource Biodiversität wird weiter durch menschliche Eingriffe, kurzfristiges Gewinnstreben geschädigt. Hinzu kommt, dass die Klimaerwärmung mittelfristig eine weitere massive Gefährdung für die natürliche Vielfalt und damit für kommende Generationen sein wird. Der LBV-Landesvorstand: Markus Ries (NAJU), Michael Scharl, Hans-Joachim Fünfstück, Prof. Dr. Hans-Joachim Leppelsack, Frank Reißenweber, Dr. Bernd Söhnlein, Dr. Gisela Merkel-Wallner, Ludwig Sothmann

5
2011 ein sektoren-übergreifendes Konzept formuliert, um die Biodiversitätsverluste in den Mitgliedsstaaten bis 2020 zum Stillstand zu bringen. Das klingt erst einmal recht gut, denn solche Abkommen sind letztlich auch der Rahmen für unsere Arbeit. Um Naturschutz in Wert zu setzen, mag "Mission 2020" hilfreich sein. Die konkreten Leistungen für Nachhaltigkeit und Lebensschutz müssen sich aber vor Ort realisieren. Hier bei uns sind alle - Staat, Wirtschaft, Gesellschaft - aufgefordert, diese Herausforderungen anzunehmen und endlich ernst damit zu machen, Schöpfungsverantwortung und Generationengerechtigkeit zu leben. Der LBV kann dazu eine Menge beitragen. Das geht nur mit Ihrer Unterstützung. Ihr ehrenamtliches Engagement ist der Treibstoff, den Arten und Zukunftssicherung dringend brauchen. Die Katastrophe von Fukushima am 11. März 2011 war der Auslöser für die Bundesregierung, dass sich Deutschland aus der letztlich nicht beherrschbaren Kernenergie bis 2022 verabschieden wird. Diese Entscheidung macht eine Energiewende unausweichlich. Um dabei das klimaschädliche CO2 unter Kontrolle zu halten, muss der Umstieg auf regenerative Energien drastisch beschleunigt werden. Schon weil die Klimaerwärmung eine zentrale Ursache für den Verlust an Arten und Lebensräumen ist, begrüßen wir den verstärkten Einsatz regenerativer Energien wie Windkraft, Fotovoltaik und Wasserkraft - soweit sie sich auf die Ertüchtigung bestehender Anlagen beschränkt. Die intensiv flächenfressende Bio/Agro-Energie sehen wir wegen ihrer Auswirkungen auf Biodiversität und Landschaft dagegen sehr kritisch. Es ist nachvollziehbar, dass die Energiewende den LBV auf allen Ebenen beschäftigt, sind damit doch erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft verbunden. Wir sagen ja zur Energiewende, aber sie darf nicht zu Lasten der natürlichen Vielfalt gehen. Wir kämpfen um Ausschlussräume - Tabuflächen für den Naturschutz - und fordern dringend, eine Kulisse von unproblematischen Vorrangräumen festzulegen, z.B. für die Windkraft, die auch raumordnerisch abgesichert werden muss. Wir können und werden einen ungesteuerten Wildwuchs von Windkraftanlagen nicht akzeptieren. Die Staatsregierung will bis 2020 10% des in Bayern verbrauchten Stroms aus Windkraft erzeugen. Dazu sind rund 1.500 moderne Anlagen mit einer Nabenhöhe von 120 - 150 m notwendig. Wenn man den Flächenbedarf von Windparks sehr großzügig bemisst und bereit ist, den Investoren die 10-fache Fläche zur Auswahl anzubieten, dann macht dies gerade einmal 2% der bayerischen Landesfläche aus. D.h. es muss bei halbwegs intelligenter Standortwahl doch möglich sein, dieses regenerative Energiesegment über Wind so zu gewinnen, dass dadurch die Natur nicht über Gebühr geschädigt wird. Wir haben uns bei den Verhandlungen um die Verfahrensbeschleunigung sehr kompromissbereit gezeigt. Wir werden aber bei der Standortwahl mit allem Nachdruck dafür sorgen, dass das Artengefüge nicht geschädigt wird. Sozusagen im Windschatten der Energiewende ist die Eingriffsregelung von der Agrarseite erneut in Frage gestellt worden. Diese Eingriffsregelung (§ 13 ff. Bundesnaturschutzgesetz) ist die einzige gesetzliche Vorgabe, die als Schutzregelung für alle Flächen gilt. Die Qualität von Natur und Landschaft soll durch dieses Gesetz bewahrt werden. Wir werden nicht zulassen, dass die Substanz dieses Rechtsgutes zerstört wird, denn fast alle unsere konkreten Schutzmaßnahmen sind in diese für den Naturhaushalt essentiellen rechtlichen Vorgaben eingebettet. Sie finden, liebe Leser, in diesem Heft vieles von dem, was Sie mit uns zusammen im abgelaufenen Jahr für die natürliche Vielfalt getan haben. Wir gehen davon aus, dass wir neben dem laufenden LIFE-Projekt "Grüne Keiljungfer" ein weiteres Großprojekt von der EU bewilligt bekommen, das der äußerst seltenen Fledermausart Große Hufeisennase Chancen zum Überleben sichern wird. Wir haben viel geleistet. Unterstützt haben uns dabei das Umweltministerium, der Bayerische Naturschutzfonds, die Bayerischen Staatsforsten und verschiedene Partner und Sponsoren. Allen ein herzliches Dankeschön! Genauso wie unseren Mitgliedern, die über das ganze Jahr Naturschutz bei uns in Wert gesetzt haben. Wir brauchen auch morgen viele engagierte Mitarbeiter, die an unserem Aktionsbündnis für das Leben mitwirken. Alle, die das wollen, sind beim LBV herzlich willkommen, denn Leben braucht Vielfalt. Mit freundlichen Grüßen Ludwig Sothmann Vorsitzender des LBV

6
NatURSchUtZpOLItIK Großes Foto: Klimaschutz und Energiewende sind eine große Herausforderung für den Umweltschutz Kleine Fotos von links nach rechts: Grünlandumbruch, begehrter Rohstoff Holz, Solarenergiepark, Bärlauchblüte im Steigerwald

7
Nationalpark Steigerwald/ 2011 Internationales Jahr der Wälder Der Beschluss der Bayerischen Staatsregierung ein "Zentrum-Nachhaltigkeit-Wald" im Steigerwald zu errichten, stellt nach Einschätzung des LBV keine Alternative zur Ausweisung eines Nationalparks im Nördlichen Steigerwald dar. Selbst die Chance, den Steigerwald nachträglich für das Unesco-Weltnaturerbe Buchenwälder zu melden, ist mit der Entscheidung der Staatsregierung gegen ein großflächiges Wald-Naturschutzgebiet vorerst vertan. Durch die Ausweisung eines Nationalparks im Steigerwald könnte Bayern seiner Verantwortung zum Schutz von Buchenwäldern nachkommen und gleichzeitig einen entscheidenden Beitrag leisten, um das verbindliche Ziel der Bundesregierung - bis 2020 10% des öffentlichen Waldes einer natürlichen Entwicklung zu überlassen - zu erreichen. Der LBV wird sich weiterhin mit anderen Verbänden im Freundeskreis Nationalpark Steigerwald für den Schutz der alten Buchenwälder in dieser Region einsetzen. Gerade in den letzten Monaten wurden unter dem Deckmantel der Energiewende und des angekündigten Ausbaues regenerativer Energien Forderungen von Nutzergruppen lauter, Wald und Holz intensiver zu nutzen. Solchen Bestrebungen erteilt der LBV eine klare Absage. Diese Aussagen gerade im Internationalen Jahr der Wälder verkennen völlig die Bedeutung alter ungenutzter Wälder für die Artenvielfalt. Klimaschutz Seit 2009 ist der LBV Bündnispartner der Bayerischen Staatsregierung in der Klimaallianz (www.klima-bayern. de). Der von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie wird begrüßt, allerdings müs- sen beim Ausbau der regenerativen Energien die Themen Nachhaltigkeit und Erhalt der Biodiversität eine herausragende Rolle spielen. Maßnahmen zum Klimaschutz dürfen nicht zu Lasten der Biodiversität gehen. So müssen zukünftig die Inhalte der Bayerischen Biodiversitätsstrategie beim Anbau nachwachsender Rohstoffe berücksichtigt werden, ein Umbruch von Niedermooren und Feuchtgrünland wird aus Klimaschutzgründen abgelehnt. Ein weiterer Ausbau der Wasserkraft kann - wenn überhaupt - nur unter der Maßgabe der Naturverträglichkeit und der Effizienz erfolgen. Energiewende Im Zuge der Energiewende hat sich der LBV intensiv mit der Zunahme und den Auswirkungen der regenerativen Energieformen auseinandergesetzt. Die größten Probleme aus naturschutzfachlicher Sicht verursacht dabei der zunehmende Anbau von Energiepflanzen, insbesondere Mais, zur Gewinnung von Biogas. In vielen Gebieten - auch in Bayern - ist der Anteil der Grünlandfläche zugunsten des Energiemais-Anbaus so deutlich zurückgegangen, dass einige Bundesländer bereits ein Grünlandumbruchverbot erlassen haben. In Bayern wurde dies bislang nur in einzelnen Gebieten umgesetzt. Es ist aus Sicht des LBV erforderlich, einen klaren rechtlichen und fördertechnischen Rahmen abzustecken, um die Bioenergie so sinnvoll und effizient wie möglich zum Schutz des Klimas und zur Schonung der natürli-chen Ressourcen einzusetzen, ohne die Biodiversität zu beeinträchtigen und negative sozioökonomische Folgen zu verursachen. Bei Windrädern und Solarparks müssen klare regionalplanerische Vorgaben umgesetzt werden, damit es nicht zu Interessenskonflikten kommt. Der LBV hat deshalb zu allen Formen der regenerativen Energien Positionen formuliert, um den Ausbau dieser Form der Energieerzeugung so naturverträglich wie möglich umzusetzen. Eine Aussetzung der Ausgleichs- und Ersatzverpflichtung beim Bau von Windkraftanlagen und Solarparks, wie sie in einigen politischen Gremien schon diskutiert wurde, kommt für den LBV nicht infrage. Diese Positionen vertreten wir auch in interdisziplinären Gremien auf Landesebene, z.B. dem Zukunftsrat der Staatsregierung. Dauergrünland In Bayern hat es in den letzten fünf Jahren einen massiven Grünlandumbruch gegeben. Bereits 18 Landkreise liegen beim Grünlandverlust über der 5%-Schwelle, die die Europäische Union für nicht mehr akzeptabel hält. Diese Entwicklung macht auch vor FFH- und Vogelschutzgebieten nicht Halt. Ursache ist vor allem der hohe Flächenbedarf für die Anbauflächen zur Beschickung von Biogasanlagen. Der LBV hatte sich im Rahmen der Novelle des bayerischen Naturschutzgesetzes mit seiner Forderung, dass der Grünlandumbruch immer mindestens 8 Wochen vor der Maßnahme angezeigt und genehmigungspflichtig werden müsse, nicht durchsetzen können. Der LBV wird sich auch im Zuge der Umsetzung der Wiesenbrüteragenda weiter intensiv für einen Erhalt des Dauergrünlandes einsetzen. Vielfalt in Steinbrüchen schützen Rohstoffgewinnung und Naturschutz müssen keine Gegensätze sein. Der LBV hat deshalb im Beisein von Umweltstaatssekretärin Melanie Huml mit dem Bayerischen Industrieverband Steine und Erden e.V. (BIV) und der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Bergbau- und Mineralgewinnungsbetriebe e.V. (ABBM) eine Vereinbarung über

