VOGELSCHUTZ_2_18

eute werden in jedem Baumarkt, Gartencenter oder beim Discounter und im Internet Insektenhotels an- geboten. Diese sind häufig mit Stroh, Fichtenzapfen, Holzwolle, Holzhäckseln und ähnlichen billigen Füllstoffen versehen und als Versteck oder Kinderstube für Insekten weitgehend nutzlos. Marienkäfer, Florfliegen und andere sind im Garten mit einem Totholz- oder Reisighaufen we- sentlich besser bedient. Ebenso gibt es in fast jedem angebotenen Modell mehr oder weniger große Holzstücke, die ins Stirnholz gebohrte Öffnungen aufweisen. Sie können bestimmte Arten unter den Wildbienen und solitär lebende Wespen anlocken. Doch fast immer sind diese Bohrungen ausgefranst oder Holzsplinte stechen in die Öffnungen. Derartige Angebote werden nicht angenommen, da sich die Wildbienen ihre Flügel verletzen würden. Bohrungen in Holz sollten statt- dessen immer in Längsrichtung – also von der Rindenseite her – erfolgen, um Risse und das Aufquellen von Splinten in die Brutgänge zu vermeiden. Weichholz ist dafür ungeeignet, da es leicht reißt und Wasser aufnimmt, was zum Absterben der Brut führt. Ge- eignet sind hingegen zum Beispiel abgelagerte Eiche, Esche Ein Heim für Bienen, Hummeln und Wespen Wie ein sinnvolles Insektenhotel aussehen sollte Nisthilfen für Insekten sind gefragt wie nie. Leider ist jedoch der Großteil der sogenannten Insektenhotels eher dekorativ als artgerecht und wird deshalb kaum von den erwünschten Bewohnern angenommen. Dabei gibt es nur wenige, aber wichtige Regeln beim Kauf oder Bau einer Insektennisthilfe zu beachten. oder Holz von Obstbäumen. Die Bohrungen müssen ab- solut sauber sein und sehr sorgfältig geglättet werden. Sie sollten einen Durchmesser zwischen 2 und 8 mm haben. Je breiter das Spektrum der Bohrungen desto größer sind die Chancen auf Bewohner. Wichtig zu wissen: Derartige Insektenhotels bieten nur rund 30 der über 550 Arten in Deutschland einen Platz für die Brut. Knapp drei Viertel aller nestbauenden Wildbienen nisten im sandigen Boden. Mit offenen Sandstellen oder einer kleinen „Sandkiste“ im Gar- ten kann man auch diesen Arten auf einfache Weise helfen. 30 VOGELSCHUTZ 2|18 R A T G E B E R H Furchenbiene

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