VOGELSCHUTZ 4-23

LBV MAGAZIN 4|23 11 Arten gehören zu unserer Natur und selbstverständlich räumen wir ihnen eine Daseinsberechtigung ein. Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise Zäune können von jeweils Betroffenen erwartet werden, wobei die Gesellschaft aber durchaus einen Beitrag zur Umsetzung (Finanzierung) solcher Maßnahmen tragen sollte. Dort, wo der Grundschutz überwunden oder Präventionsmaßnahmen nicht zumutbar sind und es zu Verlusten kommt, müssen diese kompensiert werden. Bei Gefahr der Wiederholung können Problemtiere in letzter Konsequenz auch entnommen werden. Dazu stehen wir, das halten wir aus. Der LBV plädiert hier für einen sachlichen und konstruktiven Dialog. Auch wenn dies zäh ist: Wir kommen nur weiter, wenn sich alle Akteure, beispielsweise beim Fischotter, im Rahmen von Arbeitsgruppen an einen Tisch setzen. Der LBV ist hier gesprächsbereit. Miteinander um Lösungen ringen Von jeher gehören zumWesen des LBV die Bereitschaft und der Wille, mit anderen Akteuren nach Lösungen zu suchen. Dies gilt beispielsweise für Verbände wie den Bayerischen Jagdverband, den Landesfischereiverband oder den Bayerischen Bauernverband. In diesem Zusammenhang hat es mich ausgesprochen gefreut, Anfang November als Festredner zur traditionellen Hubertusfeier des Jagdschutz- und Jägervereins Ingolstadt eingeladen worden zu sein. Ich habe den Abend wirklich genossen, dabei kann ich mir vorstellen, dass es durchaus ein wenig Mut erfordert, einen Nicht-Jäger als Redner einzuladen. Mein Anspruch ist immer: „Lasst uns miteinander reden.“ Ich hoffe, dass ich diesem Anspruch auch an diesem Abend gerecht geworden bin. Unsere Vögel in Afrika Auch wenn sich einige Tage im Oktober eher wie SpätsomDr. Norbert Schäffer mertage angefühlt haben, sind die Langstreckenzieher unter unseren Zugvögeln bereits seit geraumer Zeit in ihren oftmals südlich der Sahara gelegenen Winterquartieren. Was Mauersegler, Kuckuck oder Weißstorch dort passiert, wird auch einen Einfluss auf die Brutbestände im kommenden Jahr haben. Wir alle kennen selbstverständlich das Phänomen Vogelzug. Dennoch finde ich es immer wieder faszinierend sich zu vergegenwärtigen, dass sich „unsere“ Vögel vielleicht gerade in diesem Moment zwischen Elefanten aufhalten. Einige Zugvögel kommen aber auch im Winter zu uns. Vielleicht erleben wir diesen Winter einen Einflug von Seidenschwänzen, Bergfinken oder Erlenzeisigen. Ich freue mich darauf! Ein Jahr, welches gleich durch mehrere Krisen geprägt wurde, geht langsam zu Ende. Ich wünsche Ihnen eine friedvolle Vorweihnachtszeit und schon jetzt alles Gute für das kommende Jahr. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sagen mir immer wieder: „Natur macht glücklich!“ Probieren Sie es aus! Rotkehlchen, Kohlmeisen oder Feldsperlinge an einer Futtersäule können tatsächlich ein wenig Farbe in unser Leben bringen – und uns ein Stück glücklicher machen. Das wünsche ich Ihnen von Herzen! BERGFINKEN I FOTO: STEFAN MASUR Es gehört zum Wesen des LBV, mit anderen nach Lösungen zu suchen Folgen Sie mir auf X unter @N_Schaeffer

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