8
gemeinsame Aktivitäten zur Sicherung und Förderung der Biologischen Vielfalt in Gewinnungsstätten getroffen. Ziel ist es, gemeinsam die Artenvielfalt zu fördern. Häufig werden die Gewinnungsstellen bereits während der Produktion ökologisch aufgewertet, z.B. durch Ansiedlung seltener Pflanzen- und Tierarten. Kormoran Der LBV hat in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Roth erfolgreich Fördermittel über den Europäischen Fischereifonds beim Landwirtschaftsministerium für ein Pilotprojekt beantragt. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit einem Teichwirt Drahtkäfige, die Fische vor der Nachstellung durch Kormorane schützen, in einen sehr großen Weiher eingebracht. Außerdem wurden umfangreiche Biotopgestaltungsmaßnahmen am Schilfbestand des Weihers vorgenommen, die sowohl den Fischen, als auch der Vogelwelt zugute kommen. Der Einsatz von Schutzkäfigen in dieser Größenordnung und in so einem großen Gewässer ist noch nie in Europa umgesetzt worden. Richtungsweisende Erkenntnisse aus dem Projekt sollen ggf. sowohl in das bayerische Kormoranmanagement als auch in eine aktuell von der EU initiierte Informationsplattform einfließen. oben: Pilotprojekt-Maßnahmen zum Kormoranmanagement rechts: bedrohte Auen: Dauerthema Donauausbau Donauausbau Das Thema Ausbau der Donau zwischen Straubing und Vilshofen wird derzeit in einer sogenannten MonitoringGruppe diskutiert, der auch der LBV angehört. Der umstrittene Flussabschnitt ist der einzige Abschnitt der Donau in Deutschland, in dem die Dynamik des Flusses mit Hoch- und Niedrigwasser und der Wasseraustausch mit den umliegenden Auen noch intakt sind. Dies würde aber mit einer Staustufe bei Aicha unterbunden. Die Stauwirkung hätte gravierende Auswirkungen auf eine der wertvollsten Naturlandschaften Mitteleuropas. Es stellt sich zudem die Frage nach dem Bedarf des geplanten Ausbaus: Nach bisherigen Erkenntnissen bewegt sich z. B. die prognostizierte Entlastung der Autobahnen durch den Schiffsverkehr selbst auf einer voll ausgebauten Donau unter einem Prozent. Wir brauchen einen anderen Umgang mit unseren Flüssen und dürfen uns dabei nicht auf kurzfristige wirtschaftliche Vorteile wie erweiterte Abladetiefen für eine teilweise veraltete Schiffsflotte beschränken. Die Entscheidung für oder gegen weitere Staustufen in der Donau wird ein wichtiges Zeichen setzen, wie wir zukünftig mit unserer Natur und Heimat umgehen

9
aRtENSchUtZ Großes Foto: Der Schutz des gefährdeten Ortolans wird weiter ausgebaut Kleine Fotos von links nach rechts: Der Lebensraum der Rohrdommel wird optimiert; Wiesenbrüter wie die Uferschnepfe werden besser geschützt; Die Lebensgewohnheiten des seltenen Sperlingskauzes wurden untersucht

10
Vorhaben Ortolan in Mainfranken: artenvielfalt in der mainfränkischen Kulturlandschaft Europaweite Bestandseinbrüche haben den Ortolan zum Sorgenkind gemacht: In ganz Süd- und Westdeutschland besteht nur noch ein Vorkommen - in Mainfranken. Auch dort sind seit den 1980er Jahren die Bestände um 80 % eingebrochen. Der LBV optimiert seit 2006 mit Fördergeldern des Freistaats und in enger Zusammenarbeit mit schon über 50 Landwirten die Lebensbedingungen für den Ortolan in der intensiv genutzten Agrarlandschaft Mainfrankens: Die ortolanfreundliche Bewirtschaftung von Ackerflächen im Umfeld geeigneter Singwarten soll den Ortolan retten. 2011 wurden solche Maßnahmen schon auf 22 Hektar in den wichtigsten Verbreitungszentren umgesetzt - der weitere Ausbau ist mit Unterstützung der LBV-Stiftung Stiftung Bayerisches Naturerbe geplant. Bestandsförderung der großen Rohrdommel in Bayern In einem gemeinsamen Projekt von LBV und der Allianz Umweltstiftung wurden in drei aktuellen bzw. potenziellen Rohrdommel-Lebensräumen in Bayern Optimierungsmaßnahmen durchgeführt. Am Alt- und Neusee im Lkr. Schweinfurt bzw. im Bucher Weiher-Gebiet im Lkr. Erlangen-Höchstadt wurden im Winter 2011 in Zusammenarbeit mit Gemeinde, Landschaftspflegeverband und den LBV-Kreisgruppen Hecken und Gehölze zurückgeschnitten sowie zugewachsene Bereiche entbuscht. Zur Auflockerung der Schilfbestände wurde stellenweise Schilf über Eis gemäht und Gräben gezogen. Die Maßnahmen am Hirtlohweiher, Lkr. Schwandorf, sind besonders umfangreich, da es sich hier um einen stark verlandeten Weiher mit sehr dichten Schilfbeständen und einer mächtigen Schlammauflage handelt. Nach dem Abtrocknen des Weihergrundes werden im September 2011 die Schilfbereiche durch kanal- bzw. tümpelartige Strukturen aufgelockert und die Weiherfläche in diesen Bereichen entschlammt. Erstellung einer Wiesenbrüteragenda Da fast alle in Bayern brütenden typischen Wiesenvogelarten, wie Brachvogel, Uferschnepfe, Kiebitz, Bekassine, Braunkehlchen oder Wachtelkönig, sowohl auf den "Roten Listen" der bestandsgefährdeten Vogelarten Bayerns als auch Deutschlands stehen, erstellen der LBV und ein Wiesenbrüterexperte aus Norddeutschland derzeit im Auftrag des LfU eine Agenda zum Schutz dieser Arten. Die Ursachen für die Probleme der Wiesenvögel reichen von Defiziten bei den Agrarumwelt- und Naturschutzprogrammen, über zunehmenden Grünlandverlust, die Entwässerung von Feuchtwiesen, Störungen, bis hin zur Prädation, um nur einige zu nennen. Nun wird Punkt für Punkt eine Strategie, die diese Probleme mit konkreten Maßnahmen angeht, erarbeitet und publiziert. Ziel ist es, auf dieser Basis eine konkrete Umsetzung auf Landes-, aber auch auf Gebietsebene ab 2012 zu beginnen. Seit 1999 hat der LBV die Möglichkeit, mit Erlösen aus der Glücksspirale diverse Naturschutzprojekte vor Ort durchzuführen. Vier aktuelle Vorhaben mit landesweiter Be-deutung sollen hier vorgestellt werden. glücksspiralen-projekt: Schwarzstorch-Erfassung Die zunehmende Häufigkeit von Schwarzstorchbeobachtungen sowie die nach wie vor vielfältigen Gefährdungsfaktoren waren Anlass für eine aktuelle Erfassung. Diese erfolgte durch die Sammlung aktueller Daten von Forst- und Naturschutzbehörden, Ornithologen und Gebietsbetreuern und wurde durch einen Presse- und Internetaufruf zur Meldung zufälliger Beobachtungen ergänzt. Gegenüber der Schätzung von 2005 mit 60 - 70 Brutpaaren, konnten 2010 schon 144 Schwarzstorchreviere festgestellt werden, davon 105 mit möglicher bis sicherer Brut. Die landesweite Schwarzstorcherfassung 2010 dient als Grundlage für gezielte Maßnahmen zur Überwachung der Horste, zur Sicherung und Verbesserung der Lebensräume sowie zur Verringerung der Unfälle an Stromleitungen. glücksspiralen-projekt: Untersuchungen zur habitatwahl des Sperlingskauzes Der Sperlingskauz, die kleinste in Deutschland heimische Eule, ist hierzulande von Natur aus selten und die Bestandsdichte nur schwer feststellbar. Grundlage des Projektes sind Untersuchungen an Eulen und Prädatoren im Nürnberger Reichswald seit 1970, mit Punktkartierungen von Höhlenbäumen und Brutplätzen des Sperlingskauzes seit 1983. Neben einer aktuellen Erfassung der Revierbesetzung und des Bruterfolgs wurden anhand ausgewählter Parameter die Reviere der Art im Südlichen Nürnberger Reichswald analysiert, um die Habitatstrukturen aufzunehmen. Glücksspiralen-Projekt: Spatzenfibel Spatzen gelten als die Kulturfolger schlechthin. Seitdem der Mensch in Siedlungen lebt, sind sie nahezu überall dort zu finden, wo auch Menschen leben. Wie kein anderer Vogel verkörpert er die Natur in der Stadt. Spatzen zu beobachten macht viel Spaß, doch wird das heutzutage immer schwieriger. Denn sie sind selten geworden - vor allem in der Stadt. Nicht nur die Ergebnisse der Stunde

11
der Gartenvögel belegen dies Jahr für Jahr. Es gelingt ihnen immer weniger, sich an die modernen Entwicklungen im Siedlungsbereich anzupassen. Flächenversiegelung, Nahrungs- und Brutplatzmangel machen ihnen schwer zu schaffen. So können sich in Münchens Innenstadt Spatzentrupps nur noch an wenigen Orten halten. Nicht von oben bestimmte Artenschutzprogramme werden den Spatz retten, sondern die Initiative und das Engagement vieler einzelner Spatzenfreunde. Mit dieser Broschüre wollen wir den Rückgang dieser liebenswerten fliegenden Stadtbewohner stoppen und Möglichkeiten aufzeigen, wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, z.B. durch die Schaffung von Brutmöglichkeiten, v.a. im Zuge von Bau- und Umbaumaßnahmen, die Gestaltung von Gärten oder das Angebot von Wasser- und Staubbädern. Die Kreisgruppe München hat alle diese Informationen in einer reich bebilderten Spatzenfibel zusammengestellt. LBV aktiv für die Kreuzotter In enger und guter Kooperation mit dem Wasserwirtschaftsamt hat die Kreisgruppe Nürnberg den Aufbau der in weitem Umkreis größten Kreuzotternpopulation voranbringen können. Hierzu werden unter Leitung von Klaus Müller z.B. detaillierte Vorgaben zur Entnahme von Gehölzen gemacht, Infotafeln aufgestellt und Überwinterungshilfen für Kreuzottern angelegt. Die "Nester" aus Heu und Ästen bieten den Schlangen eine Zuflucht für die kalten Monate. Im Sommer lassen sich dann auch Zauneidechsen in den Haufen nieder, die wichtige Beutetiere für die seltenen Kreuzottern sind. Auch die Kreisgruppe Amberg-Sulzbach kümmert sich um diese für den Landkreis vom Aussterben bedroht geltende Art. Sie hat mit Beratung des Kreuzotterexperten Dr. Wolfgang Völkl im Rahmen eines Glücksspiralenprojektes die Kreuzotterpopulation im Landkreis kartiert und dabei auch neue Sommerlebensräume erfasst. Auf dieser Basis wurden Vorschläge für wenig aufwändige, aber sehr wirkungsvolle Schutz- und insbesondere Vernetzungsmaßnahmen entwickelt, die die Isolation der einzelnen kleinen Vorkommen überbrücken sollen. Studie zu den auswirkungen der zunehmenden Biogasnutzung auf die Wiesenweihe in Bayern Der LBV nahm den Bau einer 6,7 MW-Biogasanlage im fränkischen Kernbrutgebiet der Wiesenweihe bei Gollhofen im Landkreis Neustadt-Aisch/Bad Windsheim zum Anlass, eine Studie zur Biogasnutzung und ihrer Auswirkungen auf die Habitatnutzung der Wiesenweihe durchzuführen. Die Art könnte in Bayern besonders durch den Energiepflanzenanbau betroffen sein, da sie hauptsächlich in landwirtschaftlichen Kulturen brütet. Dazu wurden vor Ort Flächennutzungsdaten erhoben und Biogaslandwirte befragt. Erste Ergebnisse der vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium geförderten Studie zeigen, dass für die Wiesenweihen im Untersuchungsraum eine vielfältige landwirtschaftliche Betriebsstruktur wichtig ist, da diese wiederum eine Feldfruchtvielfalt mit sich bringt, die sich günstig auf die Brut- und Nahrungsbedingungen der Art auswirkt. Als nächster Schritt sollen die Flächennutzungsdaten der zurückliegenden zehn Jahre mit den aktuellen und den historischen Brutstandorten der Wiesenweihe verglichen werden. Neben den genannten Projekten laufen weiterhin die Artenhilfsprogramme Uhu, Wanderfalke und Weißstorch, das landesweite Vogelmonitoring der Normallandschaft und das LIFE-Projekt Grüne Keiljungfer. oben: Kreuzotterweibchen der Population in Nürnberg-Eibach links: Die Spatzenfibel kann unter www.lbv-shop.de bestellt werden

