LBV magazin 3-26

FOTO: MARCEL BURKHARDT familien oder Frauenkooperativen legen die Flächen selbst an und übernehmen Verantwortung für deren nachhaltige Nutzung. Die Eigentumsrechte bleiben erhalten, die Nutzung erfolgt gemeinschaftlich. Seit rund zwanzig Jahren wurden in Burkina Faso rund 450 solcher MED-Flächen geschaffen – mit stetig wachsender Nachfrage. Untersuchungen der Schweizerischen Vogelwarte zeigen, dass sich diese Flächen bereits nach wenigen Jahren deutlich von ihrer Umgebung unterscheiden. Die Pflanzenvielfalt nimmt zu, Sträucher und Bäume schaffen neue Strukturen, und mit ihnen kehrt Leben zurück. Diese natürlich regenerierten Lebensräume kommen auch den Vögeln zugute. Das erhöhte Insektenangebot innerhalb der MED unterstützt die Nahrungssuche von Zugvögeln. Gleichzeitig profitieren lokale früchte- und nektarfressende Vogelarten vom verbesserten Nahrungsangebot und tragen zur Bestäubung sowie Samenverbreitung bei. Besonders während der Trockenzeit, wenn Nahrung knapp wird, stellen die MED wichtige ökologische Rückzugsgebiete dar. Doch nicht nur die Vogelwelt profitiert. Dank der fachlichen Begleitung von newTree und tiipaalga nutzen die Bauernfamilien die natürlichen Ressourcen der MED auf nachhaltige Weise. Früchte, Nüsse und Heilpflanzen werden direkt von den Haushalten verwendet, während sich gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit verbessert und die landwirtschaftlichen Erträge steigen. Darüber hinaus erhalten die Familien Schulungen, um neue Einkommensquellen aufzubauen. Beispiele dafür sind die Verarbeitung von Kariténüssen zu Sheabutter oder die Bienenzucht zur Herstellung von lokalem Honig. Auch das Wachstum der Grasvegetation nimmt zu und liefert dringend benötigtes Heu für die Trockenzeit. So entstehen mitten in degradierten Landschaften kleine grüne Inseln der Hoffnung – für Zugvögel, für die Biodiversität und für die Menschen vor Ort. Das Projekt zeigt eindrücklich, dass wirksamer Vogelschutz nicht an Landesgrenzen endet. Wer Zugvögel in Europa schützen will, muss auch ihre Lebensräume in Afrika erhalten und stärken. Mehr Informationen unter: vogelwarte.ch/de/schuetzen/ internationaler-vogelschutz Mehr Informationen unter: newtree.org LBV MAGAZIN 3|26 37 FRANZISKA KAGUEMBÈGA-MÜLLER Gründerin und Leiterin Internationale Programme newTree E-Mail: kaguembega@newtree.org DR. ALAIN JACOT Leiter Rahmenprogramm Internationaler Vogelschutz Schweizerische Vogelwarte E-Mail: alain.jacot@vogelwarte.ch Jedes Jahr ziehen unter anderem Waldlaubsänger, Gartenrotschwanz, Fitis und Trauerschnäpper von Bayern nach Westafrika. Nach der Saharaüberquerung brauchen sie gute Überwinterungsgebiete mit Nahrung und Schutz. Doch Klimawandel, Abholzung und intensive Landwirtschaft lassen dort Wälder, Savannen und Feuchtgebiete schrumpfen. Darunter leiden nicht nur unsere bayerischen Zugvögel. Die Menschen vor Ort kämpfen mit Wassermangel, Ernteausfällen und fehlenden Einkommensmöglichkeiten. Der LBV verbindet deshalb Vogelschutz mit nachhaltiger Entwicklung. Gemeinsam mit Naturama, einem Partner im BirdLifeNetzwerk, entstehen in Burkina Faso grüne Inseln im Sahel: Baumschulen, standortgerechte Pflanzungen, Agroforstsysteme und lokale Baumpatenschaften verbessern Lebensräume und Ernährungssicherheit. Frauenkooperativen schaffen Perspektiven, Schulungen stärken nachhaltige Landwirtschaft. Zugleich erfassen lokale Fachkräfte mit Horchboxen und Monitoring die Situation der Zugvögel. Bayerische Zugvögel in Afrika schützen Gartenrotschwanz

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