VOGELSCHUTZ 1-20
1|20 VOGELSCHUTZ 17 Nach den Hitze- und Dürrejahren 2015, 2018 und 2019 sind in Mittelfranken zahlreiche nicht angepasste Kiefern abgestor ben. Junge und vitale Traubeneichen geben Hoffnung für den Wald von morgen. Im Klimawandel ist die Unterscheidung in heimische und nichtheimische Arten wenig hilfreich. Es kommt vielmehr auf die „Randigkeit“ (Marginalität), die jetzige Entfernung zum und die drohende Annäherung an den Nischenrand an. Wer- den nichtheimische Arten bewusst nach diesem Kriterium der Entfernung vom Nischenrand ausgewählt, so können sie bestimmten heimischen Arten im Klimawandel überlegen sein. Nicht alle in der Diskussion genannten nichtheimischen Arten weisen jedoch solche Vorteile auf, einige sind mit ho- her Sicherheit heimischen Arten unterlegen. Man muss sich also die nichtheimischen Arten sehr genau anschauen. Ge- genwärtig beobachte ich ein ausgeprägtes „name dropping“, bei dem alle möglichen Artnamen in die Diskussion gewor- fen werden, ohne dass die meisten Befürworter etwas über die ökologische Nische und die „Randigkeit“ dieser Arten un- ter unseren künftigen Verhältnissen wissen. VS: Welche Auswirkungen auf unsere heimischen Tier- und Pflanzenarten hätte der großflächige Anbau nichthei- mischer Baumarten? Kölling: Der Klimawandel wird das Gefüge der heimischen Tier- und Pflanzenwelt verändern. Das Artenspektrum ver- schiebt sich. Wir unterstützen zugleich die Wanderung neu- er oder bislang nur in Parks vorkommender Arten aus tro- ckeneren Klimaregionen wie zum Beispiel der Zerreiche oder der Flaumeiche. In Anreicherungskulturen gehen wir dabei kleinflächig vor und mischen diese neuen Elemente mit al- ten. So praktiziert, dürfte der Einfluss (noch) nichtheimischer Baumarten gering bleiben: Das Artenspektrum ändert sich ohnehin von selbst. Im Waldumbau beschleunigen wir die Wanderung der langsamen und nahezu immobilen Baum arten ein wenig und verändern so peu à peu das Gesicht des Waldes. Wenn im Zuge dieses langen Prozesses neue Tier- und Pflanzenarten dazu kommen und alte wegbleiben, so ist das der Preis, den wir für den menschengemachten Klima- wandel zahlen müssen. INTERVIEW: ANITA SCHÄFFER FOTOS: PRIVAT, MARCUS BOSCH, DR. EBERHARD PFEUFFER (2), DR. CHRISTIAN KÖLLING Sie hält der Wärme stand, in kälterem Klima gedeiht sie nicht gut. Traubeneiche Der Baum des Nordens verträgt Kälte gut, hat aber bei höheren Temperaturen Schwierigkeiten. Fichte Nistkästen und Vogelschutz Geschichte des Nistkastens und Vogel- schutzes mit Praxisteil (Bauanleitung von Nistkästen nach neuesten Erkenntnissen). 91 S., 2005, erhältlich in der Buchhandlung ISBN 3 894329092 19,95 Euro oder direkt bestellbar beim Autor Gerhard Föhr, Ummendorferstr.15, 88400 Ringschnait Der Autor sucht selbstgebaute Nistkästen aus Holzbeton für seine Sammlung im Nistkastenmuseum. Tel. 07352-2579. www.Nistkastenmuseum.de - ANZEIGE -
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NDEzNzE=