VOGELSCHUTZ_2_18
r l i ng s ffek 2|18 VOGELSCHUTZ 19 Schon sein Name verrät es: Keiner der vielen Bläulinge zeigt auf seiner Flügeloberseite ein so leuchtendes Blau wie der Himmelblaue Bläuling. Dies gilt aber nur für die Männchen, denn die Flügel der Weibchen sind bräunlich gefärbt. Die Raupen des wärmeliebenden Falters, der sein Hauptver- breitungsgebiet im Mittelmeerraum hat, entwickeln sich auf Hufeisenklee – aber nur dort, wo die Triebe des Huf- eisenklees auf Wärme speicherndem kargem und steinigem Boden liegen. Die Heimat des bei uns alljährlich ein- fliegenden Wanderfalters liegt in sub- tropischen Bereichen Afrikas und im Mittelmeerraum. Von dort, also über die Sahara, das Mittelmeer und die Al- pen, fliegt er in unterschiedlicher Zahl, gelegentlich als Masseninvasion, bis ins südliche Skandinavien. Die sich bei uns entwickelnden Falter können hier (noch) nicht überwintern. Ob einzelne Individuen, wie beim Admiral nach- gewiesen, im Herbst wieder gen Sü- den ziehen, bedarf weiterer Beobach- tungen. Hochmoorgelbling Himmelblauer Bläuling Mit seinem funkelnden Grün hat der kleine Falter nicht nur unter den „Bläu- lingen“, sondern unter allen Tagfaltern eine besonders ausgefallene Färbung. Noch bemerkenswerter ist seine An- passung an extrem verschiedene Le- bensräume: Bei uns fliegt er auf tro- cken-warmen Heiden und ebenso an kühl-feuchten Hochmoorrändern. Im Mittelmeerraum besiedelt er selbst die Garigue (offene mediterrane Strauch- heidenformation), die wegen ihres kar- gen und trockenen Bodens und der dort herschenden brütenden Hitze als Ex- trembiotop gilt. Grüner Zipfelfalter Distelfalter Der Hochmoorgelbling, ein Relikt eis- zeitlicher Tundren, lebt in Mitteleuropa nur in Hochmooren und auf hochal- pinen Zwergstrauchheiden. Denn nur hier wächst die Rauschbeere, seine einzige Raupenwirtspflanze. Als Falter sucht er Nektar spendende Blüten in der Nähe von Hochmooren auf. Des- halb gilt er als Indikator für intakte Komplexe aus Hochmoorregionen und blütenreichen Streuwiesen. Stark ge- fährdet ist er durch die bekannte Zer- störung unserer Moore und heute wohl zusätzlich durch den Klimawandel.
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