12
LaNDSchaftSpfLEgE Großes Foto: Quellschutz bleibt ein wichtiges Anliegen des LBV wie hier bei der Blockquelle in Aschau Kleine Fotos von links nach rechts: Fortbildung von Forstbediensteten; Quellkartierung; Quellrenaturierung; Waldquelle; LBV- Fläche bei Bischofsreuth

13
Kooperationsprojekt "Quellschutz im Staatsforst" mit den Bayerischen Staatsforsten aöR Das Kooperationsprojekt "Quellschutz im Staatsforst" wurde 2007 mit dem Ziel initiiert, den Quellschutzgedanken in die Betriebsabläufe des größten bayerischen Waldbewirtschafters zu integrieren. Ende 2011 wird dieses sehr erfolgreich verlaufene Projekt abgeschlossen. Nach einer einjährigen Pilotphase in drei ausgewählten Gebieten wurde das Projekt 2008 mit folgenden Inhalten auf alle Forstbetriebe der BaySF ausgeweitet: o Kartierung von Quellen o Planung und Beratung von Maßnahmenumsetzungen o Beiträge zu den regionalen Naturschutzkonzepten der Forstbetriebe o Erfolgskontrolle an durchgeführten Maßnahmen o Interne Fortbildung an den Forstbetrieben o Öffentlichkeitsarbeit o Datenbank und GIS Da zu Quellen - insbesondere im Wald - kaum Informationen vorliegen, war ein wesentlicher Aspekt des Projekts die systematische Erfassung von Waldquellstandorten. In 18 von 41 Betrieben wurden (auf nahezu alle Naturräume Bayerns verteilt) insgesamt rund 2000 Quellen erfasst. Damit liegen erstmals für größere Landschaftsteile Daten zum Zustand der Waldquellen vor. Der Quellschutz wurde in die regionalen Naturschutzkonzepte der Forstbetriebe aufgenommen und ist damit fest in die Naturschutzarbeit der BaySF integriert. In vielen Betrieben wurde ergänzend dazu eine praxisorientierte Weiterbildungsveranstaltung für die Betriebs- und Revierleiter durchgeführt. Während der Projektlaufzeit wurden in verschiedenen Betrieben beispielhaft Maßnahmen umgesetzt: Für drei BayernNetz Natur-Projektgebiete wurden Gesamtkonzepte für den Quellschutz erstellt, wodurch rund 190 Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Situation erreicht werden sollen. Zusätzlich wurden rund 20 Einzelmaßnahmen durchgeführt. LfU-projekt "Quellschutz in Bayern" Im letzten Jahr konnte die Fortsetzung des vom Landesamt für Umwelt finanzierten Projektes erreicht werden. Ziel ist u.a. die Initiierung und Umsetzung von Quellschutzmaßnahmen. Auch die Einbindung von Multiplikatoren und die Öffentlichkeitsarbeit stellen wichtige Aufgabenschwerpunkte dar. Durch Vorträge und Exkursionen, z.B. im Rahmen von Gewässernachbarschaftstagen, wurde der Quellschutzgedanke weitergegeben. Seit Projektbeginn wurden über 50 Maßnahmen geplant - sie können nun durch externe Partner allein weitergeführt und umgesetzt werden. Auch bei der Beratung von Gemeinden und Privateigentümern und bei der Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen war der LBV aktiv beteiligt, z.B. in den Landkreisen Ebersberg oder Neumarkt i.d.OPf. "Kleinmaßnahmen" der glücksSpirale 2010 Auch 2010 erhielt der LBV wieder eine Förderung aus den Zweckerträgen der GlücksSpirale zur Durchführung von Kleinmaßnahmen. Insgesamt stellte der Bayerische Naturschutzfonds einen Betrag in Höhe von 153.000,-EUR mit einem Fördersatz von 85% für den LBV zur Verfügung. Mit diesen Mitteln konnte der LBV bayernweit 15 Projekte realisieren. Unter anderem wurde im Landkreis Amberg/Sulzbach wurde der Bestand der Kreuzotter untersucht und im Stadtgebiet von Bamberg das Vorkommen der Fledermäuse. In diesen und vielen weiteren "Kleinmaßnah-men-Projekten" konnten interessante Ergebnisse erzielt werden, die wichtige Grundlagen für die Planung von Schutzmaßnahmen darstellen. Für 2011 wurde eine Förderung in der gleichen Größenordnung zugesagt, sodass auch in diesem Jahr eine Vielzahl wichtiger Naturschutzprojekte realisiert werden kann. Einen Überblick über die bereits durchgeführten Projekte bietet www.die-natur-gewinnt-immer.de .

14
aufbau einer Schutzgebietsplattform und Schutzgebietsmarketing Die LBV-Ankaufsflächen werden in der Regel durch die Kreisgruppen ehrenamtlich betreut. Um deren Arbeit zu erleichtern und das Flächen-Management zu modernisieren, wird derzeit mit Förderung durch die Stiftung Bayerisches Naturerbe eine web-basierte Schutzgebietsplattform aufgebaut. Diese soll den Flächenbetreuern einen direkten Zugriff auf wichtige Grundstücksinformationen erlauben. Zudem soll die Eingabe von Beobachtungs- sowie Pflegedaten und Recherche und Kartendarstellungen ermöglicht werden. Insgesamt kann dieses Portal, das bis Ende 2011 stehen soll, den Informationsfluss über unsere Flächen deutlich verbessern. Um das Thema Biodiversität und Flächensicherung besser zu kommunizieren, soll ferner das Schutzgebietsmarketing intensiviert werden. Dazu wurde im Rahmen eines Glücksspirale-Projektes ein Konzept zur standardisierten Außendarstellung der LBV-Projektgebiete erstellt. Ziel ist es, das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der Arten- und Lebensraumvielfalt zu wecken und Interessierte für die Flächenbetreuung zu gewinnen. Neben Schutzgebiets-Steckbriefen wurden auch kurze Videoclips gedreht, die ab 2012 im Internet abgerufen werden können. aufbau des Informationszentrums gobibär in der Mongolei In diesem Jahr konnte das vom LBV unterstützte Zentrum weiter ausgebaut werden. Eine Solaranlage wurde installiert und auch eine Telefonverbindung konnte eingerichtet werden, sodass das Zentrum in der Wüste Gobi nun auch von außen erreichbar ist. Im Sommer 2011 fand eine mehrwöchige Expedition der mongolischen Nationaluniversität und der Naturschutzgebietsverwaltung vor Ort in das Verbreitungsgebiet des Gobibären statt, bei welcher bestimmte Fragestellungen zur Lebensweise und auch gezielte Schutzmaßnahmen bearbeitet wurden. Von dem neuen Zentrum aus können diese Bemühungen in den nächsten Jahren dann sukzessive fortgeführt werden. Die offizielle Eröffnung ist für das Jahr 2012 vorgesehen. Weitere Informationen zum Projektfortschritt: www.gobibaer.de LBV-SchUtZgEBIEtE Dank zahlreicher Spender und Förderer konnte auch im vergangenen Jahr das LBV-Schutzgebietsnetz weiter vergrößert werden! Um knapp 64 ha ist der LBVBesitz von Juni 2010 bis August 2011 auf insgesamt über 1.900 ha angewachsen. Ein Schwerpunkt wurde hierbei auf die Sicherung von Mooren gelegt, denn im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2020 wurden diese Ankäufe besonders gefördert. Durch Renaturierung dieser zum Teil stark gestörten Moore kann der LBV neben dem Artenschutz auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. von rlinks: Der Lebensraum des Gobibären, das Gobibärenzentrum im Bau, neue LBV-Fläche im Weidmoos

15
Landkreis Garmisch-Partenkirchen Lichtenfels Regen Landsberg/Lech Freyung-Grafenau Amberg/Sulzbach Freyung-Grafenau Wunsiedel Straubing/Bogen Coburg Regen Freyung-Grafenau Neumarkt i.d. Opf. Unterallgäu Straubing/Bogen Deggendorf Berchtesgadener Land Ebersberg Neustadt a.d. Waldnaab Neumarkt i.d. Opf. Straubing/Bogen Neustadt a.d. Waldnaab Freyung-Grafenau Straubing/Bogen Cham Neumarkt i.d. Opf. Oberallgäu Coburg gemarkung Oberammergau Zettlitz Langdorf Utting a. Ammersee Vorderfreundorf Michelfeld Wasching Hildenbach Sankt Englmar Ahlstadt Rinchnach Bischofsreut Dietkirchen Winterrieden Rain Langenisarhofen Saaldorf Aßling Tännesberg Oberhembach Laberweinting Kohlberg Philippsreut Steinach Raindorf Mittersthal Waltenhofen Gemünda i.OFr. größe in ha 15,7400 8,9125 5,3420 3,9854 3,4892 3,1180 2,3804 2,3210 2,0990 1,4900 1,4720 1,4438 1,4174 1,2439 1,0703 0,9924 0,9009 0,8570 0,8250 0,8148 0,6130 0,5712 0,5305 0,5149 0,5100 0,4230 0,3520 0,2940 Gesamtfläche: 63,7236 ha gebiet Bergwiesen Oberammergau Baggersee in der Mainaue Moorwald Brandten (KLIP) Quellen und Bachaue bei Utting Moorkomplex Osterbach (KLIP) Tiefe Grube Michelfeld Wälder bei Ringelai Erweiterung LBV-Schutzgebiet Zeitelmoos (KLIP) Moorkomplex am Klinglbach (KLIP) Erweiterung LBV-Schutzgebiet Lange Berge Moorwald Schneiderau (KLIP) Erweiterung LBV-Schutzgebiet Bischofsreut (KLIP) Halbtrockenrasen bei Lippertshofen Erweiterung LBV-Schutzgebiet Winterrieden (KLIP) Erweiterung LBV-Schutzgebiet Rainer Wald Erweiterung LBV-Schutzgebiet Gilsenöd Erweiterung LBV-Schutzgebiet Haarmoos Aßlinger Filze Erweiterung LBV-Schutzgebiet Kainzbachtal Feuchtbiotope bei Oberhembach Erweiterung LBV-Schutzgebiet Kleines Laabertal Feuchtwiese mit Quellbereichen bei Kohlberg Moorkomplex Vorderfirmiansreut Erweiterung LBV-Schutzgebiet Steinacher Mooswiesen Chambaue bei Raindorf Tal der Weißen Laaber Erweiterung LBV-Schutzgebiet Waltenhofener Moos Erweiterung LBV-Schutzgebiet Rodachtal Zeitraum: 06/2010 bis 08/2011 Gesamtsumme: 545.833,87 EUR

16
UMWELtBILDUNg/BILDUNg fÜR NachhaLtIgE ENtWIcKLUNg Über 120.000 Besucherinnen und Besucher in unseren Umweltstationen bzw. bei Veranstaltungen zur Umweltbildung - dies ist die stolze Bilanz der LBV-Umweltbildungsarbeit im vergangenen Jahr. Dieser Erfolg ist im überdurchschnittlichen Engagement unserer Umweltpädagoginnen und Umweltpädagogen begründet, aber auch in den zielgruppengenauen Programmen und den Kooperationen mit kompetenten Partnern vor Ort. Großes Foto: gemeinsames Erleben in der Natur das vermitteln die LBV-Umweltstationen wie hier in Kleinostheim Kleine Fotos von links nach rechts: Das "Vogelnest" und die Unterwasserwelt der Umweltstation Rothsee, Indianerlager in der Station Isarmündung, Übergabe der Werte-Ordner

