VOGELSCHUTZ 4-21

FOTO: MATHIAS SCHÄF Der Wiedehopf ist Vogel des Jahres 2022 Exot und Stinkvogel Gegen vier weitere Kandidaten hat der Wiedehopf seinen Titel eingeflogen. Früher weit verbreitet ist der charismatische Vogel mit dem prachtvollen Gefieder und dem charakteristischen Gesang heute in Bayern vom Aussterben bedroht. Seine Botschaft lautet deshalb: Wir brauchen eine naturverträgliche Landwirtschaft in einer strukturreichen Landschaft mit vielen Insekten. Wer einmal einen Wiedehopf gesehen und gehört hat, wird ihn so bald nicht wieder vergessen. Sein Erscheinungsbild ist wahrlich außergewöhnlich: Das orangefarbene Gefieder und die kontrastierenden schwarz-weiß gefärbten Flügel und Schwanzfedern sind unverwechselbar in unserer heimischen Vogelwelt. Seinen Kopf ziert eine bis zu sechs Zentimeter lange Federhaube, die der Vogel bei Erregung fächerförmig aufstellt. Dazu kommt sein weithin hörbarer Balzruf, dem er auch seinen wissenschaftlichen Namen Upupa epops verdankt. Ziehender Gaukler Sein auffällig gaukelnder, schmetterlingsartiger Flug lässt aufs Erste nicht ahnen, dass der bunte Vogel ein ausdauernder Flieger ist. Tatsächlich ist der Wiedehopf ein Langstreckenzieher, der im April zu uns kommt und sich bereits ab Mitte Juli wieder auf den Weg nach Afrika macht. Im Brutgebiet bei uns angekommen, beginnt das Männchen mit seinen charakteristischen dumpfen „upup-up“-Rufen ein Revier abzugrenzen und ein Weibchen anzulocken. Das ist die einzige Zeit im Jahr, in der der einzelgängerische Vogel einen Partner duldet. Als Brutplatz dienen ihm Baumhöhlen, Mauerspalten, Steinhaufen oder Erdlöcher. Die Geheimwaffe Das Weibchen kümmert sich alleine um die Brut und wird von seinem Partner mit Nahrung versorgt. Ist der Nachwuchs geschlüpft, gibt es das Futter an die Jungvögel weiter und kann sie in Ruhe hudern und gegen Nestfeinde schützen. Nähert sich zum Beispiel ein Fuchs oder Wiesel VOGELSCHUTZ 1|22 13

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