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Statusbericht 1/23

Rückblick und aktuelle Entwicklungen

Alle ausgewilderten Bartgeier |  © Markus Leitner © Markus Leitner
Eine schöner als die andere - alle vier bisher in Berchtesgaden ausgewilderten Bartgeier

Nachdem es an dieser Stelle schon seit längerer Zeit keine Updates mehr gab, wollen wir dies wieder aufgreifen und über die aktuelle Situation berichten.

Insgesamt ist das Projektjahr 2022 sehr gut zu Ende gegangen. Die zweite Auswilderungssaison verlief – v.a. auch durch die im ersten Jahr gewonnenen Erkenntnisse zu zahlreichen Abläufen (u.a. z.B. Fütterungsintervalle, Monitoring, Kommunikation, Forum!) -  noch deutlich routinierter als das ohnehin bereits erfolgreiche „Premierenjahr“ 2021.

Wie auch Bavaria und Wally (†) im vergangenen Jahr, entwickelten sich auch die beiden heurigen Bartgeier Dagmar und Recka zufriedenstellend. Kleinere Unregelmäßigkeiten vergingen mit der Zeit und die Ablösung von menschlicher Fütterung und die Entwicklung eines artspezifischen Explorationsverhaltens ist geglückt.

Ankündigung Rückblick

Satellitendaten aller vier Bartgeier  | © IBM, D.Schuhwerk © IBM, D.Schuhwerk
Die gesammelten Satellitendaten aller unserer vier Bartgeierdamen vom Juli 2021 bis Ende Dezember 2022

Einen detaillierteren Rückblick wird es voraussichtlich im Frühjahr geben, wenn der neue LBV-Forschungsbericht erscheint. Dort haben wir einen Bericht über das vergangene Auswilderungssaison verfasst und einige der Daten, die während der Monitoring Zeit gesammelt wurden, ausgewertet.

Besonders spannend ist der direkte Vergleich verschiedener Parameter der vier Bartgeier. Nach dem Erscheinen des Berichts wird es auch hier im Blog eine Zusammenfassung davon geben.

Recka - Standortstreu mit Senderproblemen

Recka im Sommer 22 |  © Markus Leitner © Markus Leitner
Recka im Sommer 2022

Recka zeigte sich im Vergleich mit den Vögeln aus anderen Wiederansiedlungsprojekten ungewöhnlich standortstreu: Neben kleinen Ausflügen zum Hochkalterstock, dem Steinernen Meer, Hochkönigplateau und auf die österreichische Seite der Reiteralm hielt sie sich natürlich auch häufig in der unmittelbaren Umgebung der Halsgrube auf.

Mitte Oktober schien es, als würde sie sich vom Auswilderungsgebiet lösen und endgültig aufbrechen: Ihr erster weiterer Flug führte sie Ost-Nordostwärts über das Salzkammergut bis in die nördliche Steiermark. Der weiteste Sendepunkt kam aus der Warscheneckgruppe im östlichen Teil des Toten Gebirges. Dabei wandelte sie teilweise auf Bavarias Spuren. Im Gegensatz zu dieser kehrte sie aber nach etwa einer Woche wieder zurück in das Auswilderungsgebiet und suchte auch die bekannten Plätze wieder auf. Dabei konnte sie auch ab und zu wieder direkt vom Monitoringteam beobachtet werden.

Im Dezember verließ sie dann das direkte Umfeld des Auswilderungsgebietes und begab sich an den Südostrand der Berchtesgadener Alpen, in das Umfeld der Gebirgsstöcke Hagengebirge und Hochkönig. Dorthin zog es, teils auch wiederholt und für längere Zeiträume, Wally und Bavaria. Das Gebiet weist für Bartgeier günstige Eigenschaften auf, wie z.B. steile, sonnexponierte Felswände, wenig menschliche Infrastruktur und gute Wildbestände.

Leider ist Reckas Sender seit Ende Dezember ausgefallen. Wir konnten sie aber per Handempfänger mehrmals - auch ganz aktuell - im Salzachtal orten. Das ist auch der Bereich, an dem sie sich zuletzt hauptsächlich aufgehalten hat. Wir bleiben weiter dran und hoffen bald mal wieder einen Sichtnachweis von ihr zu erlangen.

