VOGELSCHUTZ 3-19
36 VOGELSCHUTZ 4|19 ärten haben einen unmittelbaren Einfluss auf je- den von uns und sie bedeuten uns viel. Sie gehören zum Haus oder zur Wohnung als Zentrum unseres Lebens. Dabei ist es nachrangig, ob man selbst einen Garten besitzt oder gemeinsame bzw. kommunale Grünflächen das Zuhause umgeben. In Schulgärten entstehen positive Emo- tionen, die Werthaltungen wie Naturverbun- denheit, Verantwortungsgefühl und Pflegebe- reitschaft begünstigen. Um für die Anlage und Gestaltung von Schulgärten Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte an Bayerns Schulen zu begei- stern, richtete der LBV im Schuljahr 2018/19 erneut einen Schulgarten-Wettbewerb aus. Das Spektrum der Gewinnerschulen um- fasste am Ende alles, was derzeit in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert undbeworbenwird, umunsereLebensgrundlagenzu erhalten und nachhaltig zu wirtschaften: Blühflächen, Insekten- hotels, Fledermaus- und Vogelnistkästen, Teiche, Kräuter- und Gemüsebeete inkl. Verwendung der Ernte im Kochunterricht, Regenwurmkästen, Samenbomben, Stein- und Totholzbiotope, Obst- und Sträuchergärten und Flächenentsiegelung. Manche Schulen imkern mit eigenen Bienenvölkern. Einige Preisträger widmeten sich sogar der Landwirtschaft: So verfügen das Förderzentrum Bad Tölz und die Realschule Neufahrn jeweils über einen schuleigenen Acker. Die Montes- sorischule Eberharting besitzt ein eigenes Gewächshaus und sogar einen Hühnerstall und Schafe. Das Johannes-Tur- mair-Gymnasium in Straubing informiert anhand von Beeten über nachwachsende Rohstoffe. Die beiden letztgenannten Schulen haben dabei die Jury gleichermaßen überzeugt, so- dass diese in der Kategorie „Weiterführende Schulen“ gemeinsam den 1. Platz belegten. Insgesamt stellen Schulgärten wichtige Flä- chen dar, auf denen Nutzpflanzen gedeihen oder sogar Nutztiere gehalten werden und die Artenvielfalt gefördert wird. Die nach viel Pflege und Arbeit geernteten Früchte und Gemüse- pflanzen fördern den sorgsamen Umgang mit unseren Lebensmitteln. Schulgärten berühren damit zentra- le Zukunftsfragen. Wichtig ist ihre Wirkung als positives Bei- spiel. Wenn in unseren Hausgärten oder auch öffentlichen Grünflächen wenigstens einige der Ideen aus den Schulgär- ten umgesetzt würden, wäre das ein riesiger Schritt hin zu mehr Natur und Nachhaltigkeit. Mit 119 Schulen aller Schularten aus allen bayerischen Bezirken war die Teilnehmeranzahl sehr erfreulich. Die je- weiligen Schulgartenprojekte sollten fächerübergreifend sein und in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern Gärten sind gewissermaßen ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Die Bandbreite reicht von der sterilen Steinschüttung bis hin zu vielfältigen, naturnahen Flächen, die sogar für Kröten, Eidechsen, Igel und für viele Pflanzen ein guter Lebensraum sind. Eine Besonderheit sind unsere Schulgärten und die naturnahen Schulumfelder. Sie sind wertvolle Lernorte, denn sie ermöglichen Schülerinnen und Schülern selbst mitten in der Stadt ein unmittelbares Na- turerlebnis und laden zum Experimentieren und Entdecken ein. G Der LBV-Schulgarten-Wettbewerb öffnet neue Perspektiven UMWE L T B I L DUNG 119 Schulen aus Bayern haben teilgenommen Zeigt her eure Gärten 1 2
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NDEzNzE=