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Statusbericht Nr. 4 - News aus der Geiergrube

Die Lernkurve unserer beiden Bartgeierdamen steigt nach wie vor steil an

Die Lernkurve unserer beiden Bartgeierdamen steigt nach wie vor steil an - die Flüge werden eleganter und die Entfernungen größer. Außerdem haben sie eine neue Fähigkeit erlernt und wir  einen neuen Futterplatz etabliert.

Bavaria und Wally Flug | © Richard Straub © Richard Straub

Man merkt bei Wally und Bavaria die fortschreitende Übung der Flugkunst ganz deutlich. Sie benötigen viel weniger Flügelschläge und können die Aufwinde und Thermikschläuche schon viel effizienter nutzen um mühelos die gewaltigen Höhenunterschiede vom Bereich der Halsgrube bis in die Bereiche der umgebenden Gipfel zu überwinden.

Auch die Zeit, die sie am Stück in der Luft verbringen, steigt deutlich an. 45 Minuten und mehr sind keine Seltenheit.

Wally beim perfekten Segelflug |  © Markus Leitner © Markus Leitner
Wally beim perfekten Segelflug

Meistens fliegen die beiden - wie gewohnt - sehr eng zusammen, aber Bavaria unternahm kürzlich auf eigene Faust einen längeren Ausflug, der sie sogar schon über die nahe gelegene, direkt über den Gebirgsstock der Reiteralm verlaufende Grenze nach Österreich brachte.

Das Gelände um die Hochkare und Felsplateaus zwischen Knittelhorn und Reiter Steinberg, in denen sich die beiden derzeit gerne bewegen, ist ideal: Die Vegetationsformen bestehen in den höheren Lagen überwiegend aus alpinen Grasmatten, d.h. die weiten Flächen sind sehr gut zu überblicken und Abseits der Wege sind die beiden relativ sicher vor menschlichen Störungen. Dort können sie ausgedehnte Suchflüge in niedriger Höhe üben, um eventuell auch natürlich vorkommende Kadaver oder Knochen zu entdecken.

Dies ist auch gar nicht so unwahrscheinlich, beherbergt die Reiteralm doch eine starke Gamspopulation; sogenannte "Kindergärten" (bestehend aus Geißen, Kitzen und Jahrlingen) mit 30 oder mehr Individuen sind desöfteren gut zu beobachten. Da in der ausgedehnten Kernzone des Nationalparks keine Jagd mehr stattfindet, dürfen verunfallte oder an Altersschwäche verstorbene Tiere im Gelände verbleiben.

Auffällig ist allerdings, dass sich die Ausflüge der beiden Bartgeier aber noch auf eine relativ eingeschränkte horizontale Distanz beschränken.

Ein neuer Futterplatz

Die Fotofalle am neu eröffneten Futterplatz |  © David Schuhwerk LBV © David Schuhwerk LBV
Die Fotofalle und die Aussicht am neu eröffneten Futterplatz

Um die beiden dazu zu animieren, sich auch abseits ihres gewohnten Futterplatzes selbstständig nach Futter Ausschau zu halten, haben wir gestern Futterplatz Nr. 3 eröffnet. Die Luftlinie zur Nische beträgt nur wenige hundert Meter, allerdings liegt sie ein ganzes Stück höher. Dieser sehr unzugängliche und schwierig zu erreichende Platz ist hervorragend geeignet, auch weil sie beim Aufsteigen bzw. beim Flug zurück hinunter in die Grube mehr oder weniger nah daran vorbeikommen müssen.

Alpendohlen haben den neuen Futterplatz schnell entdeckt | © Jochen Grab NPV © Jochen Grab NPV
Alpendohlen haben den neuen Futterplatz schnell entdeckt

Wir haben nun einmal ausreichend Futter dort deponiert und eine Fotofalle installiert, um etwaige Besucher dokumentieren zu können. Bereits heute morgen hatte eine Schar Alpendohlen den reichlich gedeckten Tisch entdeckt. Möglicherweise führen solche auffälligen Besuche die beiden jungen Bartgeier schneller an die ausgelegten Vorräte.

Für die weitere Entwicklung ist es wichtig, dass die beiden lernen, dass es auch an anderen geeigneten Stellen Nahrung gibt. Wir werden allerdings auch nachdem sie das Gebiet verlassen haben, zur Sicherheit weiterhin Nahrung auslegen.

Derzeit sind sie noch auf den ersten Futterplatz angewiesen |  © Jochen Grab NPV © Jochen Grab NPV
Derzeit sind sie noch auf den ersten Futterplatz angewiesen

In den letzten Tagen hatten wir auch die vom Beginn des ersten Ausflugs an, eingerichtete Futterrinne ausreichend bestückt. Dort haben sie sich in den letzten Tagen ebenfalls häufig aufgehalten und sehr große Mengen an Nahrung zu sich genommen. Das verdeckte Auslegen der Nahrung ist durch die Mobilität der beiden immer schwieriger geworden; immer öfter nehmen wir dafür Umwege durch steile, aber verdeckte Rinnen und Flanken auf uns.

Erste Flugtransporte

Die phantastische und hervorragend geeignete Umgebung der Halsgrube und der Reiteralm |  © David Schuhwerk LBV © David Schuhwerk LBV
Die phantastische und hervorragend geeignete Umgebung der Halsgrube und der Reiteralm

Eine ganz neue Beobachtung konnten wir in den letzten Tagen machen: Wally hat mindestens zweimal je einen Gamslauf von der Futterrinne gepackt und ist damit etwa hundert Meter hinauf zu einem Platz in der Wand des Knittelhorns geflogen. Dort hat sie anschließend den Lauf bearbeitet und daran herumgeknabbert.

Die Fähigkeit Knochen mit den großen und zum greifen optimierten Zehen zu packen und in der Luft zu transportieren ist ein wichtiger erster Schritt zur Fähigkeit, große Knochen in die Luft zu tragen und dann an geeigneten Stellen ( sog. "Knochenschmieden") auf vorhandene Felsen zu schmettern, um diese in mundgerechtere Happen zu zerkleinern.

Nach wie vor eng verbunden

Auch am Futterplatz herrscht meist traute Zweisamkeit | © David Schuhwerk LBV © David Schuhwerk LBV
Auch am Futterplatz herrscht meist traute Zweisamkeit

Die ungewöhnlich enge Beziehung der beiden hatten wir ja schon einmal erörtert. Dieses Verhalten zieht sich nach wie vor, von seltenen Ausnahmen abgesehen, durch ihren Tagesablauf. Egal ob es sich um Ausflüge, Nahrungsaufnahme oder Ruhephasen handelt: Meistens sind sie beide eng beieinander. Besonders eindrucksvoll sind hierbei selbstverständlich die teilweise parallel ausgeführten Flugmanöver, ab und an kommt ein kleines, spielerisch ausgeführtes Luftkampfmanöver dazu.

von David Schuhwerk,

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