VOGELSCHUTZ 2-19
2|19 VOGELSCHUTZ 15 FOTOS: HENNING WERTH (2), HANS-JOACHIM FÜNFSTÜCK (2) Skitouren Alpen vor allem Felsen in Talnähe. Hinzu kommen die klas- sischen Bergsteiger in den hochalpinen Felsbereichen. Auch hier gibt es Konflikte. So brüten Uhu, Wanderfalke, Felsen- schwalbe und Mauerläufer vor allem in talnahen Wänden, kommen aber auch in höheren Wänden neben dem Stein- adler vor. Die Vogelschutzwarte (LfU) beauftragte daher den LBV, Erfahrungen mit bewährten Kletterkonzepten aus der Fränkischen Schweiz und dem Frankenjura auf die Alpen zu übertragen. Ein erstes Konzept für Kochel wurde gemeinsam mit Kletterverbänden und Behörden erarbeitet. Derzeit wird recherchiert, für welche Felswände schon Regelungen be- stehen oder wo es Anpassungsbedarf gibt. Kletterverbände sind hierbei wichtige Partner, um die Vielzahl nichtorganisier- ter Kletterer über abgestimmte Information (DAV-Felsinfo) zu erreichen. Eine wichtige Rolle kommt auch dem Deutschen Hänge- gleiterverband (DHV) zu, in dem praktisch alle Gleitschirm- und Drachensegler organisiert sind. Wie der DAV hat der DHV eine eigene Umweltabteilung. Er beantragt Start- und Landeplätze und informiert seine Piloten regelmäßig über Umweltthemen. LBV und DHV bzw. seine lokalen Verbände arbeiten beim Steinadlerschutz zusammen, indem spezielle Informationen (Flugkorridore) weitergegeben werden. Damit diese Regelungen greifen, braucht es Kümmerer vor Ort, wie die LBV-Gebietsbetreuer, LBV-Horstbetreuer und die vielen weiteren ehrenamtlichen LBV-Aktiven: Sie halten Kontakt zu Nutzern vor Ort, reagieren auf negative Entwick- lungen, erklären, stellen Hinweistafeln auf und verteilen Info- material. Im Idealfall vermitteln sie zwischen verschiedenen Gruppen (Grundbesitzer, Landnutzer und Freizeitsportler). Was noch fehlt sind integrierte Raumnutzungskonzepte und auch die Ausgestaltung und Wirkung von Lenkungsmaß- nahmen sind näher zu untersuchen. Für eine bessere und breitere Kommunikation zwischen allen Akteuren könnte künftig auch das geplante Zentrum „Naturerlebnis Alpin“ am Riedberger Horn sorgen. Auch hier wird sich der LBV intensiv einbringen, damit auch das Zurück zur Natur in den Bergen wirklich naturverträglich abläuft. Immer mehr Menschen zieht es im Winter in die Berge. Neuer Trendsport ist auch das Skitourengehen. Felsbrüter wie z.B. der Uhu können durch Kletterer gestört werden. Die Berglandschaft wird zu Fuß und aus der Luft intensiv genutzt. Dabei dringen Menschen z.B. in den Lebensraum von Steinböcken ein. MICHAEL SCHÖDL LBV-Alpenreferent E-Mail: michael.schoedl@lbv.de HENNING WERTH Gebietsbetreuer Allgäuer Hochalpen E-Mail: henning.werth@lbv.de Beim Canyoning können Brut- plätze der Wasseramsel oder von Felsbrütern gestört werden. Am Ein- und Ausstieg kann es zu Trittschäden an der Vegetation kommen – von der Müllthematik ganz zu schweigen. Aber auch im Gewässer selber können Beein- trächtigungen entstehen, z.B. während der Fischlaichzeit. Klettern und Canyoning gefördert durch:
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