17
Im vergangenen Jahr konnte der LBV seine beeindruckende Bilanz im Bereich Umweltbildung und Bildung zur Nachhaltigkeit weiter verbessern und es gelang uns, über 110.000 Menschen mit unseren Bildungsangeboten in ganz Bayern zu erreichen. Zu den 8 anerkannten Umweltstationen des LBV ist eine neue am Rothsee hinzugekommen. Diese integrative Einrichtung ergänzt das breitgefächerte Bildungsangebot des LBV in idealer Weise. Viele Projekte der Umweltstationen und Geschäftsstellen konnten mit Unterstützung des Bayerischen Umweltministeriums (StMUG) realisiert werden. Ein weiterer wichtiger Partner in diesem Jahr war für uns die Bayerische Sparkassenstiftung, die uns in hervorragender Weise unterstützte. Durch den großen Erfolg unserer Arbeit im Elementarbereich konnten wir in Hilpoltstein eine neue Stelle für dieses Bildungssegment schaffen, die ab September von Frau Heike Fischer besetzt wurde. Umweltschule in Europa 127 Schulen beteiligten sich im Schuljahr 2010/2011 an der Auszeichnung Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule, die der LBV in Bayern koordiniert. Die teilnehmenden Schulen müssen dabei zwei Projekte zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit bearbeiten und einer Jury aus Vertretern des Kultusministeriums, des Umweltministeriums, des LBV und der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen zur Prüfung vorlegen. Die Schulen erhalten als Anerkennung vom bayerischen Umweltminister eine Flagge und ein Zertifikat und bekommen den Titel "Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule" für ein Jahr zugesprochen. Neue Umweltstation am Rothsee Mit der offiziellen Einweihung durch Staatsminister Dr. Markus Söder wurde Ende Juli 2011 die Umweltstation am Rothsee unter Leitung von Lena Hauselt in Betrieb genommen. In dem vorangegangenen zweimonatigen Probebetrieb konnten bereits 7000 Besucher gezählt werden. Neben Schulklassen und anderen Gruppen aus der Region findet die Umweltstation ebenfalls großen Anklang bei Touristen und Tagesbesuchern. Eine Unterwasserwelt, Greifbecken, Forscherteiche, ein WasserMatsch-Bereich, eine Sanddüne und Beobachtungsstände bieten beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb. Zudem stehen unter anderem Programme zu den Themen Biodiversität, Klima, Ernährung, Fairer Handel und Teambildung auf dem Programm. Besonders mit Hilfe des seit zwei Jahren eingesetzten Drachenboots und dem erfolgreich durchgeführten 2. LBV-Drachenbootrennen werden Gemeinschaftsgefühl und Rhythmus der Teilnehmenden gestärkt. Bereits in der Planungsphase wurden die Regens-Wagner-Stiftung Zell, die gehörlose und mehrfach behinderte Menschen betreut, sowie der Auhof, eine Lebens- und Arbeitsstätte der Rummelsberger, mit einbezogen. Die gesamte Umweltstation mit Gebäude und Außenanlagen ist behindertengerecht gestaltet. Dank der fortwährend bestehenden Kooperation können Programme und längerfristig angelegte Kooperationsprojekte für Menschen mit und ohne Handicap angeboten werden. Die Umweltstation wurde vom Zweckverband Rothsee mit Geldern des Konjunkturpaketes II errichtet. Das Anliegen, integrativ zu arbeiten und auch Menschen mit Han- dicap den Zugang zu umweltpädagogischen Angeboten zu ermöglichen, veranlasste auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die Bayerische Sparkassenstiftung, das Projekt zu fördern. Werte-projekt Mit Unterstützung des Bayerischen Umweltministeriums haben wir im letzten Jahr den Sammelordner zum Thema Werte im Elementarbereich entwickelt. Der Sammelordner "leben gestalten lernen: Werte leben" stieß auf hohes Interesse und die großzügige Unterstützung der Bayerischen Sparkassenstiftung ermöglicht es uns, 3.000 Exemplare an bayerische Kindergärten kostenlos abzugeben und parallel dazu eine eintägige Fortbildungsreihe in allen bayerischen Regierungsbezirken anzubieten. Didacta, die größte Bildungsmesse Europas Auch in diesem Jahr war der LBV bei der Didacta in Stuttgart vertreten. Als größte Fachmesse und Weiterbildungsveranstaltung dieser Branche bietet sie einen Überblick über Angebote, Trends und aktuelle Themen im Bildungsbereich. Unsere Sonderschau lief diesmal unter dem Titel "leben gestalten lernen für die 0 bis 3-Jährigen (U3)". Das von uns entwickelte Bildungsmaterial zum Thema U3 wurde vom Fachpublikum mit großem Interesse aufgenommen. Damit hat der LBV den Bereich der Kindertageseinrichtungen mit praxisnahen Materialien lückenlos abgedeckt.

18
Ökokids - KindertageseinRIchtUNg NachhaLtIgKEIt Mit diesem neuen Projekt des LBV, das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit gefördert wird, zeichnen wir Kindertageseinrichtungen aus, die sich in Projektarbeit mit dem Thema Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigt haben. Schon im ersten Probedurchgang war die Resonanz überwältigend. Über 170 Einrichtungen reichten ihre Projektarbeiten bei der Jury ein. Kindergarten Von unserem arche noah Kindergarten in Hilpoltstein, der jetzt auf sein 15-jähriges Bestehen zurückblicken kann, sind auch in diesem Jahr wieder viele Praxisimpulse für die Bildungsarbeit im Elementarbereich ausgegangen. Gerade unsere Arbeit an dem neuen Projekt U3 wurde vom Erzieherinnenteam kompetent mitbegleitet. Durch Fortbildungen für Erzieher/innen und Multiplikator/innen in Rheinland-Pfalz und Thüringen trägt Elke Gehrung als Leiterin der Einrichtung die Ideen des LBV auch in andere Bundesländer. gremienarbeit Nicht nur inhaltlich positioniert sich der LBV mit neuen Projekten und Materialien, auch in wichtigen Gremien ist das Referat gefragt: So arbeiten wir zum Beispiel im Kernteam Marketing des bayerischen Umweltministeriums, im Nationalkomitee zur Begleitung der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung, dem Plankstettener Kreis oder im Arbeitskreis Bildung für nachhaltige Entwicklung des Umweltministeriums mit. Großes Foto: Das Titelbid der Kampagne Ökokids Kleine Fotos von links nach rechts: Wasser erleben am Rothsee, Spielen und forschen im LBV-Kindergarten, LBV-Fortbildung für ErzieherInnen

19
aUS DEN BEZIRKEN Großes Foto: In der Gebietsbetreuung Allgäuer Hochalpen Kleine Fotos von links nach rechts: Umweltstation Rothsee Umweltbildung in Pfaffenhofen Ökostation Helmbrechts Naturerlebnisgarten Kleinostheim

20
SchWaBEN freizeit und Erholung Die Iller durchfließt Gemeinden mit hoher touristischer Nutzung. Gleichzeitig ist sie Lebensraum seltener und geschützter Brutvogelarten (Flussuferläufer, Gänsesäger) sowie wichtiges Rastgebiet für zahlreiche Vogelarten. Im Rahmen eines Glücksspiralen-Projektes konnten wir ein Besucherlenkungskonzept erarbeiten, welches die Artenschutzaspekte ausreichend berücksichtigt und gleichzeitig die Freizeitnutzung in geordnete Bahnen lenkt. alpen Die Erschließung der Alpen hält leider nach wie vor an. Neben Wegebaumaßnahmen im Rahmen der Alp- und Forstwirtschaft liegen Planungen für die Erweiterung bzw. Neuerschließungen für den Wintertourismus vor. Gemeinsam mit DAV, Cipra und BN konnten wir bereits einen Teilerfolg bei der Erschließung des Riedbergerhorns (Birkhuhnhabitat und Alpenplanzone C) erzielen. Die Liftbetreiber haben nun ein reduziertes Konzept vorgestellt, in dem zwar der Gipfelbereich des Riedbergerhorns nicht mehr enthalten ist, aber die Auswirkungen vor allem auf die Birkhuhnpopulation nach wie vor problematisch sind. Wir werden gemeinsam weiterhin gegen diese unsinnigen Planungen vorgehen. Genauso kritisch verfolgen wir die Pläne am Ifen (Liftneubau, Pistenneubau mit Beschneiungsmaßnahmen und Bau eines Bergrestaurants). Großes Foto: Exkursion in die spektakuläre Bergwelt Birk- und Alpenschneehuhn, die noch national bedeutende Bestände in den Allgäuer Hochalpen besitzen. Nachwachsende Rohstoffe Mit großer Sorge beobachten wir die Entwicklung der "Vermaisung" unserer schwäbischen Landschaft aufgrund des EEG und den dadurch drastischen Verlust und Entwertung von wertvollen Lebensräumen für die Artenvielfalt. Schwaben lag bereits Ende 2010 mit 484 Biogasanlagen an 2. Stelle in Bayern! Siehe hierzu auch den Absatz im Bericht "Naturschutzpolitik." arten- und Biotopschutz Zur Förderung der Biodiversität in Schwaben haben die Kreisgruppen erneut Grundstücke in ihren Schwerpunktgebieten erworben, gepflegt, durch Neuanlagen aufgewertet und damit zur Vernetzung von Lebensräumen sowie zur Schaffung wertvoller Trittsteinbiotope beigetragen. Durch den Erwerb eines Moorgrundstückes mit Mitteln des Bayerischen Klimaprogramms 2020 konnte beispielsweise der Wunschstandort vom Zierlichen Wollgras, einer in Deutschland und Bayern vom Aussterben bedrohten Pflanzenart, gesichert werden. Bildung für nachhaltige Entwicklung Das Team des LBV Schwaben führt für Schulen, Kindergärten, Familien- und Erwachsenengruppen Umweltbildungsveranstaltungen durch. Die meisten der jährlich 200 teilnehmenden Schulen werden dabei vor Ort besucht. Unsere Wanderungen ins Reich des Steinadlers finden nach wie vor großen Zuspruch. In Kooperation mit der Gemeinde Rettenberg konnte ein Naturerlebnispfad mit 13 Stationen rund ums Thema Wasser realisiert werden. Im Rahmen eines Glücksspiralen-Projektes zum Thema Gebäudebrüter konnte eine interaktive Ausstellung zum Thema realisiert werden. Kleines Foto: mit dem Gebietsbetreuer auf Steinadlersafari gebietsbetreuung allgäuer hochalpen Der Wettbewerbsbeitrag von LBV-Gebietsbetreuer Henning Werth wurde mit dem Fahrtziel Natur Award 2010 der Deutschen Bahn ausgezeichnet. Viele bundesweite Beiträge sind seitdem in den Medien erschienen.Vor Ort wurden Aktionstage, eine Themenwoche, Führungen und Vorträge angeboten. Infotafeln, Broschüren und Folder runden das Angebot ab. Im Focus der Schutzbemühungen stehen u. a.

21
OBERfRaNKEN glücksspiralenprojekt Saumstrukturen Im Rahmen des Projektes wurden in sechs mittelintensiv bis intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten das Vorkommen, die Dichte und die Artenzusammensetzung von Säumen und extensiv genutzten Waldrändern untersucht. Für ein Gebiet war ein Vergleich der Dichte der Saumstrukturen mit der Situation vor 25 Jahren möglich. Demnach sind 70 % der strukturreichen Waldränder und mindestens 25 % der Säume in der Agrarlandschaft verloren gegangen. Zudem wurde festgestellt, dass die meisten Säume stark eutrophiert sind. Die Ergebnisse zeigen, dass der Verlust an Säumen in der Kulturlandschaft auch einen enormen Verlust an Artenvielfalt nach sich zieht. Da Säume auch den Wasserabfluss bremsen und die Bodenerosion reduzieren, müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Saumdichte in der Kulturlandschaft wieder erhöhen. LIfE Natur-projekt Oberes Maintal Von 2010 bis 2014 wird im Bereich der Landkreise Bamberg und Lichtenfels das Life-Projekt Oberes Maintal umgesetzt. Der LBV ist mit den LBV-Kreisgruppen Bamberg und Lichtenfels Projektpartner, der Fachwissen und finanzielle Mittel zur Umsetzung einbringt. Auf 3150 ha Fläche beherbergen die Lebensräume entlang des Mains, die zu dem europaweiten Schutzgebietsnetz "Natura 2000" gehören, eine Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten. Durch die Anlage von Flachwasserzonen, Schilfgebieten und Altwasserbereichen sollen wertvolle Lebensräume neu geschaffen. optimiert und langfristig gesichert werden. Umweltbildung Die drei oberfränkischen, vom Bayerischen Umweltministerium anerkannten Umweltstationen, die Fuchsenwiese in Bamberg, die Ökostation Helmbrechts und das Umweltschutz-Informationszentrum Lindenhof Bayreuth setzen innovative Projekte im Bereich Umweltbildung um. Bei über 750 Veranstaltungen in den drei Umweltstationen konnten mehr als 20.000 Besucher gezählt werden. Für 15 Jahre als Vorsitzende des Freundeskreises Lindenhof und ihren langjährigen, engagierten Einsatz für das UIZ Lindenhof wurde Anneliese Fischer, ehemalige Landtagsvizepräsidentin, auf dem diesjährigen Storchenfest von Ludwig Sothmann mit der LBV-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Naturschutzprojekt von bundesweiter Bedeutung Start des Naturschutzgroßprojektes "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" als eines von derzeit 29 aktuell geförderten Naturschutzgroßprojekten des Bundes; länderübergreifend in den Bundesländern Thüringen und Bayern mit einer Projektgebietsfläche von 316 km². Der LBV ist mit anderen Naturschutzverbänden Vertragspartner und direkt an der Projektplanung und Projektumsetzung beteiligt. Wechsel in der Bezirksgeschäftstelle Mit Karsten Gees wurde die Leitung der BGS Oberfranken ab April 2011 neu besetzt. Karsten Gees hat Diplom-Biologie in Bayreuth studiert und war danach unter anderem als Regionalstellenleiter des NABU Rheinhessen-Nahe für Öffentlichkeitsarbeit und Betreuung von Ehrenamtlichen tätig. Großes Foto: Das Grüne Band bei Föritz aus der Luft rechts: Verleihung der LBV-Ehrennadel an Annelise Fischer ganz rechts: Auch Fische, wie die Rutte, profitieren vom LIFE-Projekt

