VOGELSCHUTZ 4-21

Steckbrief Name Wiedehopf (Upupa epops) Verwandschaft Gehört zur Ordnung der Bucerotiformes (Hornvögel und Hopfe); in Europa keine nahen Verwandten, andere Wiedehopf-Arten leben in Afrika, Asien und auf Madagaskar. Merkmale Spechtgroß, wirkt aber bedeutend größer aufgrund seines langen, dünnen, gebogenen Schnabels sowie der aufrichtbaren Federhaube; langer schwarzer Schwanz mit weißer Binde; Kopf, Nacken und Hals orangebraun gefärbt; Rücken und Flügel kontrastreich schwarz-weiß gebändert; Weibchen nicht so intensiv gefärbt. Lebensraum Offene Landschaft mit warm-trockenem Mikroklima und schütterer Pflanzendecke: Streuobstwiesen, trockene Kulturlandschaften, extensiv bewirtschaftete Weideflächen, vereinzelt in Parks und Gärten mit altem Baumbestand. Nahrung Jagt am Boden, frisst vor allem große Insekten wie (Maulwurfs-)Grillen, Heuschrecken, Käfer und Engerlinge, größere Schmetterlingsraupen, Spinnen, Asseln, Hundert- und Tausendfüßler, Regenwürmer, Schnecken, gelegentlich auch Eidechsen. Brutbiologie Monogame Brutsaisonehe; Balz mit mehrsilbigen Rufreihen, aufgestellter Federhaube und gesträubtem Kehlgefieder; sekundärer Höhlenbrüter in Baumspalten, Astlöchern, Felshöhlen oder unter Dächern; legt von April bis Juli fünf bis acht ovale weiße Eier, die in circa 18 Tagen ausgebrütet werden; Jungvögel sind 23 bis 25 Tage im Nest. Nimmt spezielle Nistkästen an. Stimme Namensgebend; „up-upup“-Rufe recht weit zu hören; bei Erregung helles, kreischendes „schäär“, erinnert an Türkentaube oder entfernte Lachmöwe; daneben ein trockenes rollendes „tscherr“, z.B. am Nest. Zugverhalten Langstreckenzieher; in Deutschland nur in den Sommermonaten zu sehen, bereits ab Mitte Juli Flug nach Afrika, dort bis Februar/März. Verbreitung Gemäßigte bis tropische Zone Eurasiens und Afrika; in Deutschland und Bayern als wärmeliebende Art vorwiegend auf Obstwiesen, in Sandabbaugebieten oder an Weinbergen. Bestand Europa- und weltweit nicht gefährdet, mit geschätzt 890.000 Brutpaaren; in Mitteleuropa nur wenige Tausend Vögel, davon in Deutschland 800 bis 950 Reviere; in Bayern früher weit verbreitet, von 1998 bis 2005 ohne Brutnachweis, heute wieder vereinzelt und lokal Brutvogel mit etwa zehn Brutpaaren, vom Aussterben bedroht. Gefährdung Verlust von Lebensräumen und landschaftlichen Kleinstrukturen, Mangel an Nistplätzen und Nahrung in intensiv genutzter Landschaft (Pestizideinsatz, Überdüngung); Ruhestörungen am Brutplatz. FOTO: MATHIAS SCHÄF VOGELSCHUTZ 1|22 17

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