VOGELSCHUTZ 2-19
34 VOGELSCHUTZ 2|19 ten Verbündeten beim Artenschutz und halte staatliche An- reize für freiwillige Maßnahmen von Bauern für dringend notwendig. Was denken Sie, wohin die Fördermittel fließen sollten, um die Landwirtschaft langfristig zu sichern?“ Auch der Ton und die Körpersprache können unter- schwellige Du-Botschaften wie Vorwürfe, Entwertung, Lä- cherlich-Machen usw. enthalten. Versuchen Sie, eine posi- tive Haltung dazu einzunehmen, dass der Gegenüber eine andere Sichtweise hat. Aber gönnen Sie Ihren Überzeugun- gen, Anliegen und Ihrem Wissen genauso viel Respekt wie der Welt des Gegenübers. Vertreten Sie Ihren Standpunkt am Ende beharrlich, aber ohne persönliche Angriffe. Als Naturschützer kommen wir immer wieder in Situationen, in denen Gespräche schwie- rig und emotional werden. So etwa, wenn ein Bauern-Funktionär gegen das Volksbegehren poltert oder bei einer Exkursion ein Fischer behauptet, die Kormorane würden seine Fische wegfressen. Wie reagiert man am besten darauf? Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie auch in kon- fliktreichen Gesprächen fair zum Gegenüber, aber hart in der Sache bleiben. R A T G E B E R enn eine Debatte hitzig wird, müssen Sie einen kühlen Kopf bewahren, um trotz unterschiedlicher Positionen einen konstruktiven Dialog zu führen. Hilfreich ist dabei die Unterscheidung von Sach- und Bezie- hungsebene. Eine gute, von Respekt getragene Beziehung ist die erste Voraussetzung für einen konstruktiven Dialog. Versuchen Sie Person und Sache zu trennen: Seien Sie weich zur Person, aber hart zur Sache. Beispiel Fischer: „Ich verstehe Ihren Ärger, wenn Sie das glauben“ (= Beziehungs- ebene). „Viele Studien belegen aber, dass Kormorane …“ (= Sachebene). Signalisieren Sie dem anderen: Ich habe nichts gegen Sie als Mensch, muss Ihnen aber in bestimmten, klar um- grenzten Punkten zur Sache widersprechen. Ich respektiere Sie, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen haben. Respektieren Sie die unterschiedlichen individuellen Perspektiven: Sie wissen nicht, wie die subjektive Welt des anderen ausschaut. Sie haben auch nur Ihre! Unter- stellungen und Übergriffe, also dem anderen erklären, was er denken, wollen oder tun sollte, lösen Widerstand und Ärger beim anderen aus. Wo immer möglich, formulieren Sie Ich-Botschaften statt Du-Botschaften. Trennen Sie klar zwischen Ihren persönlichen Erfahrungen, Sichtweisen und Überzeugungen und denen des anderen. Beispiel Volks- begehren: „Ich sehe in den Bauern unsere wichtigs- W Auch Vögel haben Konflikte: hier ein etwas streitlustiger Erlenzeisig und ein gelassener Feldsperling Konfliktgespräche im Natur- und Umweltschutz Fair aber hart
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