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Wally & Bavaria erobern die Lüfte

Erfolgreiche Flüge und Begegnungen mit dem lokalen Steinadlerpaar

Wally und Bavaria erkunden zusammen neue Plätze
Wally und Bavaria erkunden zusammen neue Plätze in der Umgebung der Felsnische

Nach ihren erstmaligen Flügen am 08. und 12. Juli bewegen sich die beiden ersten in Deutschland ausgewilderten Bartgeier Wally und Bavaria zunehmend sicher in ihrem neuen Element. Waren die ersten Tage nach Verlassen der Felsnische von nur wenige Sekunden dauernden Gleitflügen geprägt, lassen sich beide Geier nun vereinzelt bereits in Aufwinden hinauf in die Gipfelregionen ziehen. Die starken Regenfälle der letzten Wochen haben die beiden gut überstanden, auch wenn gerade Bavaria dem Bartgeierteam den Puls höher schlagen ließ.

Sie saß oft für längere Zeit in einer steinschlaggefährdeten Felsspalte, das hat uns gerade bei dem Starkregen ziemliche Sorgen gemacht. Die Nässe an sich macht den beiden Giganten der Lüfte jedoch kaum etwas aus. Während sich die meisten Greifvögel nur schlecht mit nassem Gefieder fortbewegen können, ist es wirklich erstaunlich, wie gut ein nasser Bartgeier fliegen kann.

Die enge Bindung der beiden ist bemerkenswert

Nach wie vor treffen die beiden sich zu einem gemeinsamen Schläfchen in ihrer Felsnische | © Jochen Grab NPV © Jochen Grab NPV
Nach wie vor treffen die beiden sich zu einem gemeinsamen Schläfchen in ihrer Felsnische

Die Bindung der beiden jungen Bartgeier zueinander ist dabei bemerkenswert.  Das bestätigt uns auch unser Projektberater und einer der erfahrensten Bartgeierexperten Europas, Michael Knollseisen. Der Experte aus Österreich hat schon Dutzende von Bartgeiern bei Auswilderungen begleitet. Nur sehr selten entwickeln die einzelgängerischen Vögel dabei ein solch gutes Verhältnis wie Wally und Bavaria, die auch seit dem Ausflug meist die Nähe der anderen suchen, gemeinsam fliegen, fressen und nebeneinander schlafen. Auf der LBV-Webcam in der Auswilderungsnische sind beide Bartgeier dabei weiterhin regelmäßig aus nächster Nähe und auf ihren Flügen zu beobachten unter www.lbv.de/bartgeier-webcam.
Besonders markant sind hierbei akustische Signale: Die Bettel- und Beschwichtigungsrufe die häufiger von Wally ausgestoßen werden, kommen manchmal lautstark aus nächster Nähe ins Mikrofon.
Die beiden fliegen nach wie vor ganz gerne in die Nische und treffen sich dort, wie die Aufnahme von gestern schön zeigt.

Das Bartgeierteam sorgt weiterhin für die Versorgung der beiden Bartgeierdamen

Wally beim Aufnehmen der ausgelegten Nahrung in einer Schuttrinne |© Jochen Grab NPV © Jochen Grab NPV
Wally beim Aufnehmen der ausgelegten Nahrung in einer Schuttrinne

Da Bartgeier in der Natur in diesem Entwicklungsstadium noch von den Eltern mit Futter versorgt werden, ist das Betreuungsteam von Nationalpark Berchtesgaden und LBV weiterhin auch mit dem Nahrungstransport beschäftigt. Wir legen gezielt Futter in Felsrinnen und auf Schuttfelder aus, wo auch unter natürlichen Bedingungen Kadaver in der Regel zu finden sind. Die Knochen werden bis in den Herbst hinein regelmäßig im Umfeld der Auswilderungsnische platziert, auch wenn beide Geier das Gebiet schon verlassen haben sollten. Damit ist sichergestellt, dass sie auch bei ausbleibendem Glück bei der Nahrungssuche noch längere Zeit auf einen Happen zu uns zurückkehren können.

Die permanente Überwachung findet natürlich weiterhin statt

Wally und Bavaria bleiben stets in unmittelbarer Nähe zueinander | © David Schuhwerk © David Schuhwerk
Wally und Bavaria bleiben stets in unmittelbarer Nähe zueinander

Die Beobachter von LBV und Nationalpark sind derzeit weiterhin täglich von früh bis spät und bei jedem Wetter vor Ort, um die Flugübungen der beiden Geier verfolgen und dokumentieren zu können. Mittlerweile kommt es dabei auch gelegentlich zu Begegnungen, die für Mensch und Tier gleichermaßen aufregend sein dürften.

Erst am Sonntag berichteten wir von wirklich aufsehenerregenden und spannenden Interaktionen verschiedener Wildtiere mit unseren Bartgeiern.

Konflikte mit dem Klausbacher Steinadlerpärchen

Das Steinadlerweibchen beobachtet vom Gipfel des Knittelhorns die Situation in der Halsgrube | © David Schuhwerk LBV © David Schuhwerk LBV
Das Steinadlerweibchen beobachtet vom Gipfel des Knittelhorns die Situation in der Halsgrube

Unfriedliche Kontakte mit dem Klausbacher Steinadlerpärchen ereignen sich jetzt alle paar Tage. Vor allem die draufgängerische Wally lässt sich immer wieder auf Luftkämpfe mit den Adlern ein, die sie bisher bei einem einzelnen Gegner jedes Mal gewonnen hat. Einem Gegenangriff des örtlichen Adlerpaares konnte sie sich aber nur durch Flucht hinter den nächsten Berg entziehen. Dort blieb sie dann eine Nacht und einen halben Tag außer Sichtweite, ehe sie den Weg zurück in die Halsgrube fand. 

Auseinandersetzungen zwischen Steinadler und Bartgeier sind im Alpenraum völlig normal und enden bis auf sehr seltene Ausnahmen glimpflich. Die beiden nach der Ausrottung des Bartgeiers nun seit über 100 Jahren entfremdeten Arten müssen sich in nächster Zeit neu zusammenraufen, was durch die Jahrtausende alte Koexistenz aber von der Natur so eingerichtet ist.

Das Klausbacher Steinadlerpärchen lebt schon beinahe 10 Jahre zusammen und bisher waren sie die größten Segler in ihrem Tal. Auf die neuen Nachbarn müssen sich jetzt erst einmal alle einstellen. Auch in den nächsten Jahren werden alle jungen Bartgeier, die von uns wiederangesiedelt werden, sich dieser Herausforderung stellen müssen. 

Das Steinadlerpaar hat heuer übrigens erfolgreich ein Junges großgezogen, das in den nächsten Tagen ausfliegen dürfte. Die Besonderheit bei den beiden ist, dass sie darauf geprägt sind, in Baumhorsten zu brüten, was in den Felsen- und Nischenreichen nördlichen Kalkalpen ziemlich ungewöhnlich - und auch nicht besonders erfolgreich - ist.

Wally zieht schon äußerst elegant ihre Kreise
Wally zieht schon äußerst elegant ihre Kreise

von David Schuhwerk,

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