FOTO: DR. EBERHARD PFEUFFER HochmoorGelbling an Wollgras Gesamtrenaturierung im Breiten Moos mit Unterstützung der HONUA-Stiftung Klimaschutz und Artenschutz im Einklang Das Breite Moos im südlichen Landkreis Landsberg am Lech zählt zu den wertvollsten Hochmoorlandschaften Südbayerns. Als Natura 2000-Gebiet besitzt es europaweite Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz. Nun eröffnet sich dank der großzügigen Unterstützung der HONUA Natur & Mensch Stiftung die Chance, eines der bedeutendsten Moorrenaturierungsprojekte der Region umzusetzen. SCHUTZGEBIET möglich ist und sich moortypische Lebensgemeinschaften regenerieren können. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung sind umfangreiche Flächensicherungen. Auch die kommunale Politik steht hinter dem Vorhaben: Bürgermeister Schmid, Gemeinde Apfeldorf, und das Landratsamt Landsberg sagten ihre volle Unterstützung zu – ein starkes Signal für die anstehende Umsetzung. Warum das Breite Moos so wertvoll ist Mit rund 60 Hektar Hochmoorfläche stellt das Breite Moos ein überregional bedeutsames Refugium dar. Jahrzehntelange Entwässerung und historischer Torfabbau haben den Wasserhaushalt verändert, doch bis heute existieren wertvolle Restlebensräume wie • ausgedehnte Spirken- und Latschenbestände, • offene, weitgehend intakte Moorflächen, • angrenzende artenreiche Streuwiesen und • extensiv genutztes Feuchtgrünland. Diese Vielfalt schlägt sich in einer außergewöhnlich artenreichen Flora und Fauna nieder. Seit den 1990er Jahren dokumentierten wissenschaftliche Erhebungen 63 Tagfalterarten, darunter 36 Arten der Roten Liste Bayerns – ein eindrucksvolles Zeugnis der biologischen Bedeutung des Gebiets. Besonders hervorzuheben ist das Vorkommen des Hochmoorgelblings, einer in Bayern stark gefährdeten Moorfalterart, die im Alpenvorland massiv zurückgeht. Der Moorfalterspezialist Hubert Anwander berichtet, dass der Hochmoorgelbling zu Beginn seiner Erhebungen häufiger anzutreffen war als der Zitronenfalter – heute gilt er als stark im Rückgang. Auch frühere Vorkommen von HochmoorBläuling und Hochmoor-Perlmuttfalter sind mittlerweile Den Ausgangspunkt bildete eine fachkundige Exkursion an Fronleichnam 2025. Bei strahlendem Sonnenschein führten LBV-Vorständin Doris Thurau und Anton Mayerhöfer von der LBV-Kreisgruppe Landsberg die Stifterin Ulrike Elisabeth Meister sowie Dr. Christoph Lintz, beide Vorstände der HONUA-Stiftung, durch das Gebiet. Die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft des Breiten Mooses hinterließ einen so nachhaltigen Eindruck, dass die Stiftung das LBV-Projekt zur „Gesamtrenaturierung Breites Moos“ als besonders förderungswürdig einstufte. Der vertrauensvolle Austausch zwischen Stiftung und LBV wurde zu einem entscheidenden Katalysator für die Priorisierung des Projekts mit einer dreijährigen Laufzeit. Das Ziel: Den Wasserhaushalt der gesamten Moorfläche in einen Zustand versetzen, in dem Torfwachstum wieder 42 LBV MAGAZIN 2|26
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