VOGELSCHUTZ 2-19

32 VOGELSCHUTZ 2|19 atürlich lässt sich der Hausgarten aufgrund seiner geringen Fläche und anderen Nutzung nur schwer mit der Kulturlandschaft vergleichen, um die es im Volksbegehren vorrangig geht. Forderungen daraus (siehe Texte in Klammern) sind deshalb auch nicht 1:1 übertrag- bar. Es muss auch nicht gleich der ganze Garten verwildern und auf betreute Beete mit besonderen Lieblingsblumen verzichtet werden. Ein Vergleich ist dennoch interessant, weil im Garten auf recht kleinem Raum vielfältige Struktu- ren geschaffen werden können, die vielen Arten eine Ni- sche bieten, und das mit relativ geringem Aufwand oder sogar durch Nichtstun. Chemiefreies Gärtnern (Pestizidreduzierung und mehr Ökolandbau) Wie in der biologischen Landwirtschaft sollte auch im Gar- ten ohne Pestizide und chemische Mittel wie Kunstdünger gewirtschaftet werden. Das im Handel erhältliche Breit- bandherbizid „Roundup“ beispielsweise enthält den Wirk- stoff Glyphosat und wirkt unspezifisch gegen viele Pflan- zen- und Tierarten. Vielfältige ökologische Nischen (Biotopverbünde schaffen) Je strukturreicher und naturnäher ein Garten, umso hö- her die Artenvielfalt. Durch verschiedene Strukturen in enger Nachbarschaft entsteht ein „Waldrandeffekt“ mit vielen ökologischen Nischen für Tiere und Pflanzen: Holz- und Reisighaufen, Steinmauern und -hügel, Wasserstellen, Sträucher, Fassadengrün, Wiesen, naturnahe Hecken und vieles mehr. Naturnahe Hecken mit dornigen und/oder Beeren tragenden Sträuchern bieten Nistplätze und Nah- rung für Vögel, wilde Ecken mit Brennnesseln und Disteln sind eine Hochburg für Schmetterlinge. Durchdachte Wassernutzung (Gewässerschutz durch Gewässerrandstreifen) Wasser im Garten bedeutet nicht nur Teich oder Tränke. Auch die Wiederverwendung von Regenwasser sowie sinn- volle Maßnahmen zur Versickerung oder für den Abfluss von Regenwasser möglichst nicht in die Kanalisation spie- len eine wichtige Rolle beim Einsparen und Reinhalten von Wasser. Ökologische Verbesserung von Rasen und Wiesen (Mehr Blühwiesen, Einschränkung von Walzen und Mahd) Vergleichbar mit intensiver Grünlandbewirtschaftung ist in Gärten beispielsweise intensive Rasenpflege mit Mahd in kurzen Intervallen, Vertikutieren und Düngen. Im Garten N FOTOS: PETER BRIA (2), ANDREAS HARTL, DR. CHRISTOPH MONING, BIRGIT HELBIG, MARCUS BOSCH Das Volksbegehren im eigenen Garten Artenschutz fängt vor der Haustür an G A R T E N Haus- und Kleingärten machen in Bayern nur zwei Prozent der Landesflä- che aus. Im Gegensatz zur landwirtschaftlich genutzten Fläche ist dieser An- teil sehr gering. Auch im eigenen Garten lassen sich viele Forderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ bis zu einem gewissen Grad im Kleinen oder abgewandelt umsetzen. Wir zeigen Ihnen wie. Hecken, Bäume und Beerensträu- cher bieten Schutz, Nahrung und Brutmöglichkeiten für viele ver- schiedene Arten.

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