VOGELSCHUTZ 3-19

4|19 VOGELSCHUTZ 35 FOTOS: THOMAS STAAB, ZDENEK TUNKA, NABU (PORTRAIT-FOTO: ULRIKE MÜLLER MDEP), BÜRO MdEP BUSCHMANN Positives Vorbild Niederlande Derweil gehen die Niederlande bereits in der jetzigen För- derperiode einen anderen Weg. Dort haben sich gebiets- weise Landwirte in 40 Kooperativen zusammengeschlossen und entwickeln gemeinsam mit Naturschutzbehörden und unter Beteiligung von Naturschutzex- perten Ziele für die Artenvielfalt in ih- rer Region. Daraus werden spezifische Maßnahmen abgeleitet. Die Koopera- tiven sind als Ganzes für die Ziele und die Verwendung der Mittel verantwort- lich. In Deutschland kann hingegen je- der Landwirt aus einem Pool von För- dermaßnahmen auswählen, was regional in der Praxis zu einem Flickenteppich von Einzelmaßnahmen geführt hat, die wenig zusammenwirken und kein gemeinsames Ziel verfolgen. Zudem ist das bisherige System wenig nachhaltig. Hat ein Landwirt einmal eine bestimmte Maßnahme beschlos- sen (zum Beispiel eine Grünlandfläche erst nach dem 15. Juli zu mähen), geht es nachfolgend nur noch darum, keine formalen Fehler zu machen, um bei Kontrollen keine Sank- tionen zu riskieren. Eine Überprüfung und Bewertung der Maßnahme fehlt. In den Niederlanden hingegen identifizie- ren sich die Teilnehmer mit den gemeinsam vereinbarten Plakataktion vor der Europawahl in Kempten, dem Wahlkreis der wieder- gewählten Ulrike Müller (FW). Sebastian Strumann (NABU, links) und Matthias Luy (LBV, rechts) übergeben MdEP Martin Buschmann von der Tier- schutzpartei die Wünsche von mehreren hundert Natur- freunden zur europäischen Agrarpolitik. Von 1980 bis 2015 hat die Zahl der Feldvögel europaweit um 56 Prozent abgenommen. Dies be- legt der wissenschaftliche Farmland Bird Index , der sich aus den Bestands- entwicklungen von 39 Feldvogelarten zu- sammensetzt. Dies sind die erschütternden Folgen der jahrzehntelangen Intensivierung der Landwirt- schaft. Brachvögel sind in Bayern vom Aussterben bedroht, Rebhühner stark gefährdet, und selbst die Feldlerche ist deutlich seltener geworden und im Alpenvorland gebietsweise verschwunden. die Menschen in Bayern fordern ein Ende des Insektensterbens! Siehabenes inderHand:NutzenSie imApril IhreStimme imEU-Parlament undsorgenSie füreineUmverteilung derAgrarsubventionen.SetzenSiedie 114Euro,die jederBürgerdafür jähr- lichzahlt,sinnvollein! Frau Müller, JetztunseremAppellanschließenunter: www.NABU.de/insektenretten ©Portrait-Foto:UlrikeMüllerMdEP Gemeinsame Ziele statt Flickenteppich von Maßnahmen Artenschutzzielen und stehen im ständigen Dialog über die Wirkung der Maßnahmen. Dieses vorbildliche System sollte auch in Deutschland eingeführt werden. LBV konsequent für eine Agrarwende Im Kampf für eine andere GAP haben der NABU und LBVmit zahlreichen Euro- paabgeordneten aus dem EU-Agraraus- schuss über ihre Reformvorschläge gesprochen. Über 60.000 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Kampa- gne für eine neue Agrarpolitik teil und machten so ihren Ab- geordneten deutlich, dass sie sich einen Umbau hin zu einer naturverträglicheren Landwirtschaft wünschen. Wir werden weiter mit den Abgeordneten und den Ministerien reden und fordern, dass Deutschland einen ambitionierten Stra- tegieplan vorlegt. Ebenso werden wir für die bayerische Programmplanung kon- struktive Vorschläge unterbreiten. Wir brauchen jetzt eine Agrarwende, damit Mensch, Natur und Landwirtschaft eine Zukunft haben!  MATTHIAS LUY Landwirtschaftsreferent und LBV-Beauftragter für das Volksbegehren Artenvielfalt E-Mail: matthias.luy@lbv.de Turteltaube, Rebhuhn & Co.

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