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Unsere ersten beiden ausgewilderten Bartgeier sind ein Jahr alt!

Wir feiern mit einem kleinen Geburtstagsportrait und schauen aufs erste Jahr zurück

Es ist soweit: Nach Bavaria am vergangenen Freitag feiert heute auch Wally ihren ersten Geburtstag
Die ersten in Deutschland ausgewilderten Bartgeier haben ihren ersten Winter überstanden und sind schon seit vielen Monaten selbstständig geworden.
Wir feiern mit Ihnen und diesem kleinen Rückblick auf das erste Jahr der beiden und laden Euch dazu ein, sich noch einmal die vielen Bilder und Texte dazu anzusehen.

Bavaria

Bavaria kurz nach der Ankunft in der Felsnische | © Hansruedi Weyrich © Hansruedi Weyrich
Bavaria kurz nach der Ankunft in der Felsnische
  • Geburtscode: BG1112
  • Taufname: Bavaria
  • Zuchtname: Diario Jaén
  • Schlupf: 11.3.21
  • Geburtsgewicht: 121g
  • Eltern: Borosa & Tobola
  • Ringfarbe: violett
  • Gewicht bei Aussetzung: 5,5kg
Bartgeier Bavaria Bleichmuster
Bleichmuster von Bavaria

Wally

Geiermädchen Wally im Moment der Auswilderung | © Hansruedi Weyrich © Hansruedi Weyrich
Geiermädchen Wally im Moment der Auswilderung
  • Geburtscode: BG1113
  • Taufname: Wally
  • Zuchtname: Prescott
  • Schlupf: 14.3.21
  • Geburtsgewicht: 159,1g
  • Eltern: Elías & Viola
  • Ringfarbe: orange
  • Gewicht bei Aussetzung: 5 kg
Bartgeier Wally Bleichmuster
Bleichmuster von Wally

Schwerer Start

Wally und Bavaria zusammen in der Nische |  © R. Straub © R. Straub
Das Zusammenleben muss erst einmal geübt werden

Was war das für ein erstes Jahr für die beiden!
Aller Anfang ist schwer und auch wir mussten gehörig bangen, schließlich war bis Mitte April 2021 noch nicht klar, ob wir wirklich Jungvögel für die erste Auswilderung im Nationalpark Berchtesgaden bekommen würden.

Und Bavaria hatte dazu noch eine etwas schwerere Geburt: Ihr musste geholfen werden, da sie es nicht schaffte, alleine die Eischale aufzubrechen. Zudem war sie zum Zeitpunkt des Schlupfs noch zu leicht. Umso mehr freuen wir uns, dass sie es geschafft hat und sich so gut entwickelt hat.

Welch eine Erleichterung war es dann, als wir die Gewissheit hatten, dass es Anfang Juni klappen würde!

Schon während der vorbereitenden Behandlungen in Nürnberg und am Auswilderungstag zeigten sich die unterschiedlichen Charaktere: Niemals werden wir vergessen, wie die aufgeweckte Wally unmittelbar nach dem Anbringen des Senders aufstand, sich die ersten ausgelegten Happen genehmigte und noch im Beisein des Auswilderungsteams begann, die Ränder der Nische zu inspizieren, während Bavaria sehr verschüchtert flach in ihren künstlichen Horst geduckt verharrte.

Die beiden sind weitläufig miteinander verwandt: Sie sind Großcousinen. Vielleicht machte es ihnen das etwas einfacher, nach anfänglichen Konflikten (meist ausgehend von der dominanteren Bavaria) relativ bald zu einem ungewöhnlich harmonischem Verhältnis zu gelangen: Auch von unseren erfahreneren Kolleg*innen aus etablierten Auswilderungsprojekten wurden die beiden als ein äußerst anhängliches und beinahe unzertrennliches "Pärchen" charakterisiert.

 

Spannende Entwicklung und Lerneffekte für alle

Leben in der Nische |  © D. Schuhwerk, LBV © D. Schuhwerk, LBV
Viele Stunden verbrachten wir beim Beobachten der beiden in der Felsnische

Vom Zeitpunkt der Auswilderung verbrachten wir quasi Tag und Nacht bei den beiden Jungvögeln, brachten Ihnen Futter und notierten stundenlang ihr Verhalten
Es war eine besondere Freude, an ihrem täglichen Leben teilzuhaben, zu staunen, welch große Knochenstücke sie schon relativ bald verschlingen konnten und die Zunahme des Trainings ihrer Flugmuskulatur festzuhalten.
Auch im Nachhinein sind vor allem die ein-zweiwöchigen Statusberichte und die Aufnahmen der Webcam höchst interessant und spannend anzusehen. Ihr findet sie natürlich nach wie vor im Blog! 


Die ersten Flüge

Wally im Moment ihres ersten Starts | © D. Schuhwerk, LBV © D. Schuhwerk, LBV
Wally im Moment ihres ersten Starts

Ein besonderes Highlight war für uns und viele Zuschauer*innen natürlich die ersten Flüge. Nachdem wir akribisch die Flügelschläge notiert hatten und bereits schöne Graphen der Wiederholungsraten erstellen konnten  fieberten wir und viele Bartgeierfans auf den ersten spektakulären Moment hin.
Dabei spielte uns ausgerechnet bei Bavarias erstem Ausflug am 8.7. die Technik einen Streich: Ausgerechnet an diesem Morgen fiel die Webcam aus und so konnte nur unser Praktikant Sebastian um 05:19 Uhr den ersten Start eines Bartgeiers im Nationalpark Berchtesgaden miterleben. 

