FOTOS: DR. EBERHARD PFEUFFER verschwunden. Der drastische Einbruch sowohl der Moorspezialisten als auch vieler häufigerer Tagfalter unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf. Pflege, Wiedervernässung und Artenschutz – ein integrativer Ansatz Um die charakteristischen Moorschmetterlinge und weitere Spezialisten zu erhalten, sind regelmäßige Pflegemaßnahmen und eine grundlegende Verbesserung des Wasserhaushalts unabdingbar. Dazu gehören • Rücknahme von Gehölzaufwuchs auf degradierten Hochmoorflächen, • jährliche Pflege der artenreichen Streuwiesen, • Förderung naturverträglicher Bewirtschaftungsformen im Umfeld sowie • Anhebung des Moorwasserspiegels als zentrale Voraussetzung für Wiedervernässung. Die LBV-Kreisgruppe Landsberg engagiert sich seit Jahrzehnten intensiv im Gebiet. Seit 1995 konnten der LBV und seine Partner im Breiten Moos und im benachbarten Langen Filz rund 29 Hektar langfristig für den Naturschutz sichern. Innerhalb eines Artenhilfsprogramms für den Hochmoor-Gelbling werden besonders wertvolle Flächen gezielt gepflegt und optimiert. Moore als Klimaschützer, Stofffilter und Wasserspeicher Intakte Moore sind nicht nur Hotspots der Biodiversität, sondern auch einer der wirksamsten Kohlenstoffspeicher weltweit, sie filtern Stoffe aus der Atmosphäre und übernehmen wichtige Funktionen im Landschaftswasserhaushalt. Daher verfolgt das Projekt weitere zentrale Zielsetzungen: 1. Steigerung der Kohlenstoffspeicherung durch erneutes Torfwachstum. 2. Stärkung der Puffer- und Retentionsfunktion: Nur intakte Moore können Niederschläge langfristig zurückhalten und in der Landschaft speichern. Damit leistet die Gesamtrenaturierung einen wertvollen Beitrag zum regionalen und europäischen Klimaschutz. Gemeinsam für den Moorschutz Die Renaturierungsplanung wurde an eine der führenden Moorexpertinnen Bayerns vergeben und wird bis Herbst 2026 ausgearbeitet. Parallel dazu führt der LBV intensive Gespräche mit allen beteiligten Flächeneigentümern – ein entscheidender Schritt, denn Wasserstandsmaßnahmen können nur im Konsens aller über die gesamte Moorfläche hinweg realisiert werden. Abschließend erfolgt die eigentliche Umsetzung: Entwässerungsgräben und weitere ableitende Strukturen werden verschlossen oder unwirksam gemacht, um den hydrologischen Moorwasserspiegel langfristig zu stabilisieren. Die Gesamtrenaturierung des Breiten Mooses zeigt beispielhaft, wie Arten- und Klimaschutz, wissenschaftliche Expertise und regionale Kooperation ineinandergreifen – und welch hohes Potenzial in partnerschaftlichem Moorschutz liegt. ELISABETH WÖLFL Leiterin LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern E-Mail: elisabeth.woelfl@lbv.de LBV MAGAZIN 2|26 43 Im Zentrum des Breiten Mooses: Wollgras, Spirken und Latschen
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