VOGELSCHUTZ 2-19
2|19 VOGELSCHUTZ 33 können Tiere wie Igel oder Reptilien durch Mähroboter verletzt oder getötet werden, zudemwird selbst jedes Gän- seblümchen noch vor der Blüte abgemäht. Im naturnahen Garten haben Mähroboter nichts zu suchen. Wer Wiese oder Gras (Rasen) besser in abwechselnden Intervallen mäht und in Teilen länger stehen lässt, schafft Rückzugs- raum für Igel, Eidechsen, Insekten und andere Kleintiere als Tageslebensraum, Schlafplatz oder zur Fortpflanzung. Wichtig: Mähgut nicht sofort abräumen, sondern aussa- men lassen und Tieren Zeit zum Umsiedeln geben. Nek- tar- oder pollenreiche Blüten sind für viele Insekten die Hauptnahrungsquelle und sollten im naturnahen Garten reichlich vorhanden sein. Insekten und andere Wirbello- se dienen wiederum Amphibien und Vögeln als Nahrung. Verwenden Sie heimische oder naturnahe Pflanzenarten mit ungefüllten Blüten in Beet und Wiese. Weniger Licht (Insektenfreundliche Beleuchtung im Außenbereich) Für viele Tiere spielt Licht eine wichtige Rolle bei der Ori- entierung, v.a. auch bei nachts fliegenden Insekten. Licht- verschmutzung durch künstliches Licht tötet alljährlich Milliarden Insekten und stört ihren natürlichen Rhythmus. Auch im Garten ist Licht vielerorts gar nicht notwendig. Zur Beleuchtung von Wegen und Eingängen reichen nach unten abstrahlende warmweiße Leuchten, die über Bewegungs- melder gesteuert und daher nur kurzzeitig in Betrieb sind. Gehölze als Lebensraum und Nahrung (Waldbewirtschaftung im Sinne des Naturschutzes) Im eigenen Garten sollten Sie heimische Baum- und Straucharten bevorzugen. Für kleine Gärten bieten sich zum Beispiel Eberesche oder Holzapfel an. Eine wich- tige Nahrungsquelle für viele Insekten wie Wildbienen ist die Salweide, die Rück- schnitte gut verträgt. Obstgehölze bevorzugen (Schutz von Streuobstbeständen) Obstbäume und Beerensträucher gibt es für jeden Garten. Sie bieten nicht nur mit Blüten und Früchten Nahrung für viele Tiere, sondern bereiten auch Freude beim Ernten des eigenen Obstes. ANITA SCHÄFFER Dipl. Forstwirtin Buchautorin und Redaktionsmitglied E-Mail: infoservice@lbv.de Wie vielfältig ist Ihr Garten oder Balkon? Die diesjährige Stunde der Gartenvögel PLUS* findet vom 10. bis 12. Mai statt. Der LBV ruft alle Vogelfreunde in Bayern dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu beobachten, zu zählen und zu melden. Das besondere PLUS-Au- genmerk: Wir wollen wissen wieviel Vielfalt in Ihrem Garten oder Balkon steckt. Haben Sie bunte Staudenbeete mit heimischen Wildstauden , einen Haufen mit Totholz , eine Insektennisthilfe oder eine Wasser- stelle? Das alles sind wertvolle Elemente für einen lebendigen Garten oder Balkon. Machen Sie mit unter: www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de DIE STUNDE DER GARTENVÖGEL PLUS* Meldebogen auf Seite 41/42 An Steinmauern halten sich Eidechsen auf. Bienen finden genug Nahrung im Blumenbeet. Unterschiedliche Strukturen wie ein Totholzhaufen, ein Sand arium (im Hintergrund) oder ein Teich mit Schilf sind Lebens- raum für die unterschiedlichsten Tierarten.
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