Am 12.7. im Alter von exakt 121 Tagen folgte Wally  um 06:18 Uhr und diesmal hatte die Technik perfekt mitgespielt und so konnten wir ihren ersten Start sogar aus zwei Kameraperspektiven verfolgen!

Ein neuer Abschnitt

Besonders schön waren die Parallelflüge der beiden | © Markus Leitner © Markus Leitner
Besonders schön waren die Parallelflüge der beiden

Von da an begann ein völlig neuer Abschnitt in ihrem Leben und auch unserem Monitoring Alltag, denn nun erweiterte sie sukzessive ihren Aktionsradius. 
Wir richteten mehrere Futterplätze samt Fotofallen in typischen Geröll- und Lawinenrinnen ein und versuchten optimale Beobachtungsplätze zu eruieren.
Relativ schnell entwickelten die beiden ihre Flugfähigkeiten und begannen sich ihre neue Welt zu erschließen. Dabei kam es zu neuen und auch für uns aufregenden Situationen: Die durchaus ernsten Konflikte mit den benachbarten Steinadlern, die von den neuen Nachbarn nicht besonders angetan waren, die Erschließung der Reiteralm, Futterdiebe an Boden und Luft und vieles mehr.    

Später Abschied

Die Flugrouten von Bavaria bis zum Ausfall des Senders |© D. Schuhwerk LBV © D. Schuhwerk LBV
Die Flugrouten von Bavaria bis zum Ausfall des Senders

Ungewöhnlich lange verblieben die beiden in relativ nahem Umfeld der Halsgrube im Nationalpark. Nach wie vor hielten uns zahlreiche spannende Ereignisse und Entwicklungen in Atem und begeisterten uns und viele Menschen von nah und fern. 

Ab etwa Mitte Oktober veränderte sich dann die Situation: Während Wally  sich im Vergleich mit den Vögeln aus anderen Wiederansiedlungsprojekten ungewöhnlich standortstreu zeigte und neben kleinen Ausflügen zum Hochkönigplateau und auf die österreichische Seite der Reiteralm sich überwiegend im Umfeld der Watzmann Ostwand aufhielt, änderte Bavaria ihren Aufenthaltsort markant: Sie startete relativ plötzlich zu einem mehr oder weniger zielstrebigen Flug nach Osten und zwar so weit, wie seit ihrer Ausrottung erst zwei andere bekannte Bartgeier (Joker und Adonis aus dem österreichischen Wiederansiedlungsprojekt): Bis vor die Tore Wiens in die Rax-Schneeberg Gruppe führte sie ihr Vorstoß.
Nach einer längeren Rückreise mit verschiedenen Aufenthaltsorten verzeichnete das erste Jahr dann seinen ersten Dämpfer: Ab Ende November fiel relativ plötzlich Bavarias Sender aus und trotz zahlreicher Aufrufe in vielen Medien konnten wir keine überprüfbaren Meldungen und Beobachtungen erlangen.

Und so mussten wir bis Ende Januar warten, bis der Sender endlich wieder ein Lebenszeichen von sich gab. Die Erleichterung beim Projektteam war riesengroß.

 

 

Wally und Bavaria etablieren sich in ihren Gebieten

Wally und Bavaria beim gemeinsamen Flug |  © Markus Leitner © Markus Leitner
Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklungen der beiden

Unsere beiden jungen Bartgeier konnten inzwischen auch wieder mehrmals per Beobachtung nachgewiesen werden. Ihre Vitalität ist gut und das Verhalten normal, so dass man von einem guten Gesundheitszustand ausgehen kann. Beide haben nun die schwierigste Zeit in ihrem ersten Lebensjahr überstanden und dürften nun im beginnenden Frühjahr von einer zunehmend verbesserten Nahrungssituation, z.B. durch ausapernde Lawinengämse profitieren. 

Beide haben es sich anscheinend an ihren jeweiligen Aufenthaltsorten eingerichtet und wechseln im Augenblick nur kleinräumig ihren Standort. 
Wally schaut hierbei auch immer wieder am östlichen Rand des Nationalparks vorbei. 

Auf in die zweite Saison

Wir freuen uns sehr über die großartige Entwicklung der beiden und wünschen ihnen einen erfolgreichen Start in ihr zweites Lebensjahr. 
Nach wie vor gehört der Blick auf das jeweilige Satellitenbild zum Start unseres Arbeitsalltags und jede gemeldete Beobachtung und mit uns geteilte Foto erfreut uns ungemein.

Hoffen wir auf eine weitere so gute Entwicklung von Wally und Bavaria und wünschen wir ihnen noch viele Geburtstage, die wir zusammen feiern können. 


Wally und Bavaria beim gemeinsamen Flug |  © Markus Leitner © Markus Leitner
Ob sich die beiden mal wieder treffen werden?

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