LBV magazin 2-26

FOTO: ANDREAS HARTL Kiebitz mit Jungvögeln Ihr Erbe für Bayerns Natur Marianne Schulz (Name geändert) aus Würzburg ist 70 Jahre alt und seit 1992 Mitglied beim LBV. Im Gespräch erzählt sie, warum sie den Verband in ihrem Testament bedacht hat und weshalb sie darin keinen Abschied, sondern eine Fortsetzung sieht. GERHARD KOLLER Vorstandsbeauftragter Erbe LBV und Stiftung Bayerisches Naturerbe E-Mail: gerhard.koller@lbv.de Tel. 09174-4775-7010 CHRISTOPH PETER Erbe LBV und Stiftung Bayerisches Naturerbe E-Mail: christoph.peter@lbv.de Ihre Ansprechpartner beim LBV Haben Sie Fragen zum Thema Erbe oder wünschen Sie weitere Informationen, dann rufen Sie uns gerne an oder schreiben uns. Selbstverständlich behandeln wir Ihr Anliegen absolut vertraulich. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht. ERBSCHAFT LBV: Frau Schulz, Sie sind seit 34 Jahren Mitglied beim LBV. Wie fing es an? Marianne Schulz: Ich bin eingetreten, als ich 36 Jahre alt war. Damals ging es um den Schutz einer Wiese in unserer Nähe. Dort brüteten Kiebitze. Ich war beeindruckt, mit wie viel Fachwissen und Hartnäckigkeit sich der LBV eingesetzt hat – und gleichzeitig mit wie viel Begeisterung. Das hat mich sofort angesprochen und ich habe mich auch aktiv in der LBV-Kreisgruppe engagiert. Was bedeutet Ihnen der LBV heute? Er ist für mich ein verlässlicher Hüter der Natur in Bayern. Ich habe immer geschätzt, dass hier fachlich fundiert gearbeitet wird – und trotzdem Menschen mitgenommen werden. Exkursionen, Vorträge, das Engagement vor Ort: Man merkt einfach, dass es aus Überzeugung geschieht. Wann kam der Moment, den LBV in Ihrem Testament zu bedenken? Das war ein Gedanke, der gewachsen ist. Ich habe keine eigenen Kinder. Irgendwann habe ich mich gefragt: Was soll mit dem, was ich hinterlasse, geschehen? Mir wurde klar, dass ich Spuren hinterlassen möchte – nicht nur in Fotoalben, sondern ganz konkret. Was verstehen Sie unter „Spuren hinterlassen“? Ich wünsche mir, dass auch in Zukunft noch Feldlerchen singen und Kinder erleben können, wie faszinierend Natur ist. Wenn ein Teil meines Nachlasses dazu beiträgt, Lebensräume zu erhalten oder Umweltbildung zu ermöglichen, dann lebt etwas von mir weiter. Das ist ein tröstlicher Gedanke. War es schwierig, sich mit dem eigenen Nachlass zu beschäftigen? Anfangs schon. Aber es fühlt sich gut an, Dinge zu regeln. Es gibt mir Ruhe. Und es ist auch eine Form von Verantwortung – gegenüber meinen Angehörigen, aber auch gegenüber dem, was mir wichtig ist. Was hat Ihnen die Entscheidung erleichtert? Vertrauen. Ich weiß seit Jahrzehnten, wofür der LBV steht. Ich sehe die Projekte, lese das Magazin, erlebe die tolle, ehrenamtliche Arbeit meiner LBV-Kreisgruppe vor Ort. Das gibt mir Sicherheit, dass mein Vermächtnis in guten Händen ist. Was würden Sie anderen Menschen sagen, die über ihr Testament nachdenken? Man sollte sich fragen: Wofür schlägt mein Herz? Wem oder was möchte ich etwas weitergeben? Es geht nicht nur um Geld. Es geht um Haltung. Und darum, bewusst zu gestalten, was bleibt. Wenn Sie in die Zukunft blicken, was wünschen Sie sich? Dass die Natur auch für kommende Generationen lebendig bleibt. Und dass Menschen den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen – im Leben und darüber hinaus. Für mich ist mein Vermächtnis kein Ende. Es ist eher wie ein Vogel, der weiterfliegt. Frau Schulz, wir bedanken uns herzlich für Ihre Offenheit und für Ihre langjährige Treue und wünschen Ihnen alles Gute! LBV MAGAZIN 2|26 41 Weitergeben, was mir wichtig ist

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