VOGELSCHUTZ 1-20

14 VOGELSCHUTZ 1|20 eltweit gehen seit über einem Jahr auf Initiative von Jugendlichen Millionen Menschen auf die Straße und fordern beharrlich politische Verän- derungen. So wie sie mahnten fast 27.000 Wissenschaftler, den Zustand unserer Welt endlich ehrlich zu benennen – als existenzielle Krise – und entsprechende Konsequenzen da- raus zu ziehen. Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) hob in sei- nem vielbeachteten Bericht hervor, dass mittlerweile eine Mil- lion Arten vom Aussterben bedroht sind. Neben bekannten Ursachen wie der Lebensraumzerstörung beeinträchtigt zunehmend die Klimakrise die Überlebenschancen vieler Ar- ten. 2019 gab es Hitzerekorde in Reihe und zahlreiche außer Kontrolle geratene Flächenbrände. Auch Teile Bayerns leiden unter Extremwetterereignissen. GanzeWälder fielen demBor- kenkäfer zum Opfer und selbst die robusten Rotbuchen im Steigerwald zeigten massive Dürreschäden in einem Ausmaß, das Forstleute erstaunt. Die Eisschilde auf Grönland und in der Antarktis schmelzen zunehmend und arktische Permafrostbö- den tauen in einer Größenordnung wie sie erst für Ende des Jahrhunderts erwartet wurde. 15 Kipppunkte planetarer Be- lastungsgrenzen sind nun bekannt. Werden diese überschrit- ten, sind die ablaufenden Prozesse nicht mehr aufzuhalten. Neun dieser Lebenserhaltungssysteme befinden sich an der kritischen Schwelle oder haben sie vielleicht schon überschrit- ten, wie im Falle tropischer Korallenriffe, die absterben. Die globale Doppelkrise Ein Kommentar von Dr. Thomas Rödl Im Jahr 2019 rückten zwei Themen ins Bewusstsein vieler Menschen und auf die Titelseiten der Medien: Artensterben und Klimawandel. Der LBV stellt sich dieser Zwillingskrise in seiner Arbeit – und könnte dabei mehr Unterstützer finden als jemals zuvor. Thomas Rödl , Biologe Monitoring, Artenschutz & Forschung Landesgeschäftsstelle Hilpoltstein E-Mail: thomas.roedl@lbv.de W Fridays for Future-Demonstration in Nürnberg am 20. September 2019. Auch der LBV ist mit dabei. T H EMA

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