VOGELSCHUTZ 1-20

18 VOGELSCHUTZ 1|20 S C HU T Z G E B I E T Wasserralle Unsere letzten Moore sind durch Entwässerung, Abbau oder intensive landwirtschaftliche Nut- zung bedroht. Zum Schutz dieses einzigartigen Lebensraums und zur Verbesserung unseres Klimas kämpfen wir seit Jahren für den Erhalt des Niedermoorgebiets Wittislinger Ried. Ein Teil davon gehört jetzt dem LBV. Klimaschutz durch Moorschutz Niedermoorlandschaft Wittislinger Ried oore sind gewaltige CO 2 -Speicher. Selbst die we- nigen weltweit noch verbliebenen Moore haben in ihren Torfen schätzungsweise 450 Gigatonnen Kohlenstoff eingelagert. Das ist mehr als in der gesamten Wald-Biomasse der Welt. Die Zerstörung dieser letzten Über- reste würde nochmals riesige Mengen an Kohlendioxid und Lachgas freisetzen und den Klimawandel weiter beschleu- nigen. In Deutschland sind rund 95 Prozent der Moore zer- stört. Etwa 44 Millionen Tonnen CO 2 -Äquivalente setzen diese entwässerten Moorflächen jährlich frei. Dies entspricht etwa fünf Prozent der deutschen CO 2 -Emissionen. Moorschutz und Moorregenerierung sind daher auch hierzulande wichtige In- strumente imKampf gegen den Klimawandel. Moore sind darü- ber hinaus einzigartige Lebensräume und Kulturlandschaften. Ein Beispiel ist das Niedermoorgebiet Wittislinger Ried im Landkreis Dillingen. Es umfasst 120 Hektar, wovon 94 Hektar das Natura 2000-Gebiet „Wittislinger Ried und Riesalbmit Kes- seltal“ bilden. Zusammen mit den nordschwäbischen Mooren bildet es einen Arbeitsschwerpunkt bei der ökologischen und hydrologischen Renaturierung von Niedermoorstandorten im Regierungsbezirk Schwaben. Der LBV konnte in den ver- gangenen Jahren mit Hilfe des Bayerischen Klimaprogramms 2050 weitere Grundstücke erwerben. Im Wittislinger Ried be- sitzen wir mittlerweile insgesamt 16 Hektar Eigentums- und knapp einen Hektar Pachtflächen. Diese und künftige Käufe M Flachwasser: Lebensraum für Arten wie Kammmolch und Wasserralle.

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