Dagmar - Zielstrebige Entdeckerin der Hohen Tauern

Dagmar im Sommer 2022 |  © Markus Leitner © Markus Leitner
Dagmar ganz nah im vergangenen Jahr im Nationalpark

Im Gegensatz zu Recka zeigte Dagmar eine völlige unterschiedliche Entwicklung in Bezug auf das Verlassen des Auswilderungsgebietes ab dem Herbst: Nachdem sie in den ersten Wochen die unmittelbaren Gebirgsstöcke der Umgebung erkundete und vereinzelte Ausflüge in etwas weiter entfernte Bereiche der Berchtesgadener Alpen unternahm, flog sie am 22.09. zielstrebig vom Steinernen Meer aus nach Süden in die Hohen Tauern.

Das war im Vergleich der bisherigen vier Vögel eine neue Entwicklung. Zwar war Bavaria einige Wochen zuvor, als erste der vier ausgewilderten Bartgeier, auch schon nach Süden in die Hohen Tauern geflogen, jedoch war es bei Dagmar der erste direkte Weg, nach dem endgültigen Verlassen des Auswilderungsgebietes. Hier trifft sie auf ein großflächiges Schutzgebiet mit sowohl juvenilen als auch adulten Artgenossen. Innerhalb des internationalen Projekts hat die Region Geschichte geschrieben.

Sie hielt sich dort vorwiegend in zwei Schwerpunktgebieten auf: Einmal der Bereich der Granatspitzgruppe und der Nordöstlichen Venedigergruppe und daneben ein sich vom Westen der südlichen Venedigergruppe bis zum Ostrand der südlichen Glocknergruppe erstreckender Bereich auf der Südseite des Alpenhauptkamms. Anhand der Satellitendaten, dem engen Austausch mit dem zuständigen Kollegen im Nationalpark Hohe Tauern sowie einzelnen Beobachtungen des Monitoringteams kann ihre Vitalität, gutes Flugverhalten sowie Aufenthalte in optimalen Geländestrukturen bestätigt werden.

Nach ihrem langen Aufenthalt in den Hohen Tauern ist sie vor etwas mehr als einer Woche nach Nordwesten geflogen. Ihre letzten Aufenthaltsorte umfassten das Karwendel und die Nordkette. Seitdem spielt ihr Sender leider auch nicht mehr mit, aber diese Entwicklungen kennen wir zu dieser Jahreszeit ja inzwischen schon.

Wir sind zuversichtlich, dass sich – wie auch im letzten Jahr – mit zunehmendem Sonnenstand auch die Situation der Senderakkus wieder verbessert. Allerdings hoffen wir schon, dass unsere Geduld nicht gar so lange wie im letzten Winter bei Bavaria auf die Probe gestellt wird.

Bavaria - Treue und erfahrene Begleiterin in den Berchtesgadener Alpen

Bavaria im Januar 23 |  © Sebastian Reith © Sebastian Reith
Großartige Aufnahmen von Bavaria erreichten uns vor wenigen Tagen aus dem nordöstlichen Grenzgebiet des Nationalparks

Nach dem Aufenthalt im Hochschwab im Frühjahr 2022 wechselte Bavaria schließlich zurück nach Osten ins Salzachtal und nutzte dort auffällige Schluchten und Rinnen zur Nahrungssuche, wie schon zuvor im exakt selben Gebiet Wally.

Den Sommer verbrachte Bavaria weitgehend in den österreichischen Zentralalpen, hauptsächlich im Nationalpark Hohe Tauern. Dort konnte sie mehrfach zusammen mit anderen Bartgeiern, Steinadlern und Gänsegeiern kreisend beobachtet werden. Von dort kehrte sie im Herbst wieder zurück nach Norden und wird aktuell durchgehend in guten Steinbock- und Gamsgebieten in den Berchtesgadener und Salzburger Alpen lokalisiert. Ihr Verhalten entspricht genau dem eines Bartgeiers im 2. Kalenderjahr und weist keinerlei Auffälligkeiten auf.

Im Gegensatz zu den beiden anderen ausgefallenen Sendern bleibt der Akku bei Bavaria bisher zwar auf niedrigem, jedoch stabilem Niveau.

Bavaria

Bavaria im Winter 22 |  © Silke Moll © Silke Moll
Bavaria mit "Begleitung" - fotografiert vor einigen Wochen in ihrem bevorzugten Gebiet

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