22
UNtERfRaNKEN artenschutzprojekte Die Wahl des Gartenrotschwanzes zum Vogel des Jahres 2011, war für uns der Anlass, im Rahmen eines Glücksspiralen-Projektes auf ausgewählten Streuobstflächen in den Geminden Kleinwallstadt und Sulzbach 14 bzw. 9 Reviere zu erfassen. Zudem wurden Flächen kartiert, in denen konkrete Optimierungsvorschläge umgesetzt werden können. Projektbegleitend wurden Exkursionen angeboten. o Im Projekt "Erfassung von Greifvogelhorsten und Bestandserfassung von Wespenbussard und Rotmilan auf der Mainfränkischen Platte im Lkr. Main-Spessart" wurden 270 Horstbäume mit GPS erfasst und kontrolliert, wobei nur 2 % von Rotmilan und Wespenbussard besetzt waren. Für Planungsvorhaben und die Waldbewirtschaftung stellen diese Daten eine wesentliche Grundlage dar. o In der Greifvogelauffang - und pflegestation in Mechenhard konnten insgesamt 23 Vögel gepflegt und in die Freiheit entlassen werden. Darunter waren 8 Turmfalken, 7 Mäusebussarde, 1 Sperber, 6 Waldkäuze, 1 Steinkauz. Kooperationen o Mittlerweile gehören dem Frankenbündnis Natur 18 Unternehmen aus der Rohstoffgewinnungsindustrie an. Ziel ist der Gleichklang von Ökologie und Ökonomie zum Erhalt der oft herausragenden biologischen Vielfalt in Steingroßes Foto: Horstbaum kleine Fotos: Streuobstwanderung, Kindergeburtstag im Umwelthgarten brüchen, Kies- und Sandgruben. Unser Motto: "Rohstoffgewinnung und Naturschutz ziehen an einem Strang". An dem offiziellen "Tag der biologischen Vielfalt" trafen sich die Bündnispartner zu einer LBV-Fachtagung mit Exkursion in Augsfeld. o Kooperation mit SODENTHALER Mineralbrunnen GmbH und mit der Gärtnerei Löwer: Auch 2010 nahmen über 1.700 Schüler und Lehrkräfte das Angebot zum Thema "Wasser und Trinkwasser" bei SODENTHALER an. Die Gärtnerei Löwer in Mömlingen (Lkr. Miltenberg) unterstützt die Umweltstation nach wie vor mit Materialspenden in Form von Kräutern und anderen Pflanzen. Bildung für nachhaltige Entwicklung Unser Umweltgarten Kleinostheim wird immer populärer: Mit unserem Modellprojekt "Selbst wertvolle Natur erleben" erreichten wir viele Schulklassen und Kindergruppen, wobei verschiedene Aspekte des Wertes der Natur behandelt wurden. Offene Veranstaltungen für Erwachsene und Familien rundeten das Angebot ab. Wildnistage wurden angeboten, bei denen Jugendliche den Wert der Natur hautnah erlebten und Überlebenstechniken kennen lernten. Immer beliebter werden unsere Kindergeburtstags-Feiern auf dem Gelände des Naturerlebnisgartens. Die Umweltstation erhielt den 1. Umweltpreis des Landkreises Aschaffenburg.

23
MIttELfRaNKEN Im positiven Sinne überlagert war die Arbeit im Bezirk von der Eröffnung der neuen LBV - Umweltstation am Rothsee im Juli und durch die Feierlichkeiten rund um das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen des Fränkischen Seenlandes: Jährlich werden durch Mitarbeiter der LBV Umweltstation in Muhr/See Tausende von Besuchern über die Vogelinsel geführt. Mit dem Projekt "Wertsachen" wurde das Thema Werte vor allem mit Schulklassen behandelt. "Der Traum vom Fliegen" bietet 2011 rund um das Thema "Vögel" Weiterbildungen für Mulitiplikatoren an. Im Oktober 2010 fand mit der A-Capella Band Viva Voce in vielumjubeltes Konzert in Muhr statt, dessen Erlös in die Finanzierung der Station floss. Schwerpunkte der Geschäftsstelle Nürnberg/Fürth/Erlangen bildeten deren schon traditioneller Fledermausnotruf sowie ein Gebäudebrüterprojekt, in dem die bekannten Standorte gesichtet werden, aber auch Behörden und Architekten über die Möglichkeiten der Schaffung neuer Brutmöglichkeiten informiert und unterstützt werden. Durch die erfolgreiche Pressearbeit rund um die Musterfutterstelle im Fürther Stadtpark konnten wir uns im Großraum Nürnberg über ein Spitzenergebnis bei der Stunde der Wintervögel freuen. Viele Kräfte bindet die Koordinierung des Widerstands gegen den geplanten Bau des Max-Planck-Instituts am Rande des Naturschutzgebietes Exerzierplatz in Erlangen. In Fürth lag der Schwerpunkt auf der Biotoppflege. So wurde an der Billmannwiese in Bernbach der neue Seukenbach ausgebaggert und ein Tümpel für die dort vorkommenden Amphibien angelegt. An den Bucher Weihern bei Erlangen hat die Kreisgruppe eine Habitatoptimierung für die Rohrdommel durchgeführt und gleichzeitig eine Bibersicherung geschaffen. In Ansbach hat sich das 25. Mal die Wasservogelzählung gejährt. Ein Ergebnis: Die Verbesserung der Wasserqualität und die Zunahme des Kleinfischbestandes hatten zur Folge, dass der Wappenvogel des LBV, der Eisvogel, mittlerweile bei jeder Zählung mehrfach zu beobachten ist, während er in den ersten Wintern kaum gesichtet werden konnte. Die KG Ansbach betreibt eine ehrenamtlich betriebene Geschäftsstelle in der Ansbacher Innenstadt. Das Beratungsangebot wird sehr rege angenommen. Aktive der Kreisgruppe Weißenburg/Gunzenhausen waren wieder viel bei Pflegeeinsätzen auf Orchideenwiesen unterwegs und haben sich vorbildlich um verletzte Vögel gekümmert. Im Landkreis Roth/Schwabach wurden ca. 8.000 Amphibien gerettet. Ein großer Erfolg war die Fledermausnacht im Schloß Dürrenmungenau im Juni 2011. Regelmäßig werden die Quartiere der Fledermäuse im Landkreis kontrolliert sowie 5 Fledermausexkursionen angeboten. Die Kreisgruppe verfügt über einen neuen Bandrechen und einen Anhänger, der auch anderen Kreisgruppen zur Nutzung angeboten wird. Der Bestand des Weißstorches im Landkreis Neustadt/ Aisch hat sich seit 2000 mehr als verdreifacht! Die Betreuung der Horste wird von Aktiven der Kreisgruppe übernommen, ebenso die Kontrolle von Hunderten von Fledermausquartieren. Die Eulengruppe kontrolliert ca. 200 Brutplätze von Schleiereulen. Aktiv ist die Kreisgruppe auch im Wiesenweihen-, Dohlen- und Mehlschwalbenschutz. oben: Der Eisvogel ist im Raum Ansbach wieder öfter zu beobachten links: Ministerpräsident Horst Seehofer und Umweltminister Dr. Markus Söder eröffnen die neue Aussichtsplattform am Altmühlsee

24
OBERBaYERN Landschaftspflege und Grundstückskäufe Das Besucherlenkungskonzept der LBV-Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach für das Haarmoos wurde von der Gemeinde Saaldorf-Surheim und der Stadt Laufen mit Leader- und Biosphären-Fördermitteln umgesetzt. Am 29. März 2011 wurden die zwei Informationsstadl sowie die Beobachtungsplattform im Haarmoos offiziell eingeweiht. Zudem konnte der LBV heuer eine weitere Feuchtwiesenfläche erwerben, um so die Bereiche für die sensiblen Wiesenbrüter wie Großer Brachvogel oder Bekassine zu erweitern und dauerhaft sicherzustellen. Die Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen hatte die Chance, aus einem großen Flächenverkauf im Ammertal fast 16 Hektar wertvolle Flächen mit Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds zu erwerben. Sie liegen in den Oberammergauer "Wiesmahd-Hängen" (FFHGebiet), im NSG Ettaler Weidmoos und am Rande des NSG Pulvermoos. Mit Karlszepter, Sumpfschrecke und Kalktuffquellen beherbergen sie jetzt schon wichtige Arten und Lebensräume. Diese können in den nächsten Jahren vor allem mit dem Ankauf von weiteren 20 Hektar durch das Landratsamt im selben Gebiet noch optimiert werden. Der LBV Fürstenfeldbruck hatte in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten einen Halbtrockenrasen an der Rothschwaige wieder hergestellt. Die Erfolgskontrolle zeigte nun, dass Gemeiner Wundklee, Skabiosen-Flockenblume, Karthäuser-Nelke und Silberdistel inzwischen in großer Zahl auf den Flächen blühen. Mit der Blütenpracht sind auch zahlreiche Schmetterlinge zurückgekehrt - darunter 15 Arten der Roten Liste Bayern. Die Kreisgruppe Bad Tölz investiert weiter in die Renaturierung des Zellbachtales und ist dabei, weitere Grundstücke zu erwerben. Auch die Kreisgruppe Ebersberg konnte sich über Grundstückszuwachs freuen: Sie erhielt ein Grundstück in den Aßlinger Filzen geschenkt und wird dieses für die Arktische Smaragdlibelle, Kreuzottern und Schlingnattern pflegen. Der LBV München kümmert sich auf 45 Hektar um Münchens Naturoasen. Zum Erhalt von Fransenenzian, Karlszepter und Kugelblume packen über 120 ehrenamtliche Helfer mit an, darunter auch Kindergruppen, Schulklassen und Münchner Unternehmen wie die Kassenärztliche Vereinigung, KPMG oder die Bayerische Börse München. artenschutz Bei der Mitarbeit am Gewässerentwicklungskonzept für den Ammersee konnte der LBV Starnberg seine Kontakte und Erfahrungen mit Wasservogel-Ruhezonen und Wassersportlern vom benachbarten Starnberger See einbringen. Großes Foto: Der neue Beobachtungsturm im Haarmoos kleine Fotos: 25-Jahr-Feier der Kreisgruppe Miesbach, Hangwiesen im FFH-Gebiet Ammertaler Wiesmahdhänge

25
Die Bezirksgeschäftsstelle erfasste in den Landkreisen Dachau, Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen die Bestände der Uferschwalbe und entwickelte Schutzmaßnahmen für Sand- und Kiesgruben. Die Kreisgruppe München führt im Auftrag der Regierung von Oberbayern das Artenhilfsprojekt für die vom Aussterben bedrohte Wechselkröte durch. Neben konkreten Artenschutzmaßnahmen steht die Beratung von Kiesgrubenbetreibern und Planern im Vordergrund. Im Mai 2011 wurde deshalb ein Fachsymposium veranstaltet, an dem über 50 Vertreter von Behörden, Naturschutzverbänden und Planungsbüros teilnahmen. Im projekt artenschutz an gebäuden der Bezirksgeschäftsstelle lag 2011 der Schwerpunkt auf Mauersegler und Haussperling. Broschüren wurden entwickelt, die Baubeteiligten die Bedürfnisse und Schutzwürdigkeit der Vögel erläutern und ihnen praktische Tipps zu ihrem Schutz an die Hand geben. Im Raum Tittmoning wird durch die Kreisgruppe Traunstein wieder verstärkt der Eulenschutz betrieben. Hier soll besonders das Vorkommen der Schleiereulen stabilisiert werden. Seit 2008 veranstaltet die Kreisgruppe Ingolstadt jährlich am 3. Oktober den "Tag der Artenkenntnis". Das Datum wurde bewusst gewählt als Tag der Einheit von Mensch und Natur! Landwirte als partner Mit Unterstützung der Gregor Louisoder Umweltstiftung verwirklichte die Bezirksgeschäftsstelle das Projekt "Landwirte für Schwalbe, Kiebitz und Co" mit einem um fangreichen Angebot an Praxistipps für Landwirte zur Erhöhung der Artenvielfalt auf Hof und Flur. Die Praxistipps wurden auch von den Ökoanbauverbänden Naturland und Bioland an alle ihre Vertragslandwirte weitergegeben. Das Brachvogel-Projekt der Kreisgruppe Pfaffenhofen konnte mit 14 flüggen Jungvögeln einen sensationellen Erfolg erreichen. Die Kreisgruppe Erding gestaltete auf zwei Hektar Intensivackerland ein vielseitiges Biotop. Umweltbildung Der Umweltgarten Wiesmühl konnte seinen Neubau einweihen: Er bietet zusätzliche Werk- und Experimentierarbeitsplätze und beherbergt die umfangreiche Sammlung heimischer Vogel- und Fischarten sowie eine wechselnde Steine-Ausstellung. Aktuelles Thema im Naturpavillon Übersee ist "Vögel unserer Heimat - Verborgene Schätze entdecken und kennen lernen". Die Jugendarbeit im Landkreis Mühldorf erhielt neuen Aufschwung mit der in Waldkraiburg gegründeten Kindergruppe "Die Naturfreunde". Der LBV Landsberg baute mit den Schülern der Platanenschule ein großes Insektenhotel im Schulgarten. In München erforschten im Rahmen des Projektes "Was ist los in der Stadt" 50 Schulklassen die vom LBV betreuten Stadtbiotope mit ihren Schönheiten und Kostbarkeiten. Die Schüler konnten dabei entdecken, dass die Vielfalt der Stadt weit über Shopping, Verkehr und Gebäude hinausgeht. Die von der Bezirksgeschäftsstelle angebotene Ausbildung zum zertifizierten Wildniskoch/köchin erfreut sich großer Beliebtheit. Mit der Öko-Rallye für Kindergärten hat die Geschäftsstelle Scheyern ein Angebot geschaffen, bei dem Erzieherinnen und Eltern zu Multiplikatoren für die Naturerfahrung junger Kinder werden. Großes Foto: Gute Erfolge gab es beim Großen Brachvogel Die neue LBV-Broschüre für an der Umwelt interessierte Landwirte Kostenloser download unter: www.praxistipps.lbv.de

26
NIEDERBaYERN Artenschutz/Landschaftspflege Auch in den vergangenen 12 Monaten haben die neun niederbayerischen Kreisgruppen wieder schützenswerte Lebensräume angekauft und gepflegt. Den Schwerpunkt bilden nach wie vor feuchte Wiesen, Hoch- und Niedermoorstandorte sowie Wälder. Die Kreisgruppe Regen hat 14 ha Hochmoore in den Dienst des bayerischen Klimaschutzprogramms gestellt, die Kreisgruppe Freyung-Grafenau hat weitere Flächen im Lebensraum des Birkwilds am Schnellenzipf an der tschechischen Grenze gesichert und die Kreisgruppe Deggendorf hat ihre Niedermoorwiese an der Donau bei Gilsenöd erweitern können und wurde gleich mit einer Brachvogelbrut auf der neuen Fläche belohnt. Mit Artenhilfsprogrammen (AHP) haben die Niederbayern versucht, der Wiesenweihe in der Agrarlandschaft, den Schleiereulen in den Scheunen und den Flussseeschwalben mit Hilfe von Nistflößen zu helfen. Während der Bestand der Wiesenweihen stagniert, die Mitarbeiter des AHP Schleiereule dramatische Einbrüche verzeichnen mussten - nur zwei von ca. 500 Nistkästen waren von Schleiereulenfamilien bewohnt - haben die Flussseeschwalben die Nisthilfen der Kreisgruppen Rottal-Inn, Dingolfing-Landau und Landshut gut angenommen. Die Kolonien der Landshuter am mittleren Isarstausee haben mit über 80 Brutpaaren einen neuen Höchstwert erreicht. Damit brütet hier etwa ein Viertel des bayerischen Brut- bestandes dieser vom Aussterben bedrohten Vogelart. In guter Zusammenarbeit mit den Fischern erarbeitet der LBV Niederbayern derzeit einen Fischottermanagementplan, und Claus Gregor, dem Vorsitzenden der KG Regen gelang es, naturfreundliche Befahrungsregeln für den Schwarzen Regen durchzusetzen. Umweltbildung In zahlreichen Exkursionen und Bildungsangeboten, acht Kinder- und Jugendgruppen und an der LBV-Umweltstation Isarmündung haben zahlreiche Menschen Kontakt mit der Natur gefunden und vertieft. Das Modellprojekt der Umweltstation "Natur unterwegs an der Donau" förderte als Kooperationsprojekt die Zusammenarbeit mit Umweltstationen entlang der Donau und führte Geocaching als Umweltbildungsangebot ein. LBV-team Dr. Christian Stierstorfer wechselte an die LBV-Geschäftsstelle Oberpfalz in Regenstauf, kümmert sich von dort aus weiterhin um den Rainer Wald und kämpft als Donaubeauftragter in der Monitoring-Gruppe für die freifließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen. Ruth Waas arbeitet nach ihrer Elternzeit wieder auf einer halben Stelle für den LBV. Auf der zweiten halben Stelle vertritt Hannelore Summer Karin Hodl, die seit Anfang Juli im Mutterschutz ist. Großes Foto: Ganz neu und schon voll besetzt: Das Flussseeschwalbenflos der KG Rottal Inn am Rottauensee Kleine Fotos von links nach rechts: Im bayerischen Wald sichert der LBV Hochmoore, wie hier in der Schneiderau, für den Klimaschutz; Das Umweltministerium hat die gute Arbeit der Umweltstation Isarmündung mit der Verlängerung des Qualitätssiegels Umweltbildung.Bayern gewürdigt

27
OBERpfaLZ Sei es die Storchennesterneuerung in Tirschenreuth, ein Vogelbestimmungskurs der Neumarkter Kreisgruppe, Erfassung von Fledermausquartieren im Landkreis Cham oder die Bemühungen zum Schutz des Großen Brachvogels bei Regensburg: Die Oberpfälzer Kreisgruppen mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern leisteten auch 2010 einen wertvollen Beitrag zum Erhalt unserer Natur. Neben der klassischen Landschaftspflege, Artenhilfsmaßnahmen und dem Flächenerwerb ging es auch darum, in der öffentlichen und politischen Auseinandersetzung Lobbyarbeit zu leisten und dem Naturschutz den ihm gebührenden Stellenwert zu verschaffen, z. B. am Teichlberg im Landkreis Tirschenreuth, wo geschützte Wälder dem Basaltabbau weichen sollen. Nach wie vor ist auch der Kormoran, insbesondere hinsichtlich der Oberpfälzer Teichwirtschaft, ein heftig umstrittenes Thema. Forderungen nach der gänzlichen Auflösung der beiden bestehenden Kormorankolonien in der Oberpfalz konnte immerhin Einhalt geboten werden. Die Umweltstation in Regenstauf kam 2010 richtig auf Touren: Die Diplom-Biologin Sigrid Peuser arbeitet seither für die LBV-Umweltbildung in der Oberpfalz. Der Schwerpunkt der Arbeiten der Umweltstation waren Veranstaltungen zu den Themen Vögel, Mikrokosmos, Lebensräume Wald/Wiese/Wasser und die Erstellung der Ausstellung "Lokal denken - global handeln", in der es um den illegalen Handel mit bedrohten und geschützten Pflanzen und Tieren geht. Die Bezirksgeschäftsstelle leistete neben der Betreuung von Oberpfälzer Naturschutzthemen wie in den Vorjahren Zuarbeit zum Rainer Wald und dem "Megathema" Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen, das leider noch immer auf der politischen Tagesordnung steht. Der LBV ist in der begleitenden Monitoring-Gruppe vertreten. Darüber hinaus bringt sich der LBV im Zuge der Mitarbeit bei der Donau-Naab-Regen-Allianz DONAREA für die Verbesserung der Gewässerstrukturen ein. Die fachliche Leitung der Vogelstation in Regenstauf übernahm 2010 Ferdinand Baer. Allein in diesem Jahr wurden ca. 500 Vögel aus Ostbayern aufgenommen und nach der Genesung wieder in die Freiheit entlassen, soweit dies möglich war. Spektakuläre Fälle waren ein Fischadler, der nach der Gesundung wieder freigelassen werden konnte oder Ende des Jahres ein Rauhfußbussard, der sich aber noch an der Station befindet. kleine Fotos: Heftig diskutiert im Landkreis Tirschenreuth: Soll das Naturschutzgebiet am Teichlberg dem weiteren Basaltabbau geopfert werden? Donau: Zusammen mit der Bezirksgeschäftsstelle Niederbayern und dem Landesverband arbeitet der LBV Oberpfalz zum Thema Donauausbau Großes Foto: Fischadler: Kurz vor der Freilassung wird das gesunde Tier ein letztes Mal durchgecheckt

28
NatURSchUtZJUgEND IM LBV Großes Foto: Beste Laune beim Sonnenuntergang auf dem jährlichen Segeltörn Kleine Fotos von links nach rechts: Gemeinschaft wird groß geschrieben; Jonglagekurs im Zeltlager; Survival-Lager; Amphibien hautnah erleben

29
Natürlich was bewegen! Unter diesem Motto setzt sich die NAJU als Jugendorganisation des LBV seit Jahren für den Erhalt von Natur und Umwelt ein, mal politisch und kreativ mit Demos und Transparenten, mal sportlich mit Kletteraktionen oder ganz praktisch mit Spaten und Fernrohr. Über 130 Kinder- und Jugendgruppen und viele landesweit aktive Jugendliche verbinden Spaß in der Gemeinschaft mit dem Engagement für eine bessere Welt und dem Erhalt der biologischen Vielfalt. Kinder- und Jugendgruppen Die NAJU boomt wie schon lange nicht mehr! Das Jahr 2010 zeichnete sich vor allem durch einen rasanten Anstieg an Gruppenneugründungen aus. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt unseren Regionalbetreuenden geschuldet, die gerade in Gebieten mit geringer Gruppendichte eine tolle Betreuungsarbeit der Gruppenleiter leisten, Infotage veranstalten, den Kontakt zum Erwachsenenverband pflegen sowie Öffentlichkeitsarbeit vor Ort leisten. Während die Kindergruppenarbeit im Naturschutz floriert, hat es der Verband zunehmend schwerer, flächendeckend Jugendgruppen dauerhaft aktiv zu halten. Dieser Entwicklung soll mit neuen Konzeptideen entgegengewirkt werden. Hierzu wurden Best-Practice-Beispiele analysiert, Studien gewälzt und lange Diskussionen unter aktiven Jugendlichen geführt. Heraus kam ein Fahrplan, der sowohl auf die Lebenswirklichkeiten und Wünsche unserer Jugendlichen zugeschnitten ist, der aber v.a. auch die Gruppen vor Ort mit ihren Stärken und Schwächen abholt. gruppenleiterhandbuch "Starter Kit" Das NAJU-Starter-Kit ist ein Handbuch, welches das ABC der Kinder- und Jugendgruppengründung und -leitung vermittelt und im Jahr 2010 zur Unterstützung der Jugendarbeit vor Ort neu konzipiert wurde. Es legt besonderen Wert auf praktisch umsetzbare Tipps, Projekte und Aktionen, die jederzeit mit aktuellen Themen ergänzt werden können. Zudem beinhaltet es speziell ein Modul zum Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) und deren Anwendung in der Gruppenarbeit. prävention sexueller gewalt Ein wichtiges verbandsinternes Thema war die Prävention sexueller Gewalt, die die NAJU das ganze Jahr über beschäftigte. Einen Schwerpunkt bildete dabei die Diskussion um die Einführung von Führungszeugnissen für Haupt- und Ehrenamtliche. Zum zweiten wurde an einer besseren strukturellen Umsetzung des Themas gefeilscht um auch kleinere örtliche Gruppen und einzelne Aktive, die Jugendarbeit leisten, zu erreichen. projekt "traum vom fliegen" Mit dem Projekt möchten NAJU und LBV ein neues und stetiges Angebot der vorwiegend außerschulischen Umweltbildung für Kinder und Jugendliche schaffen, mittels dessen sich die Teilnehmenden von Ferienprogrammen mit dem Erhalt der Artenvielfalt am Beispiel der Vogelwelt auseinandersetzen sollen. Das in verschiedenen Modulen aufgebaute Projekt soll 2011 zunächst modellhaft in Mittelfranken durchgeführt werden. Hierzu wurde bereits fleißig an der Erstellung eines Schulungsangebots für Multiplikatoren sowie der Durchführung mehrtägiger Fortbildungen gearbeitet. Veranstaltungsprogramm für Kinder, familien und Multiplikatoren Ob zum Thema "Asterix bei den Mongolen", auf Tuchfühlung mit Knoblauchkröten, beim Beobachten und Erkennen von Vögeln, beim Kindercamp oder beim naturfreundlichen Klettern: Viele Wochenendseminare boten Kindern ab 8 Jahren in ganz Bayern verschiedene Angebote, um der Natur auf diverse Arten näherzukommen. Mit der ganzen Familie konnte man Filzläusen und Holzwürmern naherücken, gefährliche Ungeheuer mit allerlei Heilkräutern zähmen oder auf Wildnistouren das Gebiet um die Zugspitze durchstreifen. Bergwald-projektwoche 2010: "Evolution Race" 11 Jugendliche wollten in dieser Pfingstwoche die Entstehung des Lebens bis hin zum Menschen im Voralpenland nachvollziehen. Die ersten fünf Tage der Woche regnete es fast ununterbrochen, so dass in den verbleibenden trockenen Tagen emsig nach Tieren Ausschau gehalten wurde. Bis zum Ende der Woche konnten dennoch rund 150 Tierarten entdeckt werden, von Blaualgen über Feuersalamander und Fledermäuse bis hin zum Menschen, und mit diesen der Stammbaum des Lebens nachgestellt werden. "StEINreich oder SchEINreich"? - NaJU-Jugendcamp am abtsee Im August-Camp drehte sich für 80 Jugendliche alles um die Themen "Geld" und "Werte". Sie setzten sich kritisch mit der Ausbeutung von Mensch und Natur durch Großkonzerne auseinander, machten sich Gedanken über den Wert von Natur und diskutierten darüber, ob Geld wirklich glücklich macht. Die Woche voller Workshops, Exkur-

30
sionen und spannender Vorträge gipfelte dann in einer Demonstration in der Salzburger Innenstadt. Alles wurde hier an Passanten verschenkt, sogar die Welt in Form von Wassermelonen, die mit Kontinenten bemalt waren. totholz lebt! Als Jugendumweltverband sieht sich die NAJU in der Pflicht für die Bewahrung des bayerischen Naturerbes einzutreten. Unter dem Slogan "Totholz lebt" warb sie bei ihrer Jugendvertreterversammlung mit einer Aktion in Ebrach für die Ausweisung eines "Nationalpark Steigerwald". Den Auftakt bildete zunächst ein Referent der LBV-Kreisgruppe Bamberg, der sehr anschaulich über die Bedeutung der Buchenwälder in Bayern referierte. Anschließend entbrannte eine lebhafte Diskussion darüber, warum die Ausweisung eines Nationalparks zu derart heftigen Widerständen in der örtlichen Bevölkerung führe sowie über das ökonomische, ökologische und soziale Für und Wider. Am nächsten Tag machten sich die über 100 Teilnehmer nach Ebrach auf und erkundeten mit Bannern bepackt den außergewöhnlichen Lebensraum der alten Buchenwälder. Großes Foto: Welt zu verschenkenAktion beim Jugendcamp zum Thema Geld und Werte Kleine Fotos von links nach rechts: Gipfelstürmer im Alpenland; Ponys machen glücklich beim Pferdeseminar; Eine Essensschale herstellen beim Survival-Seminar

31
Unsere wunderbare Natur in Bayern und darüber hinaus für nachfolgende Generationen zu erhalten - das ist uns Aufgabe und Ansporn. Allen, die uns dabei unterstützen mit ihrem Wissen und Können, Ihrer Arbeitkraft oder durch finanzielle Zuwendungen sind wir zu größtem Dank verpflichtet!

32
StIftUNg BaYERISchES NatURERBE Großes Foto: Breitblättriges Knabenkraut im Grünen Band Kleine Fotos von links nach rechts: Jugendgruppenarbeit der NAJU; Rebhühner; Ein wichtiges Thema: Landwirtschaft

33
Die Stiftung Bayerisches Naturerbe wirbt - wie alle Stiftungen - gerne mit dem Etikett der "Nachhaltigkeit". Was bedeutet dies eigentlich? Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann. Aus dieser Definition sieht man, dass dies alles nur klappen kann, solange das System regenerierbar ist - und dafür setzen wir uns alle ein. Unsere Stiftung soll hierbei ihren Anteil beitragen. Vor allem mit einer "ökonomischen Nachhaltigkeit", das heißt, es soll dauerhaft eine tragfähige finanzielle Grundlage geschaffen werden zur Erfüllung von Aufgaben, die wir als ökologisch notwendig ansehen. In einer Zeit, in der auf den Finanzmärkten helle Aufregung herrscht, in der sich Vermögenswerte in Sekunden ins Nichts auflösen, in der kaum noch Renditen mit sicheren Anlagen zu erzielen sind, ist es schwer den richtigen Weg zwischen ängstlicher Resignation und mutiger Chancenergreifung zu finden. Wir sind froh, dass die Stiftung Bayerisches Naturerbe im Jahr 2010 nicht nur das uns anvertraute Kapital erhalten, sondern hieraus auch gute Erträge generieren konnte, die mit ca. 103.000 EUR überdurchschnittlich waren. Dankbar stellen wir auch einen Zuwachs an Bußgeldern fest. Wir sind auf dem richtigen Weg, uns in ganz Bayern bekannter zu machen. Im Jahr 2010 konnten wir so u.a. folgende projekte bezuschussen: o 20.000 EUR für das "Grüne Band", ein Projekt zur Vernetzung der Lebensräume in Bayern und Thüringen, o 9.500 EUR für den Arbeitskreis Landwirtschaft beim LBV, der vor allem Stellungnahmen des LBV zu agrarpolitischen und sonstigen wichtigen landwirtschaftlichen Themen erarbeitet, o 10.000 EUR für das Rebhuhnprojekt der Kreisgruppe Hof, o 5.000 EUR für "Perspektivenwechsel Wald" der Kreisgruppe Bamberg, ein umweltpädagogischer Beitrag zur Thematik "Nationalpark Steigerwald". o Wir konnten aber ebenso der Naturschutzjugend im LBV helfen bei der Verwirklichung des Projektes "Steinreich oder scheinreich", bei dem "evolution race", desweiteren mit 5.000 EUR zur Anschaffung eines StarterKits, welches die Grundlagen der Gründung und Leitung von Kinderund Jugendgruppen der NAJU vermittelt und Ideen und Anregungen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bietet. o Ob für den Zaunbau der KG Fürstenfeldbruck um die Weide der Heckrinder, ob für die "Vogelbeobachtung Iller" der BGS Schwaben oder die Umweltbildungsarbeit im Naturpavillon der Gemeinde Übersee, ob für eine Grundstücksanschaffung der KG Bad-Tölz oder den "Wildniskoch" der BGS München - auch hier half die Stiftung mit zum Teil ansehnlichen Beträgen, Finanzierungslücken zu schließen. Während im Jahre 2010 weltweit verheerende Erdbeben, bisher nie erlebte Überschwemmungen, Vulkanausbrüche und tropische Stürme, Waldbrände und Ölpest unsere Schöpfung erschütterten, wurden wir in Deutschland und im besonderen in Bayern von solchen Katastrophen verschont. Hierfür sind wir dankbar. "Mein Sohn, die Erde ist zu alt, um sich über sie lustig zu machen", sagt ein bretonisches Sprichwort. Nehmen wir unsere Schöpfung also ernst. Wir jedenfalls fühlen uns verpflichtet, uns auch in den kommenden Jahren unvermindert für die Erhaltung unserer bayerischen Natur in all ihrer Vielfalt - mit Freude und hoffentlich gutem Erfolg - einsetzen. Allen die uns dabei helfen, uns auf unserem Weg begleiten, danken wir herzlich. Dr. Rüdiger Dietel Vorsitzender des Stiftungsvorstandes Stiftung Bayerisches Naturerbe Gerhard Koller Stiftungsbeauftragter

34
fINaNZEN Großes Foto: Neu angekaufte LBV Fläche im Weidmoos bei Oberammergau Kleine Fotos von links: LBV-Förderer auf der Spur des Steinadlers; LIFE-Projekt Grüne Keiljungfer; Der LBV begrüßt sein 60.000 Mitglied

35
Beweis des Vertrauens, Verpflichtung und Abbild der aktivitäten Mit Einnahmen von über 9,4 Millionen Euro, haben Menschen dem LBV finanzielle Mittel in die Hände gegeben, um in bestmöglicher Form naturschutzfachliche Aufgaben zu erfüllen. Mitglieder, Förderer, Staatliche Stellen und Stiftungen haben dem LBV damit das Vertrauen ausgesprochen, diese Gelder satzungsgemäß im Naturschutz zu verwenden. Im Besonderen gilt dies für die Mitglieder, die dem LBV über 1,7 Millionen Euro an Mitgliedsbeiträgen überwiesen haben, den Förderern, die fast 1,7 Millionen Euro an Spenden zur Verfügung gestellt haben, sowie den Verstorbenen, die den LBV in Form von über einer Million Euro an Erbschaften bedacht haben. Dies zeugt von großem Vertrauen der Bevölkerung in die Arbeit des Verbandes. Gleiches gilt für die Staatlichen Stellen und Institutionen, die mit Zuschüssen von fast 3 Millionen EUR die Arbeiten des LBV unterstützt haben.Allen Förderern an dieser Stelle ein herzliches "Dankeschön." Daraus ergibt sich die Verpflichtung an den LBV, mit diesen finanziellen Mitteln sorgsam umzugehen und sie zum Wohl von Mensch und Natur einzusetzen. Dieses Vertrauen gilt es immer wieder aufs Neue zu erwerben und die sich daraus resultierenden Verpflichtungen anzunehmen und zu erfüllen. Die Ausgaben stellen somit immer auch ein Abbild der vielfältigen Aufgaben dar, die angenommen wurden und der Verpflichtungen, die erfüllt wurden. Für den Artenschutz wendete der LBV über 1,7 Millionen Euro auf. Einige herausragende Projekte waren dabei das LIFE-Projekt "Grüne Keiljungfer" sowie die Artenhilfsprogramme Wiesenweihe und Weißstorch. Im Bereich der Landschaftsökologie wurden nahezu 1,5 Millionen Euro eingesetzt. Schwerpunktthema war dabei, neben der Betreuung und Pflege der LBV-eigenen Flächen, die ökologische Aufwertung verschiedener Quellbiotope. Für den Ankauf von Biotopen wendete der LBV nahezu 500.000 Euro in 2010 auf. Dies ist zwar im Vergleich zu 2009 etwa um 1,2 Millionen Euro weniger, doch es muss erwähnt werden, dass damals allein durch den Ankauf des Rainer Waldes etwa 1 Million Euro aufgewendet wurde. Ein Dank gilt auch hier den LBV-Gruppen, die sich nicht nur an der Finanzierung der Ankäufe beteiligen, sondern auch die arbeitsintensive Pflege gewährleisten. Die Umweltbildung förderte der LBV mit über 1,2 Millionen Euro. In das Jahr 2010 fällt die Grundsteinlegung der Umweltstation Rothsee, die der Zweckverband des Landkreises Roth errichtet und dem LBV als Träger übergeben hat. Einweihung konnte im Sommer 2011 gefeiert werden. Die Verteilung der Ausgaben spiegelt die Fokussierung des LBV auf den praktischen Naturschutz und die Umweltbildung wieder und belegt, dass der Verband seiner Verpflichtung gegenüber den Mitgliedern und Förderern nachgekommen ist. In Summe wendete der LBV im Jahre 2010 über 8,6 Millionen Euro auf. Nicht monetär bewertet und in den Ausgaben nicht enthalten, sind die vielen Stunden und Leistungen, die von den ehrenamtlichen Vorständen, Helferinnen und Helfern in den Bereichen Administration, Artenschutz, Landschaftsökologie und Umweltbildung erbracht werden. Ohne dieses Engagement könnte der Verband diese Erfolge im Naturschutz nicht leisten. Nach einem Verlust von 160.000 Euro im Jahr 2009 schließt der Verband das Haushaltsjahr 2010 mit einem Überschuss von 778.000 Euro ab. Dieses positive Ergebnis wurde besonders durch Erbschaftseinnahmen und eine gestiegene Spendenbereitschaft erreicht. Auch der LBV-Shop konnte mit einem beachtlichen Gewinn wieder zu dem positiven Ergebnis beitragen. Diese Erlöse fließen in unsere ideelle Arbeit. Die Kassenführung wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Balogh Revisions- und Treuhand GmbH geprüft und als ordnungsgemäß bestätigt. Die verbandsinterne Prüfung durch die Kassenprüfer Klaus Wolfrum und Siegfried Hösch ergab keine Beanstandungen. Michael Scharl Schatzmeister

36
fINaNZEN IM ÜBERBLIcK Wirtschaftlicher Sonstige Erträge ideel und Zweckbetrieb 13% 1% Erbschaften 11% LBV-Naturkindergarten 5% Mitgliedsbeiträge 19% Zuschüsse für Projekte 31% Naturschutzjugend NAJU 2% Spenden 18% Vermögensverwaltung 0% Bußgelder 0% ERtRag EUR Apfelblüte im Umweltgarten Kleinostheim Ideell Mitgliedsbeiträge Naturschutzjugend NAJU Spenden Zuschüsse für Projekte Bußgelder Erbschaften Sonstige Erträge ideell Vermögensverwaltung Wirtschaftlicher und Zweckbetrieb LBV-Naturkindergarten Summe 2010 7.740.482 1.756.388 161.511 1.680.695 2.957.819 37.334 1.059.907 86.826 43.262 1.182.306 472.486 9.438.536 2009 7.935.122 1.787.398 147.195 1.512.999 4.168.197 37.588 235.894 45.851 47.464 1.005.262 392.871 9.380.720

37
Dienste ** 5% Verwaltung 3% Mitgliederservice 3% Öffentlichkeitsarbeit 11% Naturschutzjugend NAJU 1% Wirtschaftlicher und Zweckbetrieb 11% LBV-Naturkindergarten 5% Artenschutz 20% Landschaftspflege 17% aKtIVa EUR Umweltbildung 15% Gebietsbetreuer 3% Vermögensverwaltung 0% Sonstiger Aufwand 0% 2010 7.233.574 1.755.614 1.472.523 494.418 1.252.024 266.466 107.487 925.691 251.768 270.112 436.931 540 18.340 983.161 425.578 8.660.653 777.883 Biotopkauf Wertberichtigung* 6% 2009 8.286.905 1.619.836 1.233.794 1.735.411 1.081.297 264.386 322.024 733.869 306.245 218.563 433.037 338.444 23.541 840.681 389.890 9.541.017 -160.297 aUfWaND EUR Ideell Artenschutz Landschaftspflege Biotopkauf Wertberichtigung * Umweltbildung Gebietsbetreuer Jugend/Kinder NAJU Öffentlichkeitsarbeit Mitgliederservice Verwaltung Dienste ** Sonstiger Aufwand Vermögensverwaltung Wirtschaftlicher und Zweckbetrieb LBV-Naturkindergarten Summe Jahresergebnis anlagevermögen Biotopgrundstücke AHK* Biotopgrundstücke Grundstücke genutzt Gebäude Technische Anlagen Fuhrpark Geldwerte Rechte Umlaufvermögen Bankguthaben Kassenbestände Wertpapiere Vorräte Forderungen aus Projekten Sonstige Forderungen Summe aktiva 2010 2.641.596 (20.160.546) 1.462 97.899 1.714.446 669.233 150.241 8.315 3.621.124 2.648.497 24.323 210.595 79.091 452.821 205.797 6.262.720 2010 5.973.585 3.090.170 2.883.415 289.135 0 289.135 6.262.720 777.883 2009 2.775.479 (19.665.826) 1.430 97.899 1.711.329 821.551 132.496 10.773 2.848.483 1.900.919 30.641 5.684 99.853 633.775 177.610 5.623.962 2009 5.196.686 3.259.443 1.937.244 427.276 0 427.276 5.623.962 -160.297 -15.725 *Anschaffungskosten der Biotopflächen bezahlt und wertgemindert auf EUR 1 paSSIVa EUR Eigenkapital Gebundenes Kapital Rücklagen Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Anzahlungen Verbindlichkeiten sonstige Summe passiva Operatives Jahresergebnis Steuerverbindlichkeiten Vorjahr * Biotopgrundstücke bezahlt und im Wert gemindert auf 1 EUR ** EDV, Rechnungswesen, Raumkosten

38
LBV VOR ORt Kleinostheim coburg helmbrechts Ökostation Kreisgeschäftsstelle Regionalgeschäftsstelle Umweltstation Naturerlebnisgarten Bayreuth Umweltgarten Fuchsenwiese Veitshöchheim Bezirksgeschäftsstelle Bamberg Bezirksgeschäftsstelle Informationszentrum Lindenhof Nürnberg-fürth-Erlangen Geschäftsstelle ansbach Geschäftsstelle Umweltstation Rothsee arnschwang hilpoltstein Landesgeschäftsstelle altmühlsee Umweltstation Regenstauf LBV-Zentrum "Mensch und Natur" Geschäftsstelle Ingolstadt Scheyern Bezirksgeschäftsstelle Umweltstation Vogelauffangstation fürstenfeldbruck Geschäftsstelle Regionalgeschäftsstelle Isarmündung/Moos Bezirksgeschäftsstelle Umweltstation München Starnberg Landsberg Memmingen Bezirksgeschäftsstelle Kreisgeschäftsstelle Geschäftsstelle Geschäftsstelle Bezirksgeschäftsstelle Bad tölz/ Wolfratshausen Geschäftsstelle Wiesmühl/ Inn-Salzach Umweltgarten chiemsee Naturpavillon Übersee hindelang garmisch-partenkirchen Geschäftsstelle GB Allgäuer Hochalpen

39
Landesgeschäftsstelle Bayern Gerhard Koller Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein Tel.: 09174-4775-0 info@lbv.de geschäftsstelle Rothsee LBV Umweltstation Rothsee Lena Hauselt Am Rothsee 10, 91161 Hilpoltstein Tel.: 09174-977 377 3 umweltstation-rothsee@lbv.de geschäftsstelle altmühlsee LBV Umweltstation Altmühlsee Heidrun Albrecht Schlossstr. 2, 91735 Muhr am See Tel.: 09831-4820 altmuehlsee@lbv.de geschäftsstelle Nürnberg Bianca Fuchs (Mo.-Do.) Humboldtstr. 98, 90459 Nürnberg Tel.: 0911-454 737 nuernberg@lbv.de geschäftsstelle ansbach Gerda Schurz (Do. 17-20 Uhr) Pfarrstr.11, 91522 Ansbach Tel.: 0981-7222 lbv-ansbach@gmx.de Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern Matthias Luy Kuglmüllerstr. 6, 80638 München Tel.: 089-196 430 051 oberbayern@lbv.de o. m-luy@lbv.de Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach Umweltgarten Wiesmühl Dirk Alfermann (Mo.-Do. vorm.) Wiesmühl 11, 84549 Engelsberg Tel.: 08634-625 333 inn-salzach@lbv.de geschäftsstelle München Dr. Heinz Sedelmeier Klenzestr. 37, 80469 München Tel.: 089-200 270 6 info@lbv-muenchen.de geschäftsstelle fürstenfeldbruck Ursula Anlauf (vorm.) Alois-Harbeck-Platz 3, 82178 Puchheim Tel.: 089-800 150 0 fuerstenfeldbruck@lbv.de Regionalgeschäftsstelle Scheyern Doris Lundgreen Prielhof 1, 85298 Scheyern Tel.: 08441-498 106 7 d-lundgreen@lbv.de geschäftsstelle garmisch-partenkirchen Michael Schödl (Mo. und Mi.) Gsteigstr.43, 82476 Garmisch-Partenkirchen Tel.: 08821-734 64 lbvgap@gaponline.de geschäftsstelle Starnberg Landsberger Str. 57, 82266 Inning-Stegen Tel.: 08143-8808 starnberg@lbv.de geschäftsstelle Ingolstadt Rudolf Wittmann (Fr. 14-17 Uhr) Lindberghstr. 2a, 85051 Ingolstadt Tel.: 0841-684 62 info@lbv-ingolstadt.de geschäftsstelle Bad tölz/Wolfratshausen Dr. Sabine Tappertzhofen (9-12 Uhr) Bahnhofstr. 16, 82515 Wolfratshausen Tel.: 08171-273 03 geschaeftsstelle@lbv-toel.de geschäftsstelle chiemsee Naturschutzpavillon Übersee (April-Okt.) Martina Mitterer Hochfellnweg 1, 83236 Übersee Tel.: 08642-1551 chiemseelbv@web.de Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken Karsten Gees Umweltschutzinformationszentrum Lindenhof Karolinenreutherstr. 58, 95448 Bayreuth Tel.: 0921-759 422 6 lindenhof@lbv.de geschäftsstelle Bamberg Umweltgarten Fuchsenwiese Brigitte Pfister Hegelstr. 16a, 96052 Bamberg Tel.: 0951-326 26 bamberg@lbv.de Ökostation helmbrechts Michael Selinger Ottengrüner Str. 100, 95233 Helmbrechts Tel.:09252-358 781 service@lbv-hof.de geschäftsstelle coburg (im Naturkunde-Museum Coburg) Alexander Ulmer Park 6, 96450 Coburg Tel. 09561-808 123 E-Mail: coburg@lbv.de Bezirksgeschäftsstelle Schwaben Brigitte Kraft Vogelmannstr. 6, 87700 Memmingen Tel.: 08331-901 182 schwaben@lbv.de gebietsbetreuung allgäuer hochalpen Henning Werth Dorfstr.10, 87545 Burgberg-Häuser Tel.; 08321-619 036 h-werth@lbv.de Bezirksgeschäftsstelle Veitshöchheim Marc Sitkewitz Mainlände 8, 97209 Veitshöchheim Tel.: 0931-452 650 47 sitkewitz@freenet.de Regionalgeschäftsstelle Unterfranken Umweltgarten Kleinostheim Thomas Staab Dreizehnmorgenweg 8, 63801 Kleinostheim Tel.: 06027-409 079 6 unterfranken@lbv.de Bezirksgeschäftsstelle Niederbayern Umweltstation Isarmünding Ruth Waas, Hanne Summer Maxmühle 3, 94554 Moos Tel.: 09938-950 020 niederbayern@lbv.de Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz Umweltstation o Vogelauffangstation Dr. Christian Stierstorfer Masurenweg 19 93128 Regenstauf Tel.: 09402-789 957 0 oberpfalz@lbv.de geschäftsstelle cham LBV-Zentrum "Mensch und Natur" Markus Schmidberger Nößwartling 12, 93473 Arnschwang Tel.: 09977-8227 info@lbvcham.de

40
DER LBV ISt BaYERNS ÄLtEStER UND gRÖSStER VERBaND fÜR aRtEN- UND BIOtOpSchUtZ MIt 75.000 MItgLIEDERN UND fÖRDERERN. ÜBER 3.000 aKtIVE SEtZEN SIch SEIt ÜBER 100 JahREN IN 350 KREIS-, ORtS- UND JUgENDgRUppEN fÜR BaYERNS NatUR EIN. KINDER UND JUgENDLIchE ENtDEcKEN MIt DER NatURSchUtZJUgEND DES LBV, DER NaJU, IhRE UMWELt.