LBV magazin 3-26

FOTOS: GABRIELMARCACCI, NEWTREE Regeneration aus eigener Kraft: Innerhalb des Weideausschlusses kehrt die natürliche Vegetation sichtbar zurück. Degradierte Landschaft mit eingeschränkter natürlicher Regenerationsfähigkeit. SCHUTZGEBIET Wiederbegrünung in der Sahel-Zone Inseln der Hoffnung In einem Gemeinschaftsprojekt der Schweizerischen Vogelwarte Sempach mit Nicht-Regierungsorganisationen und der lokalen Bevölkerung entstehen in Burkina Faso Grünflächen, die Mensch und Tier gleichermaßen zugutekommen. Gerade für unsere überwinternden Zugvögel sind solche Rückzugsgebiete überlebenswichtig. Viele Vogelarten, die im Frühling in Bayern oder der Schweiz brüten, verbringen einen großen Teil ihres Lebens südlich der Sahara. Zu diesen Langstreckenziehern gehören Nachtigall, Gartenrotschwanz oder Fitis und damit Arten, die seit Jahren starke Bestandsrückgänge zeigen. Neben dem Verlust geeigneter Brutlebensräume in Europa wird diese Entwicklung insbesondere auf die schlechten Bedingungen entlang der Zugrouten und in den afrikanischen Winterquartieren zurückgeführt. Hier setzt die internationale Arbeit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach an. Sie koordiniert den Afrikanisch– Eurasischen Aktionsplan für ziehende Landvögel (AEMLAP), der den Schutz gefährdeter Zugvögel zwischen Europa und Afrika fördert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Sahelzone Westafrikas – einer Region, die stark vom Klimawandel, wiederkehrenden Dürren und jahrzehntelanger Übernutzung betroffen ist. Entwaldung und Bodendegradation haben vielerorts dazu geführt, dass sowohl der lokalen Bevölkerung als auch überwinternden Zugvögeln wichtige Lebensgrundlagen verloren gingen. Gemeinsam mit der Schweizer Organisation newTree und der burkinischen Partnerorganisation tiipaalga unterstützt die Vogelwarte deshalb ein einfaches, aber wirkungsvolles Instrument zur Wiederbegrünung degradierter Flächen: sogenannte mise en défens (MED). Dabei werden stark degradierte Gebiete von etwa drei Hektar eingezäunt und vor Beweidung geschützt, damit sich die natürliche Vegetation wieder erholen kann. Das Besondere an diesem Ansatz ist die enge Einbindung der lokalen Bevölkerung. Bauern36 LBV MAGAZIN